Hamburg - Eigentlich könnte Diego Maradona glücklich sein. Seit einer Woche hat der 50-Jährige einen neuen Job. In Dubai trainiert er künftig den Club Al-Wasl. Dort gebe es "gutes Geld" (Maradona). Doch trotzdem scheint der ehemalige Weltfußballer keine Ruhe zu finden. Dem argentinischen Fernsehen gab er nun einmal mehr ein schlagzeilenträchtiges Interview. Darin teilte Maradona erneut gegen Julio Grondona, Präsident des nationalen Fußballverbands AFA, aus.
Diesmal warf ihm Maradona vor, von Doping bei der argentinischen Nationalmannschaft im zweiten WM-Qualifikationsspiel gegen Australien im Jahr 1993 gewusst zu haben. "Warum gab es bei dem Spiel gegen Australien keine Doping-Kontrollen - obwohl es sie in allen anderen Spielen gab?", sagte Maradona. "Das ist Betrug, und Grondona wusste davon".
Laut Maradona soll den Spielern vor dem Qualifikationsrückspiel in Buenos Aires eine verbotene Substanz in den Kaffee gemischt worden sein. "Damit wir mehr rennen". Nach einem 1:1 im Hinspiel gewann Argentinien das Rückspiel 1:0 und qualifizierte sich für die Weltmeisterschaft in den USA im Jahr 1994. Dort wurden Maradona nach dem zweiten Gruppenspiel verbotene Substanzen nachgewiesen. Die Fifa schloss ihn vom Turnier aus.
Grondona äußerte sich am Montag nicht zu den Vorwürfen. Seit Maradona 2010 als argentinischer Nationaltrainer geschasst wurde, ist der Vizepräsident des Fifa-Exekutivkomitees eine Reizfigur für den ehemaligen Ausnahmefußballer. "Grondona hat mich belogen", sagte Maradona nach der für Argentinien enttäuschenden Weltmeisterschaft in Südafrika. Grondona habe nach der Niederlage gegen Deutschland in der Kabine vor Zeugen gesagt, er, Maradona, solle Trainer bleiben.
Jetzt will er Grondona vor Gericht zerren. Grund: Der 80-Jährige hatte auf Maradonas jüngste Rücktrittsforderungen reagiert und offenbar gesagt: "Ich bin zwar alt, aber gesund." Der Weltmeister von 1986 wertete dies als Anspielung auf seine Drogen-Vergangenheit. "Ich habe mit meinen Anwälten gesprochen", so Maradona. "Jetzt kann er sich auf ein Verfahren einstellen. Mann kann nicht einfach so über ein Problem reden, wie ich es hatte."
Vielleicht sollten Maradona und Grondona vorher einmal miteinander reden. Ganz so groß kann die gegenseitige Abneigung nicht sein. Auf der offiziellen Internet-Seite der Fifa antwortet Grondona auf die Frage, ob er je eine Idol im Fußball hatte, immerhin mit "Diego Maradona".
chp/AP
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