EM 2020: Platini will Turnier in ganz Europa

Uefa-Boss Michel Platini will die EM-Endrunde 2020 nicht an ein einziges Land, sondern den ganzen Kontinent vergeben. Er sieht in der Idee vor allem wirtschaftliche Vorteile. Der deutsche Verband hat den Vorschlag mit Interesse aufgenommen, bei den Fans trifft er allerdings auf wenig Zustimmung.

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Uefa-Boss Platini: EM 2020 über den ganzen Kontinent verteilen

Hamburg - Dass die Anzahl der EM-Teilnehmer künftig auf 24 aufgestockt wird, ist beschlossene Sache. Doch damit ist es Uefa-Präsident Michel Platini offenbar nicht genug an Neuerungen: Der Franzose brachte nun auch die Idee ins Spiel, die EM 2020 nicht in einem Land, sondern in ganz Europa auszutragen. "Das Exekutivkomitee hat mir die Erlaubnis erteilt, diesen Vorschlag den Verbänden zu unterbreiten", sagte Platini: "Wir können in zwölf Städten in einem Land spielen, aber auch in zwölf Städten in ganz Europa."

Während dieser Plan bei den Fans nur wenig Anklang findet, warten die europäischen Verbandsbosse gespannt auf Details. Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach zeigte sich interessiert: "Der DFB ist offen für solche Planspiele, über die mich Michel Platini vorab informiert hatte. Aber ein endgültiges Urteil ist erst möglich, wenn die von der Uefa eingesetzte Kommission bis ins letzte Detail eine Konstruktion entwickelt hat", sagte er.

Niersbachs Präsidiumsvorgänger Theo Zwanziger ist als Mitglied der Uefa-Exekutive in die Diskussion eingebunden. "Ich halte es für eine gute Idee, über die es nachzudenken gilt", sagte Zwanziger. Die anhaltende Finanzkrise mache eine komplette Turnierfinanzierung für einzelne Staaten immer schwieriger.

Platini will seine Idee den 53 Mitgliedsverbänden bereits im Dezember erläutern, schon im Januar soll eine Entscheidung fallen. Für ihn liegen die Vorteile auf der Hand: "Wir bräuchten keine Stadien oder Flughäfen zu bauen, sondern könnten auf bestehende Infrastruktur zurückgreifen. Das wäre wichtig in wirtschaftlich schwierigen Zeiten."

Bedenken wegen der weiten Wege zwischen den Austragungsorten sieht Platini "in Zeiten fallender Flugpreise" nicht: "Es ist doch einfacher, von London nach Paris oder Berlin zu kommen als von Cardiff nach Danzig", sagte er.

psk/sid

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insgesamt 13 Beiträge
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1.
der_wolf 01.07.2012
Da muss man wohl wirklich die Details abwarten. Im Prinzip ist das keine schlechte Idee z.B. jede Gruppe in ein anderes Land zu legen und die Finalrunden dann in ein Anderes. Schlechter würde ich es finden wenn man als Fan im dümmsten Fall das Auftaktspiel in Lissabon besucht und dann fürs zweite Gruppenspiel der Mannschaft nach Moskau hinterherfliegen muss während das Dritte dann in London stattfindet... das könnte sich dann eben in diesen wirtschaftlichen Zeiten kaum noch wer leisten
2. Finde ich sinnvoll...
sappelkopp 01.07.2012
Zitat von sysopUefa-Boss Michel Platini will die EM-Endrunde 2020 nicht an ein einziges Land, sondern den ganzen Kontinent vergeben. Er sieht in der Idee vor allem wirtschaftliche Vorteile. Der deutsche Verband hat den Vorschlag mit Interesse aufgenommen, bei den Fans trifft er allerdings auf wenig Zustimmung. EM: Michel Platini will Euro 2020 an ganz Europa vergeben - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,841962,00.html)
...jede Gruppe in einem Land, Achtel-, Viertel- und Halbfinale jeweils in einem anderen. Da kann bestehende Infrastruktur genutzt werden und jedes Land, vor allem auch kleinere Fußballentwicklungsländer (ich denke da an Holland z.B.) kämen auch mal ran.
3. positives und negatives...
Olexus 01.07.2012
Platini hat manchmal gute und manchmal schlechte Ideen. Während die Reform der Championsleague mit besseren Teilnahmechancen für kleine Verbände ein positive Sache ist, ist eine EM mit 24 Mannschaften von vornherein Blödsinn. Der kommende Modus bei dem nur 8 Mannschaften nach der Vorrunde ausscheiden ist ein Witz und nur der Geldmacherei zuzuschreiben. Die Idee, das Turnier auf ganz Europa zu verteilen, sehe ich hingegen positiv. So haben mehrere Länder/Städte was davon. Frage ist jedoch, wer bekommt Heimrecht und wer ist direkt qualifiziert...?
4. Also auch wenn das Abschneiden...
lensenpensen 01.07.2012
Zitat von sappelkopp...jede Gruppe in einem Land, Achtel-, Viertel- und Halbfinale jeweils in einem anderen. Da kann bestehende Infrastruktur genutzt werden und jedes Land, vor allem auch kleinere Fußballentwicklungsländer (ich denke da an Holland z.B.) kämen auch mal ran.
der Nationalmannschaft der NIEDERLANDE bei der Euro 2012 mies, so finde ich die Bezeichnung "Holland = Fußballentwicklungsland" unverschämt, und nicht zutreffend. Die drei Top-Teams haben immerhin 6mal den Europapokal der Landesmeister/CL und 6mal den Uefa-Pokal gewonnen. Für einen Staat mit ca. 16 Mio. Einwohnern kein allzu schlechtes Ergebnis.
5.
alexausroßlau 01.07.2012
Was soll der Müll? Ich will nicht von Warschau nach Madrid und dann nach Belgrad fahren, um meine Mannschaft zu sehen. Jedes Land freut sich, wenn ihm die WM/EM zugesprochen wird, es bedeutet neben dem wirtschaftlichem Faktor auch einen Image-Gewinn. Die WM 2006 hat erheblich dazu beigetragen, daß Deutschland angesehener ist in der Welt. Und ich freue mich auf eine EM in Island, Bulgarien oder irgendwo, weil da kann ich das Land kennenlernen und mir selbst ein Urteil bilden.
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