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Eklat beim FC Bayern: Schweinsteiger lässt die Sau raus

So kennt man Bastian Schweinsteiger gar nicht: Bei einem Pressegespräch regte sich der Nationalspieler heftig über Kritik an seinem Führungsstil auf, beschimpfte wüst einen Journalisten - und verließ den Raum. Auch zwischen Philipp Lahm und Arjen Robben herrscht dicke Luft.

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Bayern-Profi Schweinsteiger: "Was du schreibst, ist ein Witz"

Hamburg - Im Endspurt einer bisher verkorksten Saison liegen beim FC Bayern München die Nerven blank: Bastian Schweinsteiger brach nach einem Wutausbruch wild schimpfend eine Pressekonferenz ab. Der Nationalspieler und Ersatz-Kapitän des Rekordmeisters reagierte ungewohnt heftig auf die Kritik an seinem Führungsstil: "Ich bin kein Chefchen. Ich bin lange genug dabei. Jeder hört in der Kabine auf das, was ich sage", wetterte Schweinsteiger und verließ mit zorniger Miene und bajuwarischen Kraftausdrücken vorübergehend die Gesprächsrunde.

Auslöser war nach Informationen der "tz" aus München ein Artikel in der "Sport Bild". Dort wurde über eine angebliche Führungsschwäche Schweinsteigers geschrieben, zudem wurde der Mittelfeldspieler als "Chefchen" bezeichnet. "Ich spiele mit Schmerzen und versuche jedes Mal ein gutes Spiel hinzubringen. Und im Endeffekt bin ich der Idiot, nur weil ich am längsten dabei bin", zitiert die Zeitung Schweinsteiger.

Laut Bild.de hatte der 26-Jährige schon beim Betreten des Raumes die Worte "Was du schreibst, ist ein Witz. Normalerweise, wenn die Leute nicht hier wären, wenn wir unter vier Augen wären, würde ich dir nicht zuschauen", an den Autor des "Sport Bild"-Artikels gerichtet. "Dann würde es anders ausschauen. Das schwöre ich dir. Das wirst du schon sehen. Du musst ordentlich schreiben", fuhr Schweinsteiger demnach fort und verließ die Veranstaltung kurz darauf schimpfend: "Ganz ehrlich, ich habe keine Lust mehr. Wegen so einem Pisser brauche ich mich nicht so zutexten lassen. Arschloch."

Zwei Tage vor dem wichtigen Heimspiel am Samstag gegen Schalke 04 (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) kämpfen die Bayern offenbar nicht nur im Fernduell mit Hannover 96 um Tabellenplatz drei, sondern auch gegen sich selbst. Kapitän Philipp Lahm setzte sich mit deutlichen Worten gegen Arjen Robbens indirekte Kritik zur Wehr - will eine Aussprache mit dem Niederländer. "Klar geht das auch gegen meine Person", sagte der Nationalspieler: "Ich weiß nicht, was Arjens Motivation war. Ich werde das mit ihm besprechen." Robben hatte am Vortag betont, angesichts der angespannten sportlichen Lage fehle ein Führungsspieler wie der zum AC Mailand abgewanderte Mark van Bommel.

Dem FC Bayern drohen bis zu 70 Millionen Euro Einbußen

Eine sportlich doch noch halbwegs versöhnliche Saison und Millioneneinnahmen stehen auf dem Spiel, wenn die Bayern am Samstag die Jagd auf Platz drei fortsetzen. "Es wird eine sehr enge Angelegenheit. Wir müssen alles in die Waagschale werfen", nahm Boss Karl-Heinz Rummenigge im "Bayern Magazin" das Team in die Pflicht.

WM-Torschützenkönig Thomas Müller hatte nach dem 1:1 in Frankfurt die Stimmungslage auf den Punkt gebracht. "Es ist ein Scheißgefühl. Die Qualifikation für die Champions League ist gefährdet", sagte der Nationalspieler. Platz vier bereitet den Bayern-Bossen Alpträume. Europas Vorzeige-Liga ohne die Bayern ist für sie undenkbar - zumal das Finale der kommenden Saison in der Münchner Allianz-Arena stattfindet.

Neben dem sportlichen droht ein finanzielles Schaden. Bis zu 70 Millionen Euro an Startgeld, Prämien, Zuschauereinnahmen sowie Werbe- und TV-Geldern würden dem FC Bayern durch die Lappen gehen, wenn sie dem Emporkömmling aus Hannover den Vortritt in Europas Eliteliga lassen müssten.

Wenn Torwart Manuel Neuer am Samstag bei seinem möglichen neuen Arbeitgeber aufspielt, hat Bayern gleich zwei Rechnungen gegen Schalke offen. Das Hinspiel ging mit 0:2 verloren, und im DFB-Pokalhalbfinale versetzten die "Königsblauen" mit dem 1:0 in München dem Cupverteidiger den K.o. "Unserer Situation in der Bundesliga ist wichtiger als die Revanche gegen Schalke", verwies Schweinsteiger aber auf die prekäre Gesamtlage der Bayern.

luk/dpa

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insgesamt 104 Beiträge
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1. tja,
Eimsbüttler 28.04.2011
die Nerven liegen blank, das lässt auf einen letzten Heimsieg des FC St. Pauli am 07. Mai hoffen. Bye Bayern!
2. Richtig so, Schweini
WebFritzi 28.04.2011
Diese daemlichen Sportjounalisten mit ihren bloeden Fragen koennen einem ja auch nur auf die Nerven gehen. Da tun einem ja schon beim Zuschauen im Fernsehen die Ohren weh. Wenn ein Spieler nach etlichen Pressekonferenzen einmal die Nerven verliert, finde ich das angesichts der bloeden Fragen vollkommen ok. Und richtig! Nachtreten erlaubt. Hehe.
3. Kapitän
sanojb 28.04.2011
Schweinsteiger wäre aus dem aktuellen Kader der beste Kapitän. Trotz zuletzt schwacher Form. Das Problem liegt eher darin, dass sich Diven wie Robben oder Ribery nichts sagen lassen. Besonders Robben mit seinem enorm großen Ego lässt sich höchstens von Typen wie Effenberg oder Van Bommel Kommandos geben. Aber definitiv nicht von Lahm.
4. Unverschämtheit
oli345 28.04.2011
Man sollte sich mal in die Lage von Schweinsteiger hinein versetzen. Man muss sich als jemand in seiner Position wohl genug Quatsch über seine Person in der Presse anhören. Sich gegen soetwas effektiv wehren kann man sich nicht. Mich wundert es, dass derartiges Luftablassen daher nicht öfters vorkommt.
5. ..
btsvschorse 28.04.2011
ist schon bitter, wenn das natürliche Anrecht der Bayern auf einen Champignon-Liga Platz von den Nobodys aus Hangover in Frage gestellt wird. Da hat man jahrelang mit den anderen großkotzigen Klubs aus Europa (G8 oder so) den schnarchigen Europokal der Landesmeister in ein hoch profitables Produkt umgewandelt (damals war der sport aber noch interessanter), und dann muss man eventuell in das sportlich und finanzielle Zuschussgeschäft Europa Liga. Gut, dass man diese Saison sehen konnte, dass Geld doch keine Tore schießt, aber das hat man bei der planlosen Personal- und Teamplanung der Bazis immer noch erkannt. Ich fand es als blau-gelber zwar zum Kotzen, dass der niedrsächsische Rivale die CL erreichen kann, aber so ein wenig klammheimliche FReude, über die Bazis kommt dann doch auf ;-)
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