Doping in Russland Fifa will McLaren-Report eingehend prüfen

Witali Mutko gilt als Schlüsselfigur im russischen Dopingskandal, auch im Weltfußball bekleidet der russische Sportminister hohe Ämter. Die Fifa will nun die Anschuldigungen gegen Mutko prüfen.

Witali Mutko
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Witali Mutko


Russlands Sportminister Witali Mutko könnten aufgrund der schweren Doping-Anschuldigungen im McLaren-Report Konsequenzen bei der Fifa drohen. Die Ermittler der Ethikkommission des Fußball-Weltverbands haben begonnen, den Bericht des Kanadiers, laut dem im WM-Gastgeberland 2018 systematisch und vom Staat gesteuert betrogen wurde, "eingehend zu prüfen", teilte ein Sprecher mit.

Demnach werde die Untersuchungskammer "geeignete Maßnahmen ergreifen und entsprechend informieren, sollte der Bericht Verstöße gegen das Fifa-Ethikreglement aufzeigen und sollten entsprechende Beweise vorliegen". Mutko war bereits im ersten Teil des McLaren-Reports schwer belastet worden, von danach aufgenommenen Ermittlungen ist allerdings nichts bekannt.

Der einflussreiche Funktionär sitzt für die Europäische Fußball-Union Uefa im Fifa-Council. Sein Mandat läuft im kommenden Frühjahr aus, der 58-Jährige will sich im April beim Uefa-Kongress in Helsinki aber zur Wiederwahl stellen. Aktuell läuft die sogenannte Fifa-Wählbarkeitsprüfung der Kandidaten. Über einen eventuellen Einfluss des McLaren-Reports auf Mutkos Kandidatur machte die Fifa keine Angaben.

Die Ethikkommission, die unabhängig von der Kommission des Weltverbandes ermittelt, kommentierte den McLaren-Report inhaltlich zunächst nicht. Grundsätzlich wird der Ethik-Code angewendet auf "Verhalten, das der Integrität und dem Ansehen des Fußballs schadet, insbesondere auf illegales, unmoralisches und unethisches Gebaren". Laut dem Regelwerk ist der Kodex "auf allgemeine Verhaltensweisen innerhalb der 'Association Football' ausgerichtet, die einen geringen oder gar keinen Bezug zu Handlungen auf dem Spielfeld aufweisen".

luk/sid



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