Bewerbung um EM 2024 Aller guten Dinge sind vier

Deutschland plant sein nächstes Sommermärchen: Der DFB will sich für die Austragung der EM 2024 bewerben. "Wir rechnen uns gute Chancen aus", sagt Präsident Wolfgang Niersbach. Turniere auf deutschem Boden endeten zuletzt allerdings mit einer Enttäuschung.

Deutsche Fußballfans: Hoffnung auf eine Heim-EM 2024
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Deutsche Fußballfans: Hoffnung auf eine Heim-EM 2024


Hamburg - Es war ein echter Knaller, mit dem Wolfgang Niersbach den 41. DFB-Bundestag in Nürnberg eröffnete und die versammelte Fußball-Prominenz überraschte: Deutschland bewirbt sich für die Austragung der Europameisterschaft 2024.

"18 Jahre nach der einzigartigen WM 2006 ist die Zeit reif für ein neues Sommermärchen in Deutschland", sagte der DFB-Präsident. "Der DFB war 1988 letztmalig Gastgeber einer Euro. Wir rechnen uns gute Chancen aus, weil der DFB als Ausrichter großer Turniere in der Vergangenheit stets eine exzellente Visitenkarte bei Fifa und Uefa abgegeben hat."

"Das ist klasse für den deutschen Fußball", reagierte Bundestrainer Joachim Löw. "Man hat ja 2006 gesehen, was so ein Turnier im eigenen Land auslösen kann." IOC-Präsident Thomas Bach ergänzte: "Es ist Zeugnis eines selbstbewussten Verbandes und reflektiert die Wertschätzung, die der Verband auch international bekommt."

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Fußball-EM 1988: Große Erwartungen, bittere Niederlage
Exakt 50 Jahre nach dem bisher letzten großen Titel auf heimischem Boden soll eine deutsche Nationalmannschaft in elf Jahren also wieder einen Pokal im eigenen Land gewinnen. Die Länge der Zeitspanne belegt: Ein Heimspiel ist kein Garant für Erfolg.

Bei der WM 1974 schafften Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Co. zwar den ersehnten Triumph im Finale von München gegen die Niederlande. 14 Jahre später hingegen revanchierte sich der Rivale bei der EM 1988 - im Hamburger Volkspark beendete Marco van Basten mit seinem Treffer zum 2:1 die Träume auf den deutschen EM-Titel schon im Halbfinale. Und zuletzt, daran erinnern sich sogar die Jüngeren, platzte das Sommermärchen bei der WM 2006 unter Bundestrainer Jürgen Klinsmann mit einer Halbfinal-Niederlage gegen den späteren Titelträger Italien.

2024 soll es im vierten Anlauf - und nach zuletzt zwei Fehlversuchen - also mit dem zweiten Heimsieg klappen. Für die EM 2020 ändert sich an den DFB-Plänen offiziell nichts. München wird als eine Bewerberstadt ins Rennen um die 13 europäischen Austragungsorte geschickt. Ob dort in sieben Jahren drei Vorrundenspiele und ein K.o.-Match oder beide Halbfinals und das Endspiel stattfinden sollen, entscheidet die Uefa im September 2014.

"Das Turnier ist noch nicht offiziell ausgeschrieben, aber die Uefa soll das schon frühzeitig wissen, dass sie mit uns rechnen kann", sagte Niersbach, wohlwissend, dass die Entscheidung des Uefa-Exekutivkomitees über das Gastgeberland 2024 voraussichtlich nicht vor dem Jahr 2017 erfolgt. "Lieber Wolfgang, ich habe die Botschaft verstanden, aber Achtung, ich bin neutral", reagierte der anwesende Uefa-Präsident Michel Platini charmant, um dann etwas uncharmanter zu ergänzen: "Die Ankündigung kommt schon sehr früh. Ich glaube, einige im Saal hier in Nürnberg werden das nicht mehr erleben."

tpr/dpa



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insgesamt 26 Beiträge
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schüler.aus.bremen 24.10.2013
1. Sieger der Herzen
Dann kann sich Deutschland Sieger der Herzen nennen. Braucht kein mensch noch eine EM in Deutschland. Außerdem die ständige frage "wer soll das bezahlen?"
GyrosPita 24.10.2013
2.
Zitat von schüler.aus.bremenDann kann sich Deutschland Sieger der Herzen nennen. Braucht kein mensch noch eine EM in Deutschland. Außerdem die ständige frage "wer soll das bezahlen?"
Was Deutschland braucht entscheiden nicht Sie. Die WM 2006 hat für Deutschland auf Jahrzehnte heraus einen immateriellen Gewinn gebracht. Wäre sicher auch nicht verkehrt wenn diverse Infrastrukturprojekte dadurch noch ein bißchen priorisiert würden. Im übrigen: Für die WM 2006 wurden jede Menge Stadien renoviert und neu gebaut, die werden 2024 kaum abbruchreif sein.
Stopfer 24.10.2013
3. Braucht kein Mensch?
Was ist dass denn für ein Argument? Fußball ist bei uns nun mal Massensport und fast jeder interessiert sich dafür, wie man auch an der Artikeldichte in diesem Medium sehen kann. Irgendwo muss es eben ausgetragen werden. Warum nicht einem Land, dass sich das leisten kann? (Damit will ich aber nicht die WM in Katar legitimieren. Da geht es ausschließlich ums Geld und der sportliche Gedanke fehlt.)
ruibok 24.10.2013
4. Wir zahlen sowieso...
...immer die Party. Dann kann sie auch alle 20 Jahre bei uns stattfinden. In Südafrika verrotten "unsere" Stadien, des is a Wahnsinn!
painkiller24 24.10.2013
5. Zeit dass sich was dreht....
Natürlich ist eine EM in Deutschland überfällig.. Eine perfekte Infrastruktur, die notwendige Investitionen überschaubar macht, Lage im Zentrum Europas, garantiert ausverkaufte Stadien... und aus deutscher Sicht ein weiterer Imagegewinn im Ausland.. Nichts spricht dagegen, hoffentlich auch nicht die maßgeblichen Funktionäre der UEFA..... Europa sei willkommen, Fußballfreunde lernt unser Land erneut als offenherzig, warm und multikulturell kennen....
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