Kader 2016 Marco Reus kann nicht mit zur EM

Der endgültige EM-Kader steht. Zum dritten Mal in seiner Karriere verpasst Marco Reus ein großes Turnier. Auch für drei weitere Spieler endet der Traum von Frankreich.

imago/Annegret Hilse

Die bittere Nationalmannschaftskarriere von Marco Reus hat einen weiteren Tiefpunkt erreicht. Der offensive Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund verpasst verletzungsbedingt nach der WM 2010 und der WM 2014 das dritte große Turnier seiner Karriere.

Reus reiste bereits angeschlagen ins Trainingslager und konnte wegen Adduktorenbeschwerden nicht mit der Mannschaft trainieren. Bundestrainer Joachim Löw sprach von "massiven gesundheitlichen Problemen".

Sami Khedira, zuletzt mehrfach Kapitän der DFB-Elf, berichtete, er habe mit Reus kurz gesprochen: "Er wirkte sehr gefasst, obwohl das natürlich ein bitterer Schlag ist. Khedira berichtete dann von "länger anhaltenden Problemen am Schambein", die im DFB-Camp bis dahin nicht thematisiert wurden. Die Rede war lediglich von den Adduktoren, offenbar eine Folge der ursprünglichen Problematik.

Neben Reus müssen auch Karim Bellarabi und Julian Brandt von Bayer Leverkusen sowie Sebastian Rudy von der TSG Hoffenheim die Heimreise antreten. Das gab Löw auf einer Pressekonferenz im Trainingslager in Ascona bekannt. "Er kann im Moment nur geradeaus laufen. Für uns und für ihn ist das eine bittere Entscheidung gewesen, er wäre eine Bereicherung gewesen", sagte Löw weiter über Reus.

Die angeschlagenen Bastian Schweinsteiger und Mats Hummels gehören dagegen trotz ihrer Verletzungen zum 23-köpfigen Kader des Weltmeisters für die EM 2016 in Frankreich. Auch die Jungstars Joshua Kimmich, Julian Weigl und Leroy Sané fahren zur Euro. Mittlerweile stehen auch die Rückennummern der Spieler fest: Von den neuen Spielern erhält Weigl die 15, Sané die 20 und Kimmich die 21.

Kapitän Schweinsteiger sei laut Löw wieder voll belastbar. "Bei Mats Hummels wirds noch ein paar Tage dauern, das ist klar. Da müssen wir abwarten. Nach Auskunft der Ärzte werden beide beim Turnier zur Verfügung stehen." Innenverteidiger Hummels hatte zuletzt einen Muskelfaserriss in der Wade erlitten.

Am Abend wird das endgültige Aufgebot vor 350 eingeladenen Kindern aus Vereinen und Schulen der Region Tessin in Ascona trainieren. Bis um 24.00 Uhr müssen die 23 EM-Spieler der Europäischen Fußball-Union (Uefa) benannt werden.

Am kommenden Samstag steht für das DFB-Team das letzte Testspiel vor dem EM-Auftakt an. In Gelsenkirchen trifft der Weltmeister auf EM-Teilnehmer Ungarn (18 Uhr, High-Liveticker SPIEGEL ONLINE) mit dem deutschen Trainer-Duo Bernd Storck und Andreas Möller. Den ersten Test der Vorbereitung hatte das DFB-Team 1:3 gegen die Slowakei verloren. Im ersten EM-Spiel trifft Deutschland dann am 12. Juni auf die Ukraine. Weitere Gruppengegner sind Polen und Nordirland.

Übersicht: Gruppen, Spielplan und Termine der EM

Der EM-Kader der deutschen Nationalmannschaft

Name Verein Position Rückennummer Länderspiele
Manuel Neuer FC Bayern Tor 1 64
Bernd Leno Bayer Leverkusen Tor 12 1
Marc-André ter Stegen FC Barcelona Tor 22 6
Jérôme Boateng FC Bayern Abwehr 17 58
Mats Hummels Borussia Dortmund Abwehr 5 46
Shkrodan Mustafi FC Valencia Abwehr 2 10
Benedikt Höwedes FC Schalke Abwehr 4 33
Antonio Rüdiger AS Rom Abwehr 16 10
Jonas Hector 1. FC Köln Abwehr 3 13
Emre Can FC Liverpool Abwehr 14 5
Julian Weigl Borussia Dortmund Mittelfeld 15 1
Joshua Kimmich FC Bayern Mittelfeld 21 1
Toni Kroos Real Madrid Mittelfeld 18 64
Sami Khedira Juventus Turin Mittelfeld 6 59
Bastian Schweinsteiger Manchester United Mittelfeld 7 114
Mesut Özil FC Arsenal Mittelfeld 8 72
Julian Draxler VfL Wolfsburg Mittelfeld 11 18
Mario Götze FC Bayern Mittelfeld/Angriff 19 51
André Schürrle VfL Wolfsburg Mittelfeld/Angriff 9 51
Leroy Sané FC Schalke Mittelfeld/Angriff 20 2
Lukas Podolski Galatasaray Mittelfeld/Angriff 10 127
Thomas Müller FC Bayern Mittelfeld/Angriff 13 70
Mario Gomez Besiktas Istanbul Angriff 23 63

krä/sid/dpa



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