Englischer Fußball Chelsea-Star tritt Balljungen in den Bauch

Es war eine unfassbare Attacke: Balljunge Charlie Morgan wollte beim Spiel Swansea gegen Chelsea das Spielgerät nicht sofort rausrücken - da trat der Londoner Eden Hazard dem Jugendlichen in den Bauch. Hazard bekam die Rote Karte.

AFP

Hamburg - Eigentlich sind Balljungen dazu da, das Spiel zu beschleunigen, sie sollen dafür sorgen, dass das Spielgerät immer zur Verfügung steht. Ein bei der Ligapokal-Partie zwischen Swansea City und dem FC Chelsea eingesetzter Jugendlicher hatte offenbar andere Absichten. Als Eden Hazard zu ihm kam, wollte Charlie Morgan, so heißt der Balljunge, die Kugel einfach nicht rausrücken und legte sich stattdessen auf sie.

Hazards Reaktion? Er trat Morgan in den Bauch - und bekam dafür die Rote Karte. Der Junge krümmte sich am Boden, konnte später aber weitermachen. Die Polizei von Süd-Wales bestätigte gegenüber der BBC, dass sie Ermittlungen aufnehmen wird. "So etwas kann man einem Jungen nicht antun", sagte Swansea-Kapitän Ashley Williams.

"Ich denke, Hazard wird die Szene bereuen, wenn er sie noch einmal sieht. Der Balljunge hätte den Ball direkt rausgeben sollen, aber er wurde erst geschubst und dann getreten", so Swansea-Trainer Michael Laudrup.

Später sprachen sich die beiden aus, wie Hazard dem Sender Chelsea TV sagte: "Der Balljunge kam in den Umkleideraum, wir haben uns kurz unterhalten. Ich habe mich entschuldigt und der Junge hat sich entschuldigt. Es ist vorbei. Es tut mir leid."

Der 22-jährige Hazard war erst im Sommer für 40 Millionen Euro vom OSC Lille zu Chelsea gewechselt. Der offensive Mittelfeldspieler hatte in bisher 23 Premier-League-Partien sechsmal getroffen, auch im Ligapokal war er schon zweimal erfolgreich. Es war zudem sein erster Platzverweis der Spielzeit.

Tremmel darf von der Europa League träumen

Für Chelsea war es der Tiefpunkt einer ohnehin misslungenen Partie. Die "Blues" spielten beim Außenseiter nur 0:0 und sind damit nach der 0:2-Hinspielpleite im Halbfinale des Ligapokals ausgeschieden. So jubelte stattdessen der Deutsche Gerhard Tremmel, der in beiden Spielen im Tor von Swansea stand und nun überraschend um den Pokal spielt.

Der einzige walisische Premier-League-Club spielt nun um den ersten großen Titel in der 101-jährigen Vereinsgeschichte. Die "Swans" treffen am 24. Februar in Wembley auf den Sensationsfinalisten Bradford City: Der Viertligist hatte sich gegen Aston Villa durchgesetzt. Der Sieger qualifiziert sich für die Gruppenphase der Europa League 2013/2014.

leh/sid/dpa



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insgesamt 127 Beiträge
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Kekser 23.01.2013
1. Stresssituationen
bringen manchmal erstaunliche Verhaltensweisen hervor. Der Balljunge hat seine Aufgabe klar verfehlt, da kann man schon mal wütend werden. Gutes zureden hätte in der Situation auch nichts geholfen. Getreten hätte ich wohl nicht, aber zimperlich wäre ich auch nicht gewesen.
tadamtadam 24.01.2013
2. also naja...
... das, was man auf dem video sieht, ist, dass der spieler nicht in den bauch tritt, sondern dass er den ball unter seinem körper rausstupsen will. die schauspieleinlage des balljungen ist auch eher peinlich. der verein sollte den balljungen auch für mehrere spiele sperren für seine dummheit.
alaunemad 24.01.2013
3.
Chelsea-Coach Rafael Benitez sagte: "Er war versucht und wollte den Ball haben." Was heißt das denn auf Deutsch?
funnyone2007 24.01.2013
4. rote karte berechtigt
aber der Balljunge gehört lebenslang als Balljunge gesperrt. Legt sich auf den Ball wie ein Torhüter ind klammert ihn fest. grob unsportlich und rortzfrech. Irgendwie braucht er sich da nicht wundern, auch wenn das vom Spieler zu krass war.
tylerdurdenvolland 24.01.2013
5. Welche Heuchelei !
Es ist mir egal wie viele Gut-Menschen meinen dies sei ein armer bemitleidenswerter Balljunge. Er ist ein Musterbeispiel dafür dass es nicht um den Fussball, sondern NUR ums Siegen geht, egal mit welchen Mitteln. Jeder der selber Fussball spielet weiss ganz genau wie unsportlich, nervend und provozierend diese Art von Zeitschinderei ist. Und es ist bezeichnend, dass das Wort im Artikel nicht mal auftaucht. Der Gegner mnuss mit allen Mittlen zu einer Unbeherrschtheit provoziert werden, um dann vielleicht vom Platz gestellt zu werden und damit dem eigenen Verein einen Vorteil zu verschaffen. Bei den Bayern war es zuletzt Ribery, aber anderen vereinen geht es ebenso. Unsportlich in höchstem Masse, widerlich!
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