Dortmunder Remis in Frankfurt Trost und Pflaster

Zwei Traumtore und ein Punkt für jeden: Dortmunds Spieler ärgerten sich nach dem Remis in Frankfurt über den vergebenen Sieg - die BVB-Fans hingegen denken schon in größeren Zusammenhängen.

Jovic, Hakimi
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Jovic, Hakimi

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Moment des Spiels: So spektakulär die Partie mitunter war, der laute Jubel der Dortmund-Fans in der 89. Minute hatte nichts mit dem Geschehen auf dem Platz zu tun - sondern mit dem dritten Treffer von Bayer Leverkusen gegen Bayern München. Als das Resultat auf dem Videowürfel aufleuchtete, war dem BVB-Anhang klar: dieses Remis gegen die Eintracht war ein Erfolg im Kampf um die Meisterschaft. Oder zumindest "ein schwacher Trost", wie BVB-Keeper Roman Bürki nach dem Spiel bei Sky sagte. Sieben Punkte haben die Dortmunder nun Vorsprung auf Platz zwei.

Ende der Serie: Noch nie hatte der BVB nach 19 Spieltagen so viele Punkte wie in dieser Saison, nämlich 48. Nun, nach 20 Spieltagen, sind es 49 Punkte - und nicht mehr Bestwert. In der Saison 2010/2011 holten Jürgen Klopps Dortmunder 50 Punkte aus 20 Spielen und wurden Meister. Der Titelgewinn stand damals schon vor dem letzten Spiel fest, der Gegner damals: Eintracht Frankfurt. Der BVB riss sich nach all den Feierlichkeiten zusammen, gewann 3:1 - und Frankfurt stieg ab.

Das Ergebnis: 1:1 (1:1), hier geht's zum Spielbericht.

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Bundesliga: Ein Remis, das sich nach mehr anfühlt

Die erste Hälfte: Dortmund schaffte es die meiste Zeit, seine offensive Stärke einzubringen und gleichzeitig Frankfurt nicht zu viel Platz für deren Spezialität zu geben: die schnellen Konter. Einzig, dass aus der Vielzahl an Chancen nur ein Tor hervorging, konnte man aus BVB-Sicht lange bemängeln. Vor allem Marco Reus vergab beste Gelegenheiten. Frankfurt hatte nach drei Minuten eine gute Chance durch Danny da Costa, danach dauerte es bis zur 30. Minute, ehe der Gastgeber wieder gefährlich wurde. Ante Rebic scheiterte einmal an Roman Bürki und einmal an der Latte. Die beiden Tore durch Marco Reus (22. Minute) und Luka Jovic (36.) waren so schön, dass man sie gesondert würdigen muss.

Marco Reus zeigt auf Raphael Guerreiro (nicht im Bild)
AP

Marco Reus zeigt auf Raphael Guerreiro (nicht im Bild)

Die zweite Hälfte: Das Tempo war nach der Pause deutlich gedrosselt im Vergleich zur ersten Hälfte. Auch die Höhepunkte wurden rar. In der 57. Minute parierte BVB-Keeper Bürki einen Schuss von Rebic. Paco Alcácer erlebte mit Kevin Trapp auf der Gegenseite Ähnliches (67.). Die letzte Chance der Partie hatte Alcacer, dessen Freistoß aber knapp übers Tor ging (84.).

Begleitperson des Spiels: Leider sind die Bundesliga-Profis noch nicht verkabelt. Vielleicht hätte man sonst mit anhören können, wie Raphael Guerreiro und Marco Reus ihr kleines Meisterwerk zum 1:0 planten. Es begann mit einem doppelten Doppelpass der beiden Dortmunder im Mittelfeld, dann dribbelte sich Guerreiro durch einen Pulk Frankfurter Abwehrspieler, legte quer und seine Begleitperson Reus schob den Ball ins Tor.

Jovic trifft zum 1:1
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Jovic trifft zum 1:1

Galopper des Spiels: Wie ein Rennpferd in der Startbox trippelte Luka Jovic im Dortmunder Strafraum. Zum einen korrigierte der Frankfurter Stürmer so seine Position, um ja nicht im Abseits zu stehen. Zum anderen schien er voller Vorfreude auf das, was da kommen sollte: der Ball. Als Danny da Costa dann endlich flankte, ließ Jovic seine Aufpasser stehen, sprang ab und drehte sich in der Luft so, dass er die Flanke mit der äußeren Fußspitze zum 1:1 verwertete. Eigentlich hatte sein Sturmpartner Sébastien Haller hinter ihm deutlich besser gestanden, aber: wer trifft, hat recht. Und Jovic hat sehr oft recht, es war das 14. Saisontor des besten Bundesliga-Torjägers.

Nicht außen vor: Dortmunds Achraf Hakimi und Frankfurts Filip Kostic haben ihre Abwehrketten unterstützt, wenn das gefragt war. Vor allem aber waren beide Linksaußen immer wieder in den Spielaufbau eingebunden. 108 Ballaktionen für Hakimi, der nach einem Zusammenprall mit einem großen Pflaster auf der Stirn spielte, und 91 für Kostic waren jeweils Mannschaftsbestwert. Die 35 Sprints von Hakimi waren zudem Höchstwert beim BVB, Kostic (34) liegt damit mannschaftsintern auf Platz drei hinter Gelson Fernandez (39) und Ante Rebic (37).



insgesamt 3 Beiträge
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harronal 02.02.2019
1. Hakimi und "Unterstützung seiner Abwehrkette"???
Ich hab das eher unter Fremdschämen angesiedelt, was er da vor allem in Halbzeit 2 an katastrophalen und gottseidank folgenlosen Böcken zusammengekickt hat.
gammoncrack 02.02.2019
2. Ach, nicht weinen!
Natürlich wäre ein Sieg möglich gewesen (Herr Reus, bitte etwas konzentrierter!), aber nach der nicht unbedingt erwarteten Niederlage der Bayern in Leverkusen, sollte man auch irgendwie froh sein, dass man nicht, und das kann bei solchen Spielen immer mal passieren, verloren hat.
MyMoon 02.02.2019
3. Held
Zitat von harronalIch hab das eher unter Fremdschämen angesiedelt, was er da vor allem in Halbzeit 2 an katastrophalen und gottseidank folgenlosen Böcken zusammengekickt hat.
Letzte Woche noch der Held mit einem Tor und einer genialen Vorlage und heute "Bock zusammengekickt"? Dann haben wir beide nicht dasselbe Spiel gesehen. Das Gegentor ging nicht auf seine Kappe und die vielen super Pässe mit einer sehr guten Trefferquote zählen nicht? Ich vermute sie haben etwas persönliches Gegen den Spieler, denn Dortmund dürfte sich glücklich schätzen solch einen super Spieler wenigstens für 2 Jahre im Kader zu haben. P.S. Frankfurt gehört vor allem was den Sturm angeht zu den Topmannschaften der Bundesliga und wenn Jovic und Rebic weiter so spielen landen die bald in der Premier league oder bei den Bayern. Da kann man sich schon mal ein Tor einfangen.
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