Abstieg in die dritte Liga Nach zehn Jahren - Braunschweig trennt sich von Lieberknecht

Eine Ära geht zu Ende: Torsten Lieberknecht ist nicht länger Trainer von Eintracht Braunschweig. Der Klub ist am Sonntag in die dritte Liga abgestiegen.

Braunschweiger Trainer Torsten Lieberknecht (links), der Jan Hochscheidt tröstet
DPA

Braunschweiger Trainer Torsten Lieberknecht (links), der Jan Hochscheidt tröstet


Eintracht Braunschweig hat sich nach dem Zweitliga-Abstieg von seinem Trainer Torsten Lieberknecht getrennt. Der Coach erhalte keinen Vertrag für die dritte Liga, teilte der Klub mit. Das sei "die einvernehmliche Entscheidung" nach einem Gespräch der Verantwortlichen mit dem 44-Jährigen.

Lieberknecht, der nach dem Abstieg keinen gültig Vertrag mehr hatte, war fast auf den Tag genau zehn Jahre für die Niedersachsen tätig und hatte die Eintracht 2013 in die Bundesliga geführt. Am Sonntag hatte Braunschweig in Kiel 2:6 verloren und war damit auf den 17. Tabellenplatz zurückgefallen. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

"Es ist ein schwerer Tag, mehr kann ich jetzt noch nicht dazu sagen, weil die Gefühlswelt noch komplett leer ist", sagte Lieberknecht nach dem Spiel in Kiel. Es sei die "schwärzeste Stunde" in seiner zehnjährigen Amtszeit gewesen.

Torsten Lieberknecht wird von einem Fan getröstet
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Torsten Lieberknecht wird von einem Fan getröstet

Am 12. Mai 2008 hatte der damals 34 Jahre alte Lieberknecht den Trainerjob von Benno Möhlmann in Braunschweig übernommen, der Klub gehörte zu diesem Zeitpunkt noch der Regionalliga Nord an. In seinem ersten Pflichtspiel als Braunschweiger Chefcoach holte Lieberknecht ein 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf. Es war der Beginn einer langen Zusammenarbeit, die bereits wenige Wochen später mit der Qualifikation für die neu gegründete dritte Liga erste Erfolge zeigte.

Es folgten weitere Aufstiege mit Lieberknecht: 2011 erreichte Braunschweig die zweite Liga. Zwei Jahre später stieg die Eintracht sogar in die Bundesliga auf, dort hielt sich der Verein aber nur ein Jahr. Danach gehörte Braunschweig zu den stärkeren Zweitliga-Teams, im vergangenen Jahr scheiterten Lieberknecht und sein Team erst in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg am erneuten Bundesliga-Aufstieg. Nun folgte der Abstieg in die dritte Liga.

Eintrachts Sportlicher Leiter Marc Arnold will in den nächsten zwei Wochen einen neuen Cheftrainer präsentieren.

