Grafische Analyse: So besiegte Deutschland die Dänen

Von Nils Lehnebach

Drittes Spiel, dritter Sieg: Deutschland hat sich mit einem Erfolg gegen Dänemark den ersten Platz gesichert. Allerdings agierte das DFB-Team über weite Strecken behäbig, die notwendige Laufbereitschaft fehlte. Auch bei Standardsituationen des Gegners wurden Schwächen offenbart.

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Hamburg - Deutschland steht nach dem 2:1 (1:1)-Sieg gegen Dänemark im EM-Viertelfinale. Viel mehr Positives bot das dritte EM-Spiel allerdings nicht. Das DFB-Team konnte erneut nicht an den teilweise berauschenden Fußball der Qualifikation anknüpfen.

Die deutsche Mannschaft war deutlich bemüht, die Stabilität zwischen Defensive und Offensive aufrecht zu halten. Risiko im Spiel nach vorne gab es nur in Ausnahmefällen. Besonders die Außenverteidiger Lars Bender und Philipp Lahm gingen nur in ganz wenigen Situationen mit nach vorne - immer abgesichert von einem Gegenspieler. Entsprechend selten gab es Überzahlsituationen.

Gefährlich wurde es nur, wenn Deutschland, bedingt durch die im Ballbesitz meist sehr weit außen stehenden Lukas Podolski und Thomas Müller, seinen Freiraum im Zentrum nutzte. Einige Male brachten sich so Mesut Özil und Sami Khedira mit guten Laufwegen in Position, meist war dann der folgende Pass aber nicht gut - oder es fehlte an Anspielstationen.

Und wenn Deutschland dann in gefährlicher Position den Ball hatte, war die Abschlussaktion zu oft schlecht. So vergab Mario Gomez mehrfach weil sein Abschluss technisch unsauber war. Auch Müller scheiterte schon in der sechsten Minute. Mit zunehmender Spielzeit wurde zudem die Laufbereitschaft ohne Ball immer geringer, eine dynamische Partie nach vorne war dadurch nicht mehr möglich.

Schwächen bei Standardsituationen führten zu Gegentoren

So war die Folge, dass die Tore in der ersten Hälfte nach Standardsituationen fielen. Beim deutschen Treffer war ein Einwurf war der Ausgangspunkt. Dänemarks Defensive war in dieser Situation schwach in den Zweikämpfen. Zunächst ließ sich Simon Poulsen von einer einfachen Körpertäuschung Thomas Müllers ausspielen, obwohl dieser mit dem Rücken zum Tor stand. Nach der Hereingabe war auch Podolskis Gegenspieler Lars Jacobsen, der eher im Raum stand, unaufmerksam. Obwohl Jacobsen eigentlich einen Vorsprung hatte, verpasste er es, zeitig zum Ball zu gehen. So konnte Podolski vorbei ziehen und treffen.

Auch Dänemark traf nach einer Standardsituation, einem Eckball. Bitter: Die Dänen waren nach einer Variante erfolgreich, die das DFB-Team eigentlich hätte kennen müssen. Schon einige Minuten zuvor war bei einer Ecke ein Ball auf den sehr weit hinten positionierten Nicklas Bendtner gekommen, schon da hatte er den Kopfball gegen Lars Bender gewonnen. Auch beim Gegentor setzte er sich durch, bediente Krohn-Dehli, der dann einköpfte. Immerhin: Kurze Zeit später gab es wieder eine Ecke, diesmal deckte Mats Hummels Bendtner, und es wurde nicht gefährlich.

Erst der deutsche Siegtreffer war herausgespielt. Nach einem Ballverlust der Dänen konterte das DFB-Team stark. Der Pass von Özil war aber eigentlich für Miroslav Klose gedacht. Nur weil er zu ungenau gespielt war - und Lars Bender weiter durchlief - konnte der Leverkusener bei seinem Startelf-Debüt treffen.

Hier geht es zur Heatmap-Analyse von Deutschlands Sieg gegen Dänemark.

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Brotlose Kunst. Wärmedämmung verbessern
livinginowl 18.06.2012
Wen interessiert das? Wen macht das besser? Aus einem einfachen Spiel macht der Spegel eine "Analyse"....Es gewinnt imer der, der das entscheidende Tor schiesst. Aber man könnte ja Noten für den "künstlerischen Eindruck" vergeben. Vielleicht "besonders heiß beim Schuß?
2. Ohne Nörgelei geht in disem Land nix!
Benjowi 18.06.2012
Zitat von sysopDrittes Spiel, dritter Sieg: Deutschland hat sich mit einem Erfolg gegen Dänemark den ersten Platz gesichert. Allerdings agierte das DFB-Team über weite Strecken behäbig, die notwendige Laufbereitschaft fehlte. Auch bei Standardsituationen des Gegners wurden Schwächen offenbrat. EM 2012: Deutschlands Sieg gegen Dänemark in der Analyse - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,839419,00.html)
Geht so was eigentlich irgendwann noch einmal ohne Nörgeln ab.....? Das deutsche Team gehört bisher zu den besten Mannschaften des Turniers und hat gegen drei sehr gut eingestufte Teams gewonnen-was gibt es da zu nörgeln?
3. Behäbiger Artikel
spon-facebook-10000023802 18.06.2012
Ich finde den Artikel auch recht behäbig und technisch nicht ganz sauber. Ich mag den Fußball sehr, den unsere Jungs auf den Rasen zaubern. Jetzt bloß nicht die Griechen unterschätzen und weiter mit Druck nach vorne Spielen!
4. Das einzig was hier mäßig ist...
rainerunsinn1 18.06.2012
ist dieser Artikel. Die deutschen haben insgesamt ein tolles Spiel gemacht und die Dänen haben einfach gut geblockt. Man kann die Grafiken auch anders interpretieren: Die Spieler haben ihren Positionen und Aufgaben entsprechend gespielt. Verbessern kann man immer - aber von den deutschen Spielern wird anscheinend immer absolute Dauerperfektion erwartet. Diese Anspruch gebe ich dann man mal an die Redaktion weiter - also bitte - seid perfekt!
5. Ganz im Gegenteil...
sappelkopp 18.06.2012
Zitat von BenjowiGeht so was eigentlich irgendwann noch einmal ohne Nörgeln ab.....? Das deutsche Team gehört bisher zu den besten Mannschaften des Turniers und hat gegen drei sehr gut eingestufte Teams gewonnen-was gibt es da zu nörgeln?
...wer besser werden will muss mit Kritik umgehen können. Sie mögen zwar gestern gegen Dänemark einen Sieg gesehen haben, so wird aber keine Mannschaft Europameister. Um das zu erreichen, muss das Team besser werden und dazu gehört Kritik und keine Schönrederei!
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