Hamburg - Die Überraschungsmannschaft der Vorsaison kommt auch in dieser Spielzeit immer besser in Fahrt: Hannover 96 gewann im Duell der Nordclubs gegen Werder Bremen 3:2 (2:1) und belegt mit 15 Punkten den vierten Tabellenplatz. Hannovers Stürmer Mohammed Abdellaoue schoss drei Tore (2. Minute/38./59.), für Werder trafen Marko Arnautovic (45.+3), der später die Rote Karte sah, und Claudio Pizarro (83. Minute). Die Bremer sind mit 16 Punkten weiter Tabellenzweiter hinter dem FC Bayern München (19 Punkte).
"Wir haben in dieser Woche vieles richtig gemacht. Wenn eine Spitzenmannschaft wie Werder Bremen in der zweiten Halbzeit noch einmal kommt, dann muss man dagegenhalten. Das haben wir bravourös gemacht", freute sich Hannovers Trainer Mirko Slomka nach dem Schlusspfiff. Bremens Coach Thomas Schaaf sagte: "Wir haben nicht gut gespielt. Ganz einfach. Wir waren vom Kopf her nicht bereit, die richtigen Dinge zu tun. Das, was wir uns vorgenommen hatten, haben wir nicht umgesetzt."
Keine 72 Stunden nach dem mühsamen 2:1-Erfolg in der Europa League gegen Worskla Poltawa erwischte Hannover einen guten Start. Bereits nach zwei Minuten verwandelte Abdellaoue einen Foul-Elfmeter sicher in die rechte untere Ecke. Sebastian Mielitz, der den rotgesperrten Tim Wiese ersetzte, hatte keine Abwehrchance. Philipp Bargfrede hatte zuvor Lars Stindl gefoult, Schiedsrichter Guido Winkmann entschied auf Strafstoß.
Auch in der Folge war Hannover vor 49.000 Zuschauern das gefährlichere Team. Immer wieder wurden Stindl und Christian Pander auf den Außenpositionen gesucht, die wiederum mit scharfen Hereingaben Abdellaoue und Jan Schlaudraff zu bedienen versuchten. Auch wenn zwingende Torchancen noch ausblieben, die typische Strategie Hannovers war deutlich zu erkennen: In der Abwehr sicher stehen und dann schnell auf Konter umschalten.
Abdellaoue trifft, Arnautovic fliegt
Werder dagegen kam nach dem frühen Gegentreffer lange nicht richtig in die Partie. Mittelfeldspieler Marko Marin gelang es kaum, die Angreifer Pizarro und Arnautovic gefährlich in Szene zu setzen. Der vermeintliche Ausgleich des Österreichers (30. Minute) wurde wegen Abseitsstellung nicht gegeben. In der 42. Minute hatte Schlaudraff mit einem Lupfer auf die Latte Pech.
Zwei Minuten nach Wiederanpfiff dann fast der Ausgleich: Aaron Hunt spielt in den Lauf von Pizarro, der Peruaner umspielte Zieler, traf aber aus spitzem Winkel nur den Außenpfosten. Noch knapper war es dann auf der Gegenseite (50.), Panders Schuss prallte vom Innenpfosten wieder zurück ins Feld.
Verwirrung dann vor Abdellaoues drittem Tor. Sergio Pinto hatte zum Norweger geköpft, der locker einschob, die Bremer reklamierten eine Abseitsstellung. Doch der zuvor schon mehrfach unglücklich agierende Bargfrede hatte das Abseits aufgehoben, der Treffer zählte.
Werder rannte in der Folge mit aller Kraft gegen das 96-Tor an, der eingewechselte Mehmet Ekici traf mit einem Freistoß (76.) die Latte. Spätestens als Arnautovic für seinen überharten Einsatz gegen Pinto die Rote Karte sah (78.), schien die Partie für Werder gelaufen. Doch Pizarro konnte mit einer Direktabnahme nach Flanke von Clemens Fritz noch einmal verkürzen.
Hannover 96 - Werder Bremen 3:2 (2:1)
1:0 Abdellaoue (2., Foul-Elfmeter)
2:0 Abdellaoue (38.)
2:1 Arnautovic (45.+3)
3:1 Abdellaoue (59.)
3:2 Pizarro (83.)
Hannover: Zieler - Cherundolo, Haggui, Pogatetz, Christian Schulz - Schmiedebach, Pinto - Stindl, Pander (76. Rausch) - Schlaudraff (86. Eggimann), Abdellaoue (61. Ya Konan)
Bremen: Mielitz - Sokratis, Prödl, Wolf, Ignjovski (85. Naldo) - Bargfrede (60. Rosenberg) - Fritz, Hunt - Marin (67. Ekici) - Arnautovic, Pizarro
Schiedsrichter: Winkmann
Zuschauer: 49.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Stindl (3), Christian Schulz (2), Pinto (3), Cherundolo, Schmiedebach (2) - Wolf, Marin (2), Bargfrede (2)
Rote Karte: Arnautovic wegen groben Foulspiels (78.)
luk/sid/dpa
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