Drittliga-Partie gegen Darmstadt: Mehr als 50 Verletzte nach Ausschreitungen in Erfurt

Während des Spiels zwischen Rot-Weiß Erfurt und Darmstadt 98 ist es zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen. Fans beider Clubs kletterten über Sicherheitszäune und gingen aufeinander los. Es flogen Steine und Flaschen. Insgesamt wurden mehr als 50 Personen verletzt.

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Ausschreitungen in Erfurt: "Eine Schande für den Sport"

Hamburg - Schwere Ausschreitungen haben das die Drittliga-Partie zwischen Rot-Weiß Erfurt und Darmstadt 98 überschattet: Insgesamt wurden 55 Personen bei den Auseinandersetzungen zwischen beiden Fanlagern und der Polizei während und nach dem Spiel im Steigerwaldstadion leicht verletzt. Unter den Verletzten waren 39 Polizeibeamte, Sanitäter und Ordnungskräfte.

Kurz nach dem Anpfiff zur zweiten Hälfte war es laut der Polizei zu "massiven Angriffen auf Ordner und Polizei in Form von Steinwürfen und Tätlichkeiten" gekommen. Anhänger beider Clubs waren über Sicherheitszäune geklettert und hinter den Fanblöcken am Marathontor aufeinander losgegangen. Dabei flogen Steine und Flaschen. Grund dafür soll eine vorausgegangene Festnahme eines Darmstädter Fans gewesen sein.

Die Beamten mussten die Krawallmacher mit Hilfe von Pfefferspray trennen. Nach dem Eingriff von Polizei und Ordnungskräften konnte die Situation innerhalb kurzer Zeit wieder beruhigt werden.

"Wir sind zwar noch nicht abschließend und im Detail informiert über das, was sich da hinter dem Marathontor im Einzelnen getan hat, aber das sind Dinge, die wir nicht beim Fußball sehen wollen. Wenn ich zudem höre, dass über 50 Personen dabei Schaden genommen haben, fehlt mir jedes Verständnis. So etwas ist eine Schande für den Sport. Nach meinen bisherigen Erkenntnissen ging die Gewalt von den Gästefans aus", sagte Erfurts Präsident Rolf Rombach.

Die Verantwortlichen von Darmstadt 98 wollten sich noch nicht zu den Vorfällen äußern. Geschäftsführer Michael Weilguny kündigte gegenüber dem "Hessischen Rundfunk" jedoch eine schnelle Aufklärung an. In jedem Fall drohen beiden Vereinen empfindliche Strafen durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Das Spiel gewann Rot-Weiß Erfurt vor 4978 Zuschauern 2:0 (1:0).

leh/dapd/dpa

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1. Wo ist das Problem?
sappelkopp 28.08.2011
Soetwas ist auf deutschen Fußballplätzen nahezu an jedem Wochenende zu sehen. Drakonische Strafen durch den DFB sind das einfachste Mittel, dann kümmern sich die Vereine auch um die Fans.
2. .
Zavi85 28.08.2011
Kann man für solche Leute nicht ein paar Jahre ein Verbot verhängen. Wenn man das schon liest, Flaschen und Steine fliegen durch die Luft. Was ist mit dem Vater der mit seinen Kindern ein Spiel sehen will und dann von einem Ziegelstein erschlagen wird? Kann man denn niemanden mehr in die Verantwortung ziehen?
3. Aha,...
semper-idem 28.08.2011
...55 Verletzte, davon 39 Polizeibeamte, Ordnungskräfte u. Sanitäter. Abgesehen davon, dass sich ein frustrierter Polizeibeamter schon mit einer leichten Hautrötung verletzt meldet, wird die ganze Sache doch vollkommen falsch gehandhabt. Warum schreitet die Polizei überhaupt ein? Die Hardcore-Schlägertruppen beider Vereine gehören gemeinsam auf einen Tribünenabschnitt gesperrt. Dort können sie sich ungestört gegenseitig die hirnlosen Schädel einschlagen. Je ernsthafter die Verletzung, desto länger bleiben sie zukünftigen Spielen fern.
4. Wo sind die Clubverantwortlichen?
hierro 28.08.2011
Zitat von sysopWährend*des Spiels*zwischen Rot-Weiß Erfurt und Darmstadt 98 ist es zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen. Fans beider Clubs kletterten über Sicherheitszäune und gingen aufeinander los. Es flogen Steine und Flaschen. Insgesamt wurden mehr als 50 Personen verletzt. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,782946,00.html
Jeder Zuschauer soll sich auch im Fußballstadion "artikulieren" dürfen. Zu fragen ist jedoch, wo die Grenze zu ziehen ist. Zum Glück sind unsere Fußballfans noch nicht so weit, dass sie nach südamerikanischem Vorbild von den Rängen aus auf Schiedsrichter oder Spieler schießen. Aber alles andere wird von dieser "Ball-Gesellschaft" schon praktiziert. Eigentlich ist es jetzt an der Zeit, die verantwortlichen Clubvertreter zu fragen, ob sie diesen Schwachsinn der Fußballfans noch mitmachen wollen und der Gesellschaft zumuten können. Die Initiatoren und Mitwirkenden der Erfurter Auseinandersetzungen haben in den Stadien nichts mehr zu suchen. Es wäre interessant zu erfahren, wie diese "Gesellschaftsschädiger" ihren Lebensunterhalt bestreiten oder ob der Steuerzahler für sie aufkommen muss.
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