EM-Viertelfinale Uefa sperrt Löw für das Spiel gegen Portugal

Bittere Entscheidung für Joachim Löw: Der Bundestrainer muss das Viertelfinale gegen Portugal von der Tribüne verfolgen. Das beschloss die Kontroll- und Disziplinarkommission der Uefa. Auch Österreichs Trainer Josef Hickersberger wird wegen des Vorfalls mit dem vierten Offiziellen gesperrt.


Hamburg - Bundestrainer Joachim Löw und sein österreichischer Kollege Josef Hickersberger sind von der Kontroll- und Disziplinar-Kommission der Europäischen Fußball-Union (Uefa) endgültig für jeweils ein Spiel gesperrt worden. Damit kann der 48-jährige Löw die deutsche Nationalmannschaft am Donnerstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) im EM-Viertelfinale in Basel gegen Portugal nicht von der Bank aus betreuen - sondern muss auf der Tribüne sitzen.

Eine exakte Begründung ist bisher nicht bekannt. Löw erhielt ebenso wie Hickersberger ein Innenraumverbot von der Uefa aufgebrummt. Die Mannschaft muss somit von seinem Assistenten Hansi Flick gecoacht werden. Dagegen vorzugehen, ist nicht möglich: Bei einem Spiel Sperre besteht laut Uefa keine Möglichkeit, in Berufung zu gehen.

Löw darf am Vorabend der Partie auf der Pressekonferenz in Basel noch Antworten geben. Am Spieltag selbst darf er innerhalb des Stadions auch über Mittelsmänner keinen Kontakt zum Team haben - somit auch nicht während der Halbzeitpause in die Umkleidekabine gehen. Die Sperre endet mit dem Abpfiff der Partie. Bei der Pressekonferenz nach dem Spiel darf Löw wieder auf dem Podium sitzen.

In der Partie gegen Gastgeber Österreich war Löw zusammen mit Österreichs Teamchef Josef Hickersberger in der 40. Minute vom spanischen Schiedsrichter Manuel Mejuto Gonzalez nach einem Disput mit dem vierten Offiziellen Damir Skomina (Slowenien) auf die Tribüne geschickt worden.

Der Bundestrainer hatte am Dienstag gesagt, er erwarte einen Freispruch. "Ich habe mir mit Josef Hickersberger kein Scharmützel geleistet. Wir haben uns beide beim vierten Offiziellen beschwert, weil wir in Ruhe unseren Job machen wollten," sagte Löw, der den Schiedsrichtern eine Überreaktion vorwarf - und dem vierten Offiziellen eine übereifrige Kontrolle der Coaching-Zone, in der sich der Trainer während des Spiels bewegen darf. Der vierte Offizielle kontrolliert als Teil des Schiedrichter-Teams unter anderem diese Zone. (Protokoll des Vorfalls auf SPIEGEL ONLINE...)

Bierhoff hatte auf der DFB-Pressekonferenz am Mittwoch gesagt, es "wäre eine traurige Entscheidung, wenn Joachim Löw nicht auf der Bank sitzen dürfte" und zudem "schlecht für den Fußball". Es müsse gewährleistet sein, "dass der Trainer mit seinen Spielern kommunizieren kann." Man habe aber auch "hundertprozentiges Vertrauen in Hansi Flick".

Am wichtigsten aber sei, so Bierhoff, "sowieso die Vorbereitung auf das Spiel. Während der Partie ist der Einfluss vom Seitenrand eher gering."

fsc/sid/dpa



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