England-Coach: McClaren wird Eriksson-Nachfolger

Ganze drei Monate hat der englische Fußballverband einen Nachfolger für Sven-Göran Eriksson gesucht. Nun hat er einen gefunden. Nach der WM übernimmt der Coach des FC Middlesbrough den Posten des Nationaltrainers.

London - Steve McClaren wird zum 1. August 2006 neuer Coach der englischen Nationalelf. Das gab heute der Vorstand des englischen Fußballverbands FA bekannt. McClaren unterschrieb heute einen Vierjahresvertrag. Der 45-Jährige war neben seiner Tätigkeit beim Premier-League-Club aus Middlesbrough Assistent von Eriksson bei der Nationalelf.

Coach McClaren: Erst Assistent, jetzt Chef
AFP

Coach McClaren: Erst Assistent, jetzt Chef

"Das ist die größte Ehre, die ein Coach bekommen kann, und natürlich ist es das Highlight meiner Karriere", sagte McClaren bei seiner Vorstellung. "Es ist eine große Herausforderung." Zwar habe er seine Zeit als Trainer in Middlesbrough genossen, doch "die war eine Gelegenheit, die ich nicht ausschlagen konnte", sagte McClaren. Mit seinem derzeitigen Team, das er seit 2001 betreut, bestreitet McClaren in der kommenden Woche das Uefa-Pokal-Finale in Einhoven gegen den FC Sevilla.

Als Cheftrainer hat McClaren erst einen Titel gewonnen: den weniger bedeutenden Ligapokal 2004. Allerdings war er als Assistent Alex Ferguson bei Manchester United daran beteiligt, dass der Club 1999 das "Triple" - Champions League, englische Meisterschaft und FA-Pokal - gewann.

McClaren war nicht erste Wahl der FA, doch Wunschkandidat Luiz Felipe Scolari hatte den Engländern vergangene Woche abgesagt. Der Brasilianer, der derzeit das portugiesische Team betreut, fühlte sich dem Druck der englischen Boulevardpresse nicht gewachsen. Als weitere Kandidaten waren der ehemalige Coach vom schottischen Verein Celtic Glasgow, Martin O'Neill, und die beiden Premier-League-Trainer Sam Allardyce (Bolton Wanderers) und Alan Curbishley (Charlton Athletic) gehandelt worden.

Fans misstrauisch

Während McClaren Unterstützung aus der Premier League erhielt, zeigten ihm die Fans die kalte Schulter. Bei einer Umfrage der BBC stimmten 76 Prozent der englischen Fußballinteressierten gegen den Coach. "ManU"-Trainerlegende Ferguson gratulierte McClaren: "Ich denke, es ist eine gute Entscheidung. Er kennt die Spieler und hatte eine gute Lehre." Auch Noch-Nationaltrainer Eriksson sprach sich für seinen Co-Trainer aus: "Er ist extrem gut und ein rundum perfekter Trainer."

Eriksson war der erste Ausländer, der England trainierte. Der Schwede hatte ursprünglich einen Vertrag bis 2008. Nach der sogenannten "Scheich-Affäre" einigte sich Eriksson allerdings mit der FA auf eine Beendigung der Zusammenarbeit nach der WM in Deutschland.

pav/reuters/AP/sid

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