Hamburg - Bei Lukas Podolski liegen die Nerven derzeit offenbar blank: Nach dem 0:1 (0:1) der Deutschen Nationalmannschaft gegen Argentinien sorgte der Kölner in der Interview-Zone für einen Eklat. Der 24-Jährige lieferte sich mit einem Journalisten ein hitziges Wortgefecht und wollte ihm sogar das Handy aus der Hand schlagen. Am Donnerstag entschuldigte sich Podolski für seine Entgleisung via DFB-Homepage.
"Ich fühlte mich von ihm durch einige Anmerkungen zum Spiel provoziert und habe ihm deutlich meine Meinung gesagt. Wenn ich mich im Ton vergriffen habe, entschuldige ich mich dafür", sagte der Stürmer. Zu Vorwürfen, es sei auch zu Handgreiflichkeiten gekommen, stellte er jedoch klar: "Ich habe ihn nicht geschlagen." Auch Teammanager Oliver Bierhoff betonte, "dass es nicht zu Handgreiflichkeiten gekommen ist". Podolski hatte Bierhoff und Bundestrainer Joachim Löw nach dem Vorfall persönlich über das Geschehen informiert.
"Natürlich war bei Poldi die Enttäuschung über die Niederlage groß und dann reagiert man unmittelbar nach dem Spiel oft sehr emotional", sagte Löw. "Trotzdem ist seine unbeherrschte Reaktion nicht zu rechtfertigen. Er hat das auch sofort eingesehen und sich deshalb für seine Wortwahl entschuldigt. Dies akzeptieren wir so."
Der Stürmer war nach der ersten Auseinandersetzung mit dem TV-Reporter schon im Mannschaftsbus verschwunden, kam dann aber noch einmal wutentbrannt in die Interview-Zone zurück. Dort attackierte er den Journalisten erneut verbal. Podolski wollte die Angelegenheit "vor der Tür" austragen. "Komm! Komm! Komm raus!", schrie er, wurde dann aber von Mitarbeitern des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zurückgehalten.
Podolski muss wohl keine Konsequenzen fürchten
Der 70-malige Nationalspieler, der in der Bundesliga seit 1390 Minuten auf ein Tor wartet, spielt im DFB-Team seit April 2009 auf Bewährung. Damals hatte er im WM-Qualifikationsspiel gegen Wales in Cardiff Mannschaftskapitän Michael Ballack auf dem Feld geohrfeigt und sich dafür einen Rüffel von Bundestrainer Joachim Löw und eine Geldstrafe eingehandelt. Dennoch muss Podolski diesmal wohl keine Konsequenzen fürchten.
Am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) steht Podolski erneut im Blickpunkt. Dann kommt es zum Wiedersehen in Köln mit seinem früheren Club Bayern München.
fsc/sid/dpa
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