Hamburg - Für Carlos Tévez geht der Eklat von München einigermaßen glimpflich aus. Eine Kündigung, die von Trainer Roberto Mancini angedroht worden war, ist vorerst vom Tisch, stattdessen wird der Manchester-City-Stürmer lediglich für zwei Wochen vom Training und von Spielen suspendiert. Das teilte der englische Fußballverein auf seiner Homepage mit - einen Tag nach der 0:2-Niederlage in der Champions League gegen Bayern München.
So weit, so gut, könnte man meinen - wäre da nicht noch das liebe Geld. Denn wie der "Guardian" und der "Telegraph" berichten, droht dem 27-jährigen Tévez zudem eine Zahlung in Höhe von etwa 500.000 Pfund (etwa 570.000 Euro) - es wäre die höchste in England je verhängte Geldstrafe für einen Fußballer. Nach Angaben des "Guardian" entspricht diese Summe in etwa Tévez' Einkünften aus zwei Wochen. Mehr erlauben die Regularien des englischen Fußballverbandes (FA) nicht. Allerdings bemüht sich Manchester City den Zeitungsberichten zufolge um weitere rechtliche Schritte gegen den Angreifer. Erst nach einer zeitnahen Anhörung wird sich der Tabellenzweite der Premier League entscheiden, ob Tevez überhaupt eine Zukunft bei ManCity hat.
Der argentinische Nationalspieler Tévez hatte in München seine Einwechslung verweigert und war anschließend von Trainer Roberto Mancini massiv kritisiert worden. "Wenn wir uns als Team verbessern wollen, darf er nicht mehr spielen. Mit mir hat er es sich versaut, er wird nie wieder für City spielen", hatte Mancini getobt. Tévez selbst sprach von einem Missverständnis, "es gab einige Verwirrung auf der Bank, und ich glaube, dass meine Haltung möglicherweise missverstanden wurde".
Mancini ist der große Verlierer der Entscheidung
Der Trainer ist nach der Verkündung des Strafmaßes zunächst der große Verlierer. Der Italiener Mancini, der bereits mehrfach Ärger mit Tévez hatte, machte nach dem Spiel in München keinen Hehl daraus, künftig komplett auf den exzentrischen Spieler verzichten zu wollen. "Können Sie sich vorstellen, dass so etwas ein Spieler von Bayern München, AC Mailand oder Manchester United tut?", fragte Mancini.
Offenbar kam Tévez ein rasch veröffentlichtes Statement zugute. "Ich möchte mich bei allen Manchester-City-Fans, mit denen ich immer eine enge Beziehung hatte, für ein Missverständnis entschuldigen", ließ er am Mittwoch mitteilen. Womöglich hat der Stürmer aber auch einfach Übung in eilig formulierten Reuebekundungen. Theater um Tévez hat in Manchester bereits Tradition.
Der Stürmer, der 2009 für rund 30 Millionen Euro zu den "Citizens" gekommen war und in rund 60 Spielen über 40 Treffer erzielte, hatte erst im Sommer darauf gedrängt, City verlassen zu dürfen. Der Fall schien nach monatelangen Querelen erst mit dem Umzug seiner Familie nach England geklärt.
In der laufenden Premier-League-Saison hat Tévez bisher erst ein Spiel über die volle Distanz bestritten, im Liga-Cup gegen Birmingham City. Mancini vertraute bisher dem Ex-Wolfsburger Edin Dzeko und Zugang Sergio Agüero.
chp/dpa/sid
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