jan

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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
maxehaxe 14.05.2018
1. Eine Frechheit sondergleichen
Ja, frische Luft auf der Trainerbank scheint nötig. Nun aber kann Marc Arnold, der seit zwei Jahren nicht einen zweitligatauglichen Neuzugang präsentieren konnte, sich sein Bauernopfer suchen. Wie möchte denn der Herr nun, nach dem Absturz in Liga 3 und damit verbundenen Gastspielen in Meppen, Lotte oder Großaspach, noch Spieler, die geradeaus laufen können, in die Mutterstadt des deutschen Fußballes locken? Das Geld saß schließlich noch nie locker bei der Eintracht. Umso bewundernswerter war es, was daraus gemacht wurde. Doch jetzt scheint der kurzweilige Glanz wieder verflogen. Als Fast-Aufsteiger im letzten Jahr hätte man ganz andere Leute locken können, statt aussortiertes Spielermaterial anderer Zweitligisten. Man hat der Mannschaft einfach in den letzten Wochen angesehen, dass die Qualität nicht reichte. Der Wille war zu erkennen, mehr aber nicht. Umso verwunderlicher, dass dafür nun der Trainer einstehen muss, während die sportliche sowie die Geschäftsleitung - welche sich im Verein in den vergangenen Jahren noch ganz andere Abseitsfallen erlaubt hat - nicht zur Verantwortung gezogen wird. Herr Ebel, bitte durchgreifen - Das Duo Arnold/Lieberknecht hat viel geleistet in Braunschweig. Es kann nicht sein, dass nun einer der beiden den anderen opfert, und das in einer so schwierigen Lage, vielleicht am Scheideweg der künftigen Vereinsgeschichte. Denn eines ist Gewiss - der Gang aus der Regionalliga zurück in den bezahlten Fußball ist ein noch viel härterer.
pharmakon 14.05.2018
2. menno.
jetzt steigen eure Freunde endlich auf und ihr habt nix besseres zu tun, als abzusteigen... seht zu, dass ihr nächste Saison wieder oben seid. blau-weiße Grüße aus Magdeburg
widower+2 14.05.2018
3. Seien Sie unbesorgt
Zitat von maxehaxeJa, frische Luft auf der Trainerbank scheint nötig. Nun aber kann Marc Arnold, der seit zwei Jahren nicht einen zweitligatauglichen Neuzugang präsentieren konnte, sich sein Bauernopfer suchen. Wie möchte denn der Herr nun, nach dem Absturz in Liga 3 und damit verbundenen Gastspielen in Meppen, Lotte oder Großaspach, noch Spieler, die geradeaus laufen können, in die Mutterstadt des deutschen Fußballes locken? Das Geld saß schließlich noch nie locker bei der Eintracht. Umso bewundernswerter war es, was daraus gemacht wurde. Doch jetzt scheint der kurzweilige Glanz wieder verflogen. Als Fast-Aufsteiger im letzten Jahr hätte man ganz andere Leute locken können, statt aussortiertes Spielermaterial anderer Zweitligisten. Man hat der Mannschaft einfach in den letzten Wochen angesehen, dass die Qualität nicht reichte. Der Wille war zu erkennen, mehr aber nicht. Umso verwunderlicher, dass dafür nun der Trainer einstehen muss, während die sportliche sowie die Geschäftsleitung - welche sich im Verein in den vergangenen Jahren noch ganz andere Abseitsfallen erlaubt hat - nicht zur Verantwortung gezogen wird. Herr Ebel, bitte durchgreifen - Das Duo Arnold/Lieberknecht hat viel geleistet in Braunschweig. Es kann nicht sein, dass nun einer der beiden den anderen opfert, und das in einer so schwierigen Lage, vielleicht am Scheideweg der künftigen Vereinsgeschichte. Denn eines ist Gewiss - der Gang aus der Regionalliga zurück in den bezahlten Fußball ist ein noch viel härterer.
Die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern, dass Marc Arnold neuer sportlicher Leiter beim HSV wird. Ob das nun eine gute Nachricht für Braunschweig oder für Hamburg ist, vermag ich nicht zu beurteilen.
harry2405 14.05.2018
4. @macehaxe
@Maxehaxe: Sie hätten es nicht besser auf den Punkt bringen können. Als Braunschweiger bin ich Torsten Lieberknecht dankbar für seine großartige Leistung in den letzten 10 Jahren. Wer weiß, wo wir jetzt ohne ihn wären. Danke, Torsten!
the great sparky 14.05.2018
5. droht nun massen-harakiri in bs?
ein gewisser teil der fans ist ja dem "totte" in unerschütterlicher treue ergeben. manche choreo hatte schon etwas von personenkult mit gesteigertem fremdschäm-charakter. und nun trennen sie sich einvernehmlich? er lässt "seine" fans einfach zurück? egal, eintracht ist alles - zeit das stadion nach ihm umzubenennen oder ihm ein denkmal zu bauen. now, we walk alone!
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