EM-Gruppe A: "Kuba" schießt Polen zum Remis gegen Russland

Von Jan Reschke

Zwei Spiele, zwei Punkte: Die polnische Nationalmannschaft hat bei der EM im eigenen Land die Chance auf das Viertelfinale gewahrt. Gegen Russland gelang dem Gastgeber ein Remis - dank eines Traumtores von Dortmund-Profi Jakub Blaszczykowski.

Polen vs. Russland: Furioses Offensiv-Spektakel in Warschau Fotos
REUTERS

Hamburg - Es ist nicht leicht, Gastgeber eines großen Fußball-Turnieres zu sein. Bestes Beispiel: Polens Nationalmannschaft bei der EM 2012. Nach dem Remis im ersten Spiel gegen Griechenland spielte das Team nun gegen Russland erneut 1:1 (0:1)-Unentschieden.

Der Punktgewinn darf für Polen aber durchaus als Erfolg gewertet werden, ging es doch gegen ein Team, das von vielen Experten als Geheimfavorit auf den Turniersieg gesehen wird. Alan Dsagojew hatte in der 37. Minute das Tor für Russland erzielt, BVB-Profi Jakub Blaszczykowski, genannt "Kuba", gelang mit einem Traumtor der Ausgleich.

"Jedes Tor für mein Land ist sehr wichtig für mich. Wir sind weiter drin", so der umjubelte Torschütze. Russlands Trainer Dick Advocaat sagte: "Wir haben phasenweise ausgezeichnet gespielt, aber einfach zu viele Chancen gebraucht." Es gab aber auch schlechte Nachrichten: Am Rande der Partie war es zu heftigen Ausschreitungengekommen.

Im Vergleich zum ersten Vorrunden-Spiel gegen Tschechien veränderte Advocaat seine Mannschaft nicht. Warum auch? Hatte sie doch beim 4:1-Sieg eine glänzende Leistung gezeigt. Polens Coach Franciszek Smuda brachte im Mittelfeld Dariusz Dudka für Maciej Rybus. Im Tor begann erwartungsgemäß Przemyslaw Tyton, der den gesperrten Wojciech Szczesny vertrat.

Schon früh war klar, die Polen würden Russland mehr fordern

Wie bereits in ersten Partie gegen Griechenland legten die Polen in der Anfangsphase ein enormes Tempo vor. Die erste Chance resultierte aber aus einem ruhenden Ball: Ein Freistoß von Ludovic Obraniak landete bei Sebastian Boenisch von dort am Bein von Keeper Vyacheslav Malafejew (7.). Schon früh war klar, die Polen würden Russland mehr fordern, als Tschechien es getan hatte. Was noch deutlicher wurde, als Lewandowski einen Schuss nur knapp neben das Tor setzte (12.).

Aufregung gab es nur eine Minute später im polnischen Strafraum, Damien Perquis spielte zwar zunächst den Ball, traf aber auch Gegenspieler Alexander Kerschakow. Schiedsrichter Wolfgang Stark entschied aber auf ein regelkonformes Tackling. Jubel gab es in der 18. Minute im Stadion, Polanksi schloss eine feine Kombination erfolgreich ab, doch der Treffer zählte wegen Abseits nicht. Auch wenn die polnischen Fans es nicht wahrhaben wollten: die Entscheidung war korrekt.

In der 24. Minute brachte Blaszczykowski den Ball in den Strafraum, doch Lewandowski verpasste. Fünf Minuten später konnte Kerschakow mal wieder etwas für die russische Offensive tun, mehr als ein Schuss Richtung Tribüne kam dabei aber nicht heraus.

Die zweite Halbzeit begann erneut mit enormem Tempo

Besser machte es Alan Dsagojew in der 37. Minute, als er gegen die hochgewachsene polnische Abwehr zum Kopfball kam und das 1:0 markierte. Andrej Arschawin hatte das Tor mit einem Freistoß vorbereitet. Dabei blieb es auch bis zur Pause.

Die zweite Halbzeit begann erneut mit enormem Tempo. Lewandowski konnte in der 47. Minute den Ball nicht mehr vors Tor bringen, nachdem er Malafeev umspielt hatte. Juri Schirkow für Russland gelang es vier Minuten später ebenso wenig, den Ball brauchbar abzuspielen. Zuvor hatte er die polnische Abwehr auf der linken Seite überlaufen. Und hätte Arschawin nach einem Konter den Ball anstatt in die polnische Abwehr zu einem Mannschaftskollegen gespielt, hätte die Partie entschieden sein können.

Stattdessen setzte BVB-Profi Lukasz Piszczek Blaszczykowski ein und der drosch den Ball von der Strafraumgrenze unhaltbar zum 1:1 ins Tor (57.). Es blieb beim Remis, auch weil Schiedsrichter Stark in der 69. Minute nicht auf eine Rote Karte für Verteidiger Marcin Wasilewski entschied, der seinen Gegenspieler bei einem Konter zu Fall gebracht hatte.

