Schalke, Augsburg, Mönchengladbach Das Krisen-Trio

Schalke, Augsburg, Gladbach: Sie alle verloren ihre Bundesligaspiele deutlich. Die Probleme der Teams unterscheiden sich. Doch was sie eint: Die Niederlagen waren Zeichen einer größeren Krise.

Schalkes Trainer Domenico Tedesco
Bongarts/Getty Images

Schalkes Trainer Domenico Tedesco

Von und Tobias Escher


1. Vizemeister Schalke muss sich mit dem Abstiegskampf anfreunden

Schalkes Saison begann katastrophal. Fünf Niederlagen gab es zum Saisonstart, nur fünf Siege und 18 Zähler holten sie in der Hinrunde. Im neuen Jahr sollte alles besser werden. Doch statt wie erhofft doch noch in das Rennen um Europa einzugreifen, sind die Schalker nun nicht mehr weit vom Abstiegskampf entfernt.

Schalkes kreative Mittel im Spiel mit dem Ball reichen nicht aus, um gegen defensiv eingestellte Gegner variabel zu sein, die Partien zu bestimmen. Mit Nabil Bentaleb, dem dribbelstarken Amine Harit und Nationalspieler Sebastian Rudy verfügt Schalke eigentlich über kreatives Potenzial. Aber sie zeigen es viel zu selten.

Dass Schalke als Team nicht funktioniert, daran hat auch Trainer Domenico Tedesco seinen Anteil. Er hat noch immer keine zentrale Achse und auch kein Spielsystem für sein Team gefunden. Trotz der Verletzungen von Guido Burgstaller, Benjamin Stambouli oder Breel Embolo vereint Schalkes Kader genug fußballerisches Können, um gegen einen Klub wie Mainz 05 Tore zu schießen. Schließlich hatte Mainz zuletzt elf Gegentore in drei Spielen kassiert. Schalke spielte gegen den Tabellennachbarn trotz 60% Ballbesitz kaum Chancen heraus und verlor 0:3.

Düsseldorf, Bremen und Leipzig heißen die nächsten Gegner in der Liga. Die Gefahr, weiter nach unten zu rutschen, ist nach der Nicht-Leistung gegen Mainz nicht von der Hand zu weisen. Erst recht, da die Diskussionen um Tedesco und den baldigen Ex-Manager Christian Heidel den Fokus immer wieder vom Wesentlichen lenken: von der Leistung auf dem Platz.

2. Baum erwarten schwere Tage in Augsburg

Augsburgs Trainer Manuel Baum scheint einen großen Fan zu haben: FCA-Manager Stefan Reuter stellte ihm auch nach der dritten Niederlage in Folge eine Jobgarantie aus. Angesichts der jüngsten Leistungen des FC Augsburgs eine wirkliche Überraschung. Das 1:5 in Freiburg war der Tiefpunkt einer an Tiefpunkten nicht armen Rückrunde der Augsburger. Fünf von sechs Spielen im Jahr 2019 verloren sie, das Torverhältnis beträgt 7:16.

Das Rezept gegen Augsburg ist simpel: Der Gegner muss ihnen nur den Ball überlassen. Die Schwaben tun sich im Spielaufbau schwer, das Mittelfeld hat keine Ideen, wie sie die Angreifer in Szene setzen können. Und die Abwehr? Fängt beim kleinsten gegnerischen Konter an zu wackeln. Die Freiburger wussten, wie sie die Schwächen der Augsburger ausnutzen konnten: Sie ackerten gegen den Ball, sprinteten in die Schnittstellen, konterten mit Wucht und Finesse. Zu allem Überfluss leistet sich der FC Augsburg Patzer um Patzer; so auch am Samstag, als Rani Khedira vor dem 0:1 über den Ball trat.

Baum gelingt es in dieser Saison nicht, einen Plan B zu präsentieren. Auch der neue Co-Trainer Jens Lehmann sorgte nicht für den erhofften Leistungsumschwung. Medien wie die "Augsburger Allgemeine" vermuteten schon bei Lehmanns Verpflichtung, er stehe als Cheftrainer auf Abruf bereit. Nach der desolaten Leistung gegen Freiburg könnte dieses Szenario Wirklichkeit werden.

3. Borussia Mönchengladbach benötigt eine Pause

Vor drei Wochen noch - nach dem 2:0 auf Schalke - belegte Borussia Mönchengladbach zwischen Borussia Dortmund und Bayern München Platz zwei, verwegene Zeitgenossen träumten von der Meisterschaft. Es folgten ein 0:3 zu Hause gegen Hertha BSC, ein 1:1 in Frankfurt und jetzt das 0:3 gegen den VfL Wolfsburg.

Auffällig ist, dass wichtige Säulen der Hinrunde wie Alassane Pléa, Michael Lang oder Tobias Strobl im Moment nicht zum Zug kommen. Der Negativlauf fällt zudem zeitlich genau zusammen mit der Verletzung von Jonas Hofmann, die er sich nach gut 30 Minuten gegen Hertha BSC zuzog - erst zur zweiten Halbzeit gegen Wolfsburg kehrte er zurück. Und: Schlüsselspieler wie Oscar Wendt oder Matthias Ginter (nur 20 bzw. 29 Prozent gewonnene Zweikämpfe gegen Wolfsburg) spielen unter Form.

Gladbach wirkt überspielt. Das zeigt sich auch in der Statistik: So hat die Borussia in den zurückliegenden drei Partien sukzessive immer weniger Zweikämpfe für sich entscheiden können: Gegen Schalke waren es noch 57 Prozent gewonnene Duelle, gegen Hertha BSC 51, in Frankfurt 47 und gegen Wolfsburg nun nur noch 45 Prozent. Auffällig ist auch, dass Gladbach zuletzt weniger lief als der Gegner. Gegen Wolfsburg betrug die Differenz satte fünf Kilometer. Das verwundert angesichts der Tatsache, dass Gladbach in der Hinrunde noch zu den laufstärksten Teams zählte.

Gladbach könnte jetzt eine Pause gut gebrauchen. Irgendwie unpassend, dass am kommenden Spieltag ausgerechnet der FC Bayern im Borussia-Park zu Gast sein wird.



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