Aufstieg in Zweite Liga Dynamo Dresden feiert ohne Fans

Dresden ist dank eines Unentschiedens in Magdeburg aufgestiegen. Beim Auswärtsspiel kam es zum Eklat: Mehr als 700 Dynamo-Anhänger durften nicht ins Stadion, die Polizei soll nach Angriffen auf sie mit übertriebener Härte vorgegangen sein.

Pyrotechnik in Magdeburg
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Pyrotechnik in Magdeburg


Dynamo Dresden ist in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Im Ostduell beim 1. FC Magdeburg reichte ein 2:2 (1:0) für die Rückkehr in Liga zwei. Der Ausgleichtreffer von Justin Eilers in der 67. Minute machte den Aufstieg perfekt. Zuvor hatte Dynamo 0:2 in Rückstand gelegen.

Das Duell wurde überschattet von umstrittenen Polizeimaßnahmen. Vor der Partie soll mehr als 700 Dynamo-Anhängern der Zutritt ins Stadion verwehrt worden sein. Auf Twitter sprechen Beobachter von willkürlichen Aktionen gegen die mitgereisten Dresden-Fans: Von übertriebener Gewalt und dem Einsatz von Pfefferspray ist die Rede.

Die Sicherheitsbehörden stellen die Dinge anders dar. Nach Angaben der Polizeidirektor Sachsen-Anhalt Nord kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Dresdner Problemfans. Beamte seien durch aggressive Anhänger verletzt worden, twitterte die Polizei.

Aufgrund "massiver Angriffe" auf Beamte wurde der Einsatz von Wasserwerfern vorbereitet. Der gastgebende Verein entschied, 700 Anhänger aus der sächsischen Landeshauptstadt nicht mehr ins Stadion zu lassen.

Auch während der Partie kam es zu Ausschreitungen. Nach dem 2:2 durch Eilers musste das Spiel unterbrochen werden. Aus dem Dresdner Block flogen Gegenstände in den Magdeburger Zuschauerbereich. Es kam wie bereits vor dem Anpfiff zum Einsatz von Pyrotechnik. Spieler und SGD-Sportdirektor Ralf Minge versuchten die Fans zu beruhigen.

Insgesamt waren rund zweitausend Gäste-Anhänger in Magdeburg erwartet worden. Rund tausend von ihnen hatten sich an einem Marsch zum Stadion beteiligt. Die Polizei war mit etwa tausend Beamten aus sechs Bundesländern im Einsatz, um die verfeindeten Fangruppen zu trennen. Ruhiger ging es in Dresden zu, dort feierten viele Tausende den Aufstieg im heimischen Stadion.

Der Spitzenreiter hatte zwischenzeitlich 0:2 in Rückstand gelegen. Doch Treffer von Pascal Testroet (63. Minute) und Eilers sorgten für den Ausgleich. Für den FCM hatten zuvor Michael Niemeyer (40.) und Manuel Farrona Pulido (60.) getroffen. Bei noch vier zu spielenden Partien kann Dresden mit 14 Punkten Vorsprung auf Rang drei nicht mehr eingeholt werden.

jan/dpa/sid



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