Remis gegen Irland Deutschland vergibt Sieg in Nachspielzeit

Es ist der nächste Rückschlag für die deutsche Mannschaft: Die DFB-Elf hat in der EM-Qualifikation gegen Irland nur remis gespielt. Den Iren gelang der Ausgleich in der letzten Minute der Nachspielzeit.

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Hamburg - Deutschland hat gegen Irland einen bereits sicher geglaubten Sieg verpasst. Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw spielte in Gelsenkirchen 1:1 (0:0)-Unentschieden. Toni Kroos hatte Deutschland in Führung gebracht (71. Minute), John O'Shea traf in der Nachspielzeit zum Ausgleich für die Iren (90.+4). Nach drei Spielen in der EM-Qualifikation hat das DFB-Team damit vier Punkte und bleibt in der Gruppe D auf dem vierten Platz hinter Polen, Irland (beide 7) und Schottland (4), das im Vergleich zu Deutschland die bessere Tordifferenz hat.

"Ich glaube, in den letzten paar Minuten waren wir naiv", sagte Löw: "Wir hätten das Spiel ruhig und kontrolliert zu Ende bringen müssen." Irlands Torschütze O'Shea war glücklich über seinen Treffer: "Der Ball war vom besten Torwart der Welt nicht abzuwehren. Das war ein toller Moment."

Löw musste nach den Ausfällen von Christoph Kramer und André Schürrle sein Mittelfeld umstellen, für die beiden grippekranken Spieler standen Dortmunds Matthias Ginter und der Schalker Julian Draxler in der Startelf. Ansonsten setzte Löw auf die gleiche Mannschaft wie beim 0:2 in Polen. Bei Irland stand Rekordnationalspieler und -torschütze Robbie Keane in der Startelf.

Deutschland fehlt es an Ideen

Deutschland übernahm wie erwartet von Beginn an die Kontrolle über das Spiel - und hatte die erste Torchance: Erik Durm zog aus der Distanz ab, sein Schuss ging an die Latte (5.). Nicht ganz so nah kam Antonio Rüdiger dem Führungstreffer: Der erneut als als Rechtsverteidiger aufgebotene Stuttgarter kam nach einem von Thomas Müller weitergeleiteten Freistoß zum Kopfball, der aber deutlich danebenging (14.). Ebenso klar verpasste kurz darauf Kroos, als er aus der Distanz überhastet abzog (15.).

Allerdings: Das war's auch schon in der ersten Hälfte. Abgesehen von einem Draxler-Schuss aus spitzem Winkel (45.+1) konnte sich die deutsche Mannschaft bis zur Pause keine Toraktionen mehr erspielen. Es war der Elf anzumerken, wie wenig eingespielt sie in dieser Formation ist, gegen die defensiven Iren mangelte es an der Abstimmung und an Ideen.

Kein Wunder, dass Löw sein Team für die zweite Hälfte umstellte: Er brachte Lukas Podolski für Ginter. Podolski sorgte gleich zweimal für Gefahr: Erst ermöglichte er den Iren ihre erste ansatzweise gefährliche Toraktion, als er Keane den Ball in die Füße spielte - doch bei der anschließenden Hereingabe von Aiden McGeady war Torwart Manuel Neuer zur Stelle (49.). Sekunden später zog Podolski aus der Distanz ab, seinen abgefälschten Schuss konnte Irlands Keeper David Forde zur Ecke abwehren.

O'Shea foult Götze - kein Elfmeter

Deutschland erhöhte in der Folge den Druck: Kroos scheiterte aus rund 20 Metern an Forde (55.), Müller konnte den Ball im Fallen aus kurzer Distanz nicht gefährlich aufs Tor bringen (56.). Dann tauchte auch Podolski im gegnerischen Strafraum auf - und kam zu Fall. Der Arsenal-Spieler forderte Elfmeter, Schiedsrichter Damir Skomina hatte aber ein Stürmerfoul gesehen (58.).

In der 70. Minute hätte es dann allerdings Strafstoß für Deutschland geben müssen: Mario Götze wurde von O'Shea niedergerissen, doch Schiedsrichter Skomina ließ weiterlaufen. Wenige Sekunden später traf Kroos: Der Profi von Real Madrid wurde an der Strafraumgrenze nicht angegriffen, zog ab und traf den Innenpfosten. Von dort aus prallte der Ball ins Tor.

Götze verpasste die Chance, die Führung zu erhöhen (80.). Dann kam Irland doch noch gefährlich vor das deutsche Tor. Einen Schuss des eingewechselten Wes Hoolahan aus kurzer Distanz konnte Durm in letzter Sekunde blocken (85.). Doch am Ende gelang den Iren trotzdem der Ausgleich: Innenverteidiger O'Shea traf aus kurzer Distanz.

Deutschland - Irland 1:1 (0:0)
1:0 Kroos (71.)
1:1 O'Shea (90.+4)
Deutschland: Neuer - Rüdiger, Boateng, Hummels, Durm - Ginter (ab 46. Podolski), Kroos - Bellarabi (ab 87. Rudy), Götze, Draxler (ab 70. Kruse) - Thomas Müller
Irland: Forde - Meyler, O'Shea, Wilson, Ward - McGeady, Whelan (ab 54. Hendrick), Quinn (ab 76. Hoolahan), McClean - Walters - Keane (ab 63. Gibson)
Schiedsrichter: Skomina (Slowenien)
Zuschauer: 51.204
Gelbe Karten: Hummels - Whelan, Wilson
Torschüsse: 23:4
Ecken: 9:1
Ballbesitz in Prozent: 63:37

tim

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insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
ambergris 14.10.2014
1.
Da hat vielleicht doch ein Özil gefehlt, der dann den schnörkellosen Pass zur Torvorbereitung spielt. Immerhin stabilisieren sich Durm und Rüdiger. Ein gemischtes Bild in allen Belangen.
arrache-coeur 14.10.2014
2.
Au weia. Die Weltmeister-Elf ist leider Geschichte. Die Rumpfelf im Umbruch läuft noch nicht rund. Hoffentlich verkacken sie nicht die EM-Quali...
sonnenfeld22 14.10.2014
3. Da hielt doch die Will-Tussie
in ihrer Quatsch-Sendung den Schweizern vor, dass mit deren Nationalelf ohne die Secondos nichts los sei!
Leser1000 14.10.2014
4. Nu wird´s a bisserl eng
In Schönheit gestorben. Eigentlich gar nicht schlecht gespielt, wie gegen Polen. Die letzten 5 Minuten einfach "unterirdisch". Die Elf wartete nur noch auf den Abpfiff. Das Ergebnis war dann absehbar. Aber Leute. Eine Mannschaft mit vielen neuen, jungen Leuten. Es fehlt wohl auch etwas an Erfahrung. Sei´s drum. Hätte noch "schiefer" gehen können, wenn Drum nicht gerettet hätte. Wird schon!
aha-aha 14.10.2014
5. Gegen Gibraltar...
...sollten sie jetzt aber doch mit der besten Mannschaft antreten.
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