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Einigung mit Adidas: DFB verzichtet auf 250 Millionen Euro

Ein Problem ist gelöst, doch das nächste wartet bereits: Das DFB-Präsidium hat beschlossen, den Vertrag mit dem langjährigen Ausrüster Adidas zu verlängern. Das deutlich höhere Angebot des Konkurrenten Nike schlug der Verband aus - sehr zum Unmut der Bundesliga.

Frankfurt am Main - Das DFB-Präsidium stimmte heute dem Vergleichsvorschlag mit Adidas zu. Gegen die Stimmen der drei Vertreter der Bundesliga nahm der Verband damit den vom Schiedsgericht angemahnten Vergleich an und entschied sich gegen einen möglichen 500-Millionen-Euro-Deal mit dem Adidas-Rivalen Nike. Der US-Gigant hatte den Deutschen in Folge des "Schuh-Kriegs" dieses Angebot gemacht und versucht, den größten Konkurrenten in dessen Heimatmarkt auszustechen. Nikes Deutschland-Chef Hubertus Hoyt hatte den deutschen Verband kürzlich eindringlich vor einer Einigung mit Adidas gewarnt.

Adidas- und Nike-Schuhe, DFB-Trikot: Partnerschaft verlängert
DPA

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Der DFB setzt auf Kontinuität, verzichtet aber auf rund 250 Millionen Euro. Adidas wird für die Ausrüstung der Nationalelf statt bisher 11 ab sofort 20 Millionen Euro und ab 2011 25 Millionen per annum zahlen. Darüber hinaus wird der DFB-Partner den Bau von Bolzplätzen finanziell unterstützen. Nike hatte für einen neuen Achtjahres-Vertrag ab dem 1. Januar 2011 62,5 Millionen Euro pro Jahr geboten - ebenfalls garniert mit der Zusage, den Fußballnachwuchs durch den Bau von Bolzplätzen zu unterstützen.

Dem DFB-Präsidium gehören insgesamt zwölf Personen an, drei davon stellt die Deutsche Fußball-Liga als Vertreterin der 36 deutschen Proficlubs. DFL-Präsident Reinhard Rauball ist 1. Vizepräsident des Präsidiums unter Vorsitz von DFB-Boss Theo Zwanziger. Neben Rauball haben auch DFL-Geschäftsführer Christian Seifert und Ligaverbands-Vize Peter Peters Sitz und Stimme in dem DFB-Gremium.

Alle drei stimmten gegen den Vergleichsvorschlag, aus finanziellen Beweggründen: Die DFL-Clubs erhalten aus dem Ausrüsterdeal 18 Prozent pro Jahr - was im Vergleich zu dem wesentlich höher datierten Nike-Angebot eine Differenz von rund fünf Millionen Euro per annum ausmacht. Während DFB-Boss Theo Zwanziger am Freitag keine Stellung nahm, äußerte Ligaverbands-Präsident Rauball deshalb scharfe Kritik. "Sowohl in Bezug auf die Laufzeit als auch auf Vertragsinhalte bestehen erhebliche Bedenken", erklärte Rauball: "Die Tatsache, dass die Liga-Vertreter als Treuhänder den Interessen der 36 Profi-Clubs verpflichtet sein müssen, hat eine Zustimmung unmöglich gemacht."

Rauball zeigte für das Votum gegen Nike kein Verständnis. "Angesichts der Tatsache, dass wir extrem kurzfristig detaillierte Informationen und Unterlagen erhalten haben und darüber hinaus keine Akteneinsicht nehmen konnten, haben wir zusätzliche Schritte zur Klärung der Angelegenheit angeregt", sagte Rauball.

goe/sid

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