Nun kommt es am dritten Spieltag der Gruppe A zum Showdown um den Einzug ins Viertelfinale: Polen trifft am Samstag auf Tschechien (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), das zuvor gegen Griechenland gewonnen hatte. "Das ist für uns ein kleines Finale", sagte Blaszczykowski. Sein Team braucht einen Sieg, um in die nächste Runde einzuziehen. Die Russen spielen zeitgleich gegen Griechenland, das mit nur einem Punkt am Ende der Tabelle steht.

Polen - Russland 1:1 (0:1)
0:1 Dsagojew (37.)
1:1 Blaszczykowski (57.)
Polen: Tyton - Piszczek, Wasilewski, Perquis, Boenisch - Dudka (73. Mierzejewski), Polanski (85. Matuszczyk) - Blaszczykowski, Murawski, Obraniak (90.+3 Brozek) - Lewandowski
Russland: Malafejew - Anjukow, Beresuzki, Ignaschewitsch, Schirkow - Schirokow, Denisow, Syrjanow - Dsagojew (79. Ismailow), Kerschakow (70. Pawljutschenko), Arschawin
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)
Zuschauer: 56.070 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Lewandowski, Polanski - Denisow, Dsagojew

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insgesamt 13 Beiträge
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1. Sehr unzufrieden mit der Übertragung!
Drunken Masta 12.06.2012
Ich hatte ständig das Gefühl gern eine Wiederholung zu sehen und bekam keine. Nur ein paar Szenen an die ich mich auf die Schnelle erinner: Die Situation die zu zwei gleichzeitigen gelben Karten geführt hat, die Situation als ein Pole evtl zur Notbremse greifen musste und Stark weiter spielen ließ, das Foul abseits der Kamera in der Endphase woraufhin Polen einen Freistoß bekam, die Situation im polnisches Strafraum gegen Ende als auch Bartels meinte da wäre ein Ziehen gewesen... usw. Für alles keine Wiederholungen, dafür jedes Shake Hands 3mal und am besten noch in Zeitlupe. Interessantes und gutes Spiel, da stört sowas umso mehr. Was mich außerdem immer wieder zum Nachdenken bringt: Man darf den Gegenspieler doch meines Wissens immernoch nicht am Trikot ziehen oder irre ich mich? Man sieht das öfter in Großaufnahme im Strafraum und fast jeder Kommentator meint dann das reiche nicht für einen Elfmeter. Ist das nun eine Regel oder nicht? Schön auch immer die Begründung dann müsse es 10 Elfmeter pro Spiel geben. Nach einem Spiel mit 10 Elfmetern deswegen, wird sicher anders gespielt. Vermutlich ein Problem der Verbände. Man will ein Spiel ohne Körpferkontakt am besten und schon gar keine Rempler oder Trikotziehn. Allein man scheint zu wissen, dass das nicht möglich ist. Aber so kann man das ja nicht sagen. Belustigend.
2.
alexbln 12.06.2012
schiri stark wie erwartet und bekannt schlecht und mit entscheidenden fehlern - auch wenn der ard reporter ständig behauptet hat, er würde fehlerfrei pfeiffen- selten gab es während eines spiels so permanende lobeshymnen auf einen schiri- peinlich hoch zehn, wie man versucht starks image vom fehlefreien schiri aufrechtzuerhalten. 1 elfer für die russen nicht gegeben. tritt ins gesicht einen russen im strafraum nicht geahndet. 2 mal wurde der russische konter durch foul gestoppt- stark sieht es nicht und gibt sogar einen russen die gelbe karte weil der sich beschwert - da sieht sogar der reporter ein und gibt starks 1. fehler zu .
3.
alexbln 12.06.2012
ps: ich hab dann den rest englischen kommentator gehört- da kam stark weitaus kritischer weg als beim deutsche ard-dfb-hochjubel sender.
4.
Raukler 12.06.2012
Zitat von sysopREUTERSZwei Spiele, zwei Punkte: Die polnische Nationalmannschaft hat bei der EM im eigenen Land die Chancen auf das Erreichen des Viertelfinales gewahrt. Gegen Russland gelang dem Gastgeber ein Remis - dank eines Traumtores von Dortmund-Profi Jakub Blaszczykowski. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,838502,00.html
Wer das Spiel einseitig beeinflusst hat, steht fest: Wolfgang Stark. In einer Umfrage des Fachblatts Kicker unter 286 Spielern aus der 1. Liga wurde er zum schlechtesten Unparteiischen der Hinrunde der Saison 2010/11 gewählt.
5. banales Ergebnis, aber klar
albert schulz 12.06.2012
Zitat von sysopREUTERSZwei Spiele, zwei Punkte: Die polnische Nationalmannschaft hat bei der EM im eigenen Land die Chancen auf das Erreichen des Viertelfinales gewahrt. Gegen Russland gelang dem Gastgeber ein Remis - dank eines Traumtores von Dortmund-Profi Jakub Blaszczykowski. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,838502,00.html
Rußland ist durch und braucht sich keine Sogen mehr zu machen. Man kann bestenfalls nach der Zusammensetzung der schwachen Gruppe fragen.
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