Einsatz auf Schalke Fan-Bündnis kündigt Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft Dialogbereitschaft auf

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft hat sich mit seinen Äußerungen zum Polizeieinsatz auf Schalke wenig Freunde gemacht. Ein einflussreiches Fan-Bündnis spricht von "respektloser Verhöhnung und Provokation" und hat ihm nun die Dialogbereitschaft aufgekündigt.

Polizeieinsatz im Schalke-Block: Kritik von Fan-Bündnis
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Polizeieinsatz im Schalke-Block: Kritik von Fan-Bündnis


Hamburg - Sportlich ist die Partie in der Qualifikation zur Champions League zwischen Schalke 04 und Paok Saloniki bereits abgehakt, der Bundesligist konnte sich am Dienstag im Rückspiel (3:2) durchsetzen. Anders sieht es auf der Ebene der Fans aus - sie beschäftigt weiterhin der umstrittene Polizeieinsatz im Hinspiel.

Die bundesweite Vereinigung ProFans, die sich für Belange von Fans und Ultras einsetzt, hat nun Konsequenzen aus dem Vorfall und den darauffolgenden Diskussionen gezogen - und einem wichtigen Ansprechpartner aufseiten der Polizei die Dialogbereitschaft aufgekündigt.

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"Nur mit gegenseitigem Respekt und in sachlichen Diskussionen lassen sich mögliche Differenzen klären", schreibt ProFans nun in einer Pressemitteilung, nach Ansicht des Bündnisses sind diese Voraussetzungen bei Rainer Wendt nicht mehr gegeben. Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) habe durch seine "regelmäßigen Auftritte für besonders viel Unruhe gesorgt", heißt es in der Mitteilung. "Da ProFans jede Sachlichkeit in seinen Aussagen vermisst, sieht sich die Fanorganisation außer Stande, Rainer Wendt als Gesprächspartner wahrzunehmen."

Bei dem Spiel zwischen Schalke und Saloniki hatte eine Hundertschaft der Polizei den Block der Gastgeber gestürmt, weil sich Schalke-Fans geweigert hatten, eine mazedonische Flagge abzunehmen. Durch diese fühlten sich die griechischen Anhänger angeblich derart provoziert, dass sie mit einem Block- und Platzsturm drohten, sollte die Flagge hängen bleiben. Daraufhin ging die Polizei in den Schalker Block.

"Respektlose Verhöhnung und Provokation"

Kritik des Gastgebers an dem Vorgehen hatte Wendt zurückgewiesen: "Wir als Deutsche Polizeigewerkschaft stehen voll hinter der Einsatzentscheidung", schrieb er in einem Beitrag für die "Sport Bild" und kritisierte die Schalke-Vorstände Horst Heldt und Peter Peters: "Wenn Herr Heldt und Herr Peters behaupten, der Pfefferspray- und Schlagstock-Einsatz seien unverhältnismäßig gewesen, muss ich sagen: Sie haben gar keine Ahnung und sollten öffentlich erst mal den Mund halten."

Für ProFans stellten Wendts Aussagen für die bei der Aktion Verletzten "eine respektlose Verhöhnung und Provokation" dar: "Einen solchen Polizeieinsatz (...) als 'verhältnismäßig' zu bezeichnen und davon zu sprechen, dass 'wir nicht auf dem Kinderspielplatz, sondern im Fußballstadion' seien, ist eine unverschämte Provokation an alle Fußballfans bundesweit."

luk

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