Hamburg - Er habe eigentlich gar keine andere Wahl gehabt, als den Ball ins Tor von Dänemarks Keeper Stephan Andersen zu schießen, sagte Matchwinner Lars Bender am Tag nach der Partie. Bender war in der 80. Minute aus der eigenen Hälfte gestartet, vorbei an Thomas Müller und den dänischen Abwehrspielern - "ich habe den Raum gesehen und bin einfach losgelaufen" - und hatte zum 2:1 gegen Dänemark getroffen. Damit sicherte der Startelf-Debütant seinem Team endgültig den Einzug ins EM-Viertelfinale am kommenden Freitag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).
"Ich habe die ganze Zeit gehofft, dass es reicht", sagte Bender - und fügte mit einem Grinsen hinzu: "Wäre der Ball in den Armen von Andersen gelandet, hätte ich die ganzen 80 Meter wieder zurückrennen müssen." Denn eigentlich ist Benders Platz in der deutschen Formation die rechte Außenverteidigerposition - und nicht der Angriff. Dass ausgerechnet er das entscheidende Tor - sein erster Länderspieltreffer überhaupt - für die Mannschaft geschossen habe, das müsse er erst noch realisieren.
Bewusst ist er sich jedoch der Tatsache, dass er seinen teaminternen Marktwert durch den Auftritt gegen Dänemark erhöht hat. Auf die Frage, welche Vorzüge er gegenüber Außenverteidiger Jérôme Boateng habe, antwortete Bender trocken: "Ich habe ein Tor mehr." Zudem habe es ihm die Mannschaft leicht gemacht, indem sie ihn von Anfang an gut integriert habe. "Mit ein paar sicheren Pässen zu Beginn konnte ich gut ins Spiel hineinfinden", sagte er. Vor allem der Dortmunder Abwehrchef Mats Hummels habe ihn hervorragend dirigiert. Ob Bundestrainer Joachim Löw ihm deshalb im Viertelfinalspiel gegen Griechenland den Vorzug geben werde, traute sich der 23-jährige Bender noch nicht vorauszusagen.
Mit seinem Bruder stehe er täglich in Kontakt, sagte Lars Bender - "er gönnt mir den Erfolg". Gleiches gelte für seinen Leverkusener Vereinstrainer Sascha Lewandowski. Er habe Bender gleich nach dem Spiel eine Nachricht geschrieben und gefragt, ob er nicht auch in Leverkusen als rechter Außenverteidiger zur Verfügung stünde. "Ich habe ihm aber sofort geantwortet, dass ich nur im Mittelfeld spiele", sagte Bender, "etwas anderes kommt für mich gar nicht in Frage."
Dänemark - Deutschland 1:2 (1:1)
0:1 Podolski (19.)
1:1 Krohn-Dehli (24.)
1:2 L. Bender (80.)
Dänemark: Andersen - Jacobsen, Kjaer, Agger, S. Poulsen - Kvist - Eriksen, J. Poulsen (ab 82. Mikkelsen), Zimling (ab 79. C. Poulsen), Krohn-Dehli - Bendtner Deutschland: Neuer - L. Bender, Hummels, Badstuber, Lahm - Khedira, Schweinsteiger - Müller (ab 84. Kroos), Özil, Podolski (ab 64. Schürrle) - Gomez (ab 74. Klose)
Schiedsrichter: Carballo (Spanien)
Zuschauer: 32.000
psk
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