Einigung mit Nada DFB unterschreibt Vertrag über Dopingkontrollen

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sich mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) auf die Einführung von Bluttests im Training der Bundesliga-Clubs geeinigt. Noch im August könnten die ersten Proben genommen werden.

Doping im Fußball: Künftig Blutkontrollen im Training
DPA

Doping im Fußball: Künftig Blutkontrollen im Training


Hamburg - Künftig werden Bundesliga-Profis wohl im Training mit Blutkontrollen auf Dopingmittel getestet. Darauf hat sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nach eigenen Angaben mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) verständigt. Ein entsprechender Vertrag wurde am Donnerstag unterschrieben, bestätigte der Verband. Zuvor hatten die beiden Institutionen viele Monate über eine Einigung verhandelt.

Bereits im August könnten die ersten Blutkontrollen im Training genommen werden. Nach Angaben von Andreas Rettig, dem Geschäftsführer der Deutsche Fußball Liga, sei vorgesehen, dass 15 Prozent der Urinproben durch Blutkontrollen ersetzt werden. Bislang wurden in der Bundesliga rund 500 Trainingskontrollen pro Jahr durchgeführt.

Durch die Vereinbarung ist die Nada für die Durchführung der Trainingskontrollen zuständig, der DFB für die Proben nach den Spielen. Die Nationale Anti-Doping-Agentur darf in Deutschland nur außerhalb der Wettbewerbe kontrollieren.

Allerdings werde es bei den Wettkampfkontrollen weiterhin nur Urin- und keine Bluttests geben. Wie der DFB mitteilte, geschehe dies aus medizinischen Gründen. Die Nada hat sich zu Vertragsinhalten bisher nicht geäußert.

Durch die Studie "Doping in Deutschland" des Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) zum Doping in Westdeutschland ist auch der Profifußball wieder stärker in den Fokus gerückt. So wurden bei drei Spielern der deutschen WM-Elf von 1966 Spuren eines verbotenen Schnupfenmittels gefunden.

joe/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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eine_frage_noch 09.08.2013
1. Wow...
Der DFB marschiert vorbildlich voran. Solch Tatkraft wurde selten gesehen.
Lankoron 09.08.2013
2. Die Anzahl
der Kontrollen ist ein Witz, oder? das sind knap14 Kontrollen der Mannschaften in Liga 1 und 2 pro Jahr...also nichtmal 1 Kontrolle pro Sportler. Aber sich über andere Sportarten gross aufregen und eigenens Doping aus der Vergangenheit beschönigen mit "nie offiziell getestet" oder "damals stand das Mittel nicht auf der Liste"...und das sind die guten Ausreden. Aber der Fussball ist heilig in Deutschland, da forscht selbst ein SPon nicht nach...
Katzebextra 09.08.2013
3. Neuste Meldung
Erste Kontrollen können leider erst zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführtwerden. Die Herren Profis haben vermutlich in der Sommerpause nicht rechtzeitig abgesetzt.
stefansaa 09.08.2013
4.
Auch wenn es nicht viel ist, immerhin ein Schritt in die richtige Richtung. Das Problem ist, dass die Nada bei der FIFA ansetzen müsste, um entsprechend harte und umfangreiche Kontrollen weltweit durchzusetzen. Das sollte so aussehen, dass jeder Spieler pro Saison wenigstens eine Probe abgeben muss. Auswahl nach Zufallsprinzip. Ich denke nicht, dass es in naher Zukunft soweit kommt, sollte man aber bei den jetzigen Kontrollen fündig werden, wird das ganze durch die Presse entsprechend weiter gehen und hoffentlich dazu führen, dass die Kontrollen ausgebaut werden.
fatfrank 09.08.2013
5. Es wird immer nur soviel kontrolliert...
...wie nötig ist, um die Feigenblatt-Funktion zu erfüllen. Ansonsten gilt: Show must go on! Und es funktioniert ja auch prima. Millionen werden wieder in die Stadien pilgern oder vor dem TV hocken. Lasst die Spiele beginnen, dann merkt keiner, dass gar kein Brot mehr da ist.
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