Hamburg - Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke kann den Plänen von Uefa-Boss Michel Platini bezüglich einer europaweiten Austragung der Europameisterschaft nichts abgewinnen. "Ich verstehe die Uefa ehrlich gesagt nicht. Durch eine solche Vorgehensweise wird der Geist des Wettbewerbs zerstört", sagte Valcke: "Das Besondere ist doch, dass man in einem oder zwei Austragungsländern vor Ort ist und sich dort die WM-Spiele anschaut."
Valcke glaubt, dass Platinis Vorstellungen auch den derzeitigen wirtschaftlichen Problemen in Europa geschuldet seien und "einen ganz pragmatischen Ansatz haben". Platini hatte für die EM 2020 einen pan-europäischen Wettbewerb über den ganzen Kontinent vorgeschlagen.
Einen ähnlichen Modus bei Weltmeisterschaften hält Valcke für unmöglich. "Technisch wäre das ein Alptraum", sagte der Franzose angesichts der zahlreichen möglichen Austragungsländer des Turniers für 32 Mannschaften. "Es bedarf eines bestimmten Geistes, Brasilien will bei der WM 2014 ja auch seine Kultur in den Vordergrund rücken, zeigen, was das Besondere Brasiliens ausmacht", sagte Valcke, der betonte: "Die WM wird ihren bisherigen Weg nicht verlassen."
Auch die Durchführung einer WM-Endrunde auf einem Kontinent sieht der Fifa-Funktionär nicht als praktikabel an. "Wir sehen das bisherige System als das beste für den Wettbewerb an. Russland ist doch das größte Land der Erde, warum sollten noch Nachbarländer mit eingebunden werden? Dafür gibt es keinen Grund", sagte Valcke.
bka/sid
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