Von Benjamin Reister und Marco Klewenhagen
Hoffnung auf weitere Zuwächse versprach die vom DFB angestoßene Suche nach einem Liga-Sponsor. Die Erwartungen konnten jedoch nicht erfüllt werden. Nachdem die Frist für potentielle Interessenten zunächst verlängert worden war, wurde die Suche ergebnislos abgebrochen. Offenbar war keiner der Interessenten bereit, den aufgerufenen Preis von geschätzten drei Millionen Euro jährlich zu bezahlen. Einem Drittligisten hätte ein solcher Deal durchaus Mehreinnahmen von 100.000 bis 150.000 Euro bringen können.
Doch statt Enttäuschung überwiegt Verständnis bei den Vereinen der Dritten Liga: "Natürlich hatten wir insgeheim mit einem Liga-Sponsor gerechnet," sagt Großmann von Erzgebirge Aue, "aber aus eigener Erfahrung wissen wir, dass sich die Sponsorensuche immer schwieriger gestaltet." Unter dem Strich haben die Clubs der Dritten Liga - auch ohne Liga-Sponsor - laut DFB-Report in der Saison 2008/09 aus Fernsehen, Werbung, Spielbetrieb und Sonstigem, durchschnittlich Gesamterträge von 5,6 Millionen Euro erzielt. Damit konnten die eingeplanten Erträge um insgesamt 19 Prozent übertroffen werden.
Dennoch ist nicht alles so rosarot, wie es scheint. Denn trotz aller Steigerungen erzielten die Drittliga-Clubs im Durchschnitt ein negatives Jahresergebnis von 385.000 Euro. Lediglich drei Clubs vermeldeten ein positives Jahresergebnis. "Diese Entwicklung ist insbesondere auf die Personalaufwendungen für den Bereich Spielbetrieb zurückzuführen", sagt Großmann.
Kosten für Spielergehälter explodieren
Die Ausgaben für Spielergehälter lagen durchschnittlich 605.000 Euro über den Planungen. "Die verhältnismäßig hohen Gehälter in Liga 3 sind ein großes Problem, aber aufgrund der Spielklassenstruktur unvermeidbar", sagt Stephan Beutel von Rot-Weiß Erfurt. Schließlich würde ein Abstieg in die Regionalliga "einen langfristigen Abschied aus dem Profifußball bedeuten". Um dieser Gefahr aus dem Weg zu gehen, seien die Vereine auch bereit "Gehälter auf dem unteren Niveau der Zweiten Bundesliga zu bezahlen", so der Manager des Ostclubs.
Darüber hinaus kritisieren einige Drittligisten, dass der Deutsche Fußball-Bund die Aufwendungen für einen Club in der Dritten Liga nicht realistisch eingeschätzt habe. "Wir müssen sowohl im Bereich der Reisekosten als auch bei den Spielergehältern einen ähnlichen Aufwand wie die Clubs der Zweiten Bundesliga bewältigen. Hierfür haben wir jedoch deutlich weniger Fernsehgelder zur Verfügung. Das macht es im Endeffekt schwer, die Dritte Liga wirtschaftlich zu stemmen", sagt Wuppertals Manager Markus Bayerts.
Im Endeffekt stimmen jedoch auch die Vertreter der Drittligisten in den positiven DFB-Report mit ein: Das neu eingeführte Format habe sich bereits nach der ersten Saison etabliert, so der Tenor innerhalb der Liga. Insbesondere die Erträge der Drittligisten konnten in neue Dimensionen vorstoßen und so der Abstand zur 2. Bundesliga zumindest in Teilen verringert werden. Langfristig gesehen jedoch, müsse die Gleichung zweitklassige Aufwendungen gegenüber drittklassigen Fernseheinnahmen korrigiert werden.
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