Englischer Fußball Profis müssen zur Anti-Rassismus-Nachhilfe

Heftige Wortgefechte gehören im Fußball dazu - doch immer wieder werden dabei Grenzen überschritten. Die englischen Profi-Ligen wollen jetzt dagegen vorgehen und schicken die Spieler zu einem Anti-Rassismus-Programm. Dabei soll es auch um homophobe Beleidigungen gehen.

Manchester-City-Spieler Kompany (2.v.r.): Opfer rassistischer Beleidigungen
REUTERS

Manchester-City-Spieler Kompany (2.v.r.): Opfer rassistischer Beleidigungen


Hamburg - Die englischen Fußball-Profiligen schicken ihre Spieler zur Anti-Rassismus-Nachhilfe. Wie Gordon Taylor, Chef der Profifußballer-Vereinigung PFA, mitteilte, muss jeder Spieler künftig an einem Programm zur Sensibilisierung gegen rassistische, aber auch homophobe oder religiös motivierte Beleidigungen teilnehmen.

Die PFA organisiert die Seminare mit dem Titel "Vielfalt und Gleichheit" und hat die 92 Clubs der vier Profiligen in dieser Sache angeschrieben. Die Spieler sollen erfahren, wann sie mit Beleidigungen im Spiel Grenzen überschreiten. Zudem werden sie aufgefordert, Vorfälle mit rassistischem oder homophobem Hintergrund zu melden - egal, ob sie Opfer oder Zeuge waren.

"Es soll keine Ausreden mehr dafür geben, sich nicht an die Regeln gehalten zu haben", schrieb Taylor. Der PFA-Vorsitzende will auch Vertragsklauseln einführen, die den Clubs bei einem einmaligen schweren Vergehen erlauben, die Profis zu suspendieren.

Die Aktion flankiert eine Reihe weiterer Maßnahmen gegen Diskriminierung zur neuen Saison. In England gibt es immer wieder Vorfälle, bei denen Spieler auf dem Platz rassistisch beschimpft werden.

ham/sid



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insgesamt 6 Beiträge
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Kauzboi 07.08.2013
1. Tragisch
Nachhilfe in Vernunft und Menschlichkeit - tragisch.
israels 07.08.2013
2. Totale Überwachung und purer Unsinn
In England darf man sich nicht mehr frei Äußern wenn man wütend ist. Ich frage mich wie man denn auf so einen Unsinn kommt, jemanden in irgendeinen Kurs zu zwingen nur weil man etwas unliebliches gesagt hat. DDR lässt grüßen!
muellerthomas 07.08.2013
3.
Zitat von israelsIn England darf man sich nicht mehr frei Äußern wenn man wütend ist. Ich frage mich wie man denn auf so einen Unsinn kommt, jemanden in irgendeinen Kurs zu zwingen nur weil man etwas unliebliches gesagt hat. DDR lässt grüßen!
Können Sie Ihre (wütende) Meinung gegenüber Ihrem Chef äußern, ohne mit Konsequezen rechnen zu müssen?
deSelby 07.08.2013
4. Freiheit
Zitat von israelsIn England darf man sich nicht mehr frei Äußern wenn man wütend ist. Ich frage mich wie man denn auf so einen Unsinn kommt, jemanden in irgendeinen Kurs zu zwingen nur weil man etwas unliebliches gesagt hat. DDR lässt grüßen!
Rassistische oder homophobe Beleidigungen haben nichts aber auch gar nichts mit "freier (Meinungs)Äußerung" zu tun, sondern sind das genaue Gegenteil von Freiheit, denn es sind verbale Herabsetzungen die ein gegen Gleichheit und Freiheit gerichtetes Weltbild offenbaren. Wer solches toleriert ist kein Verteidiger der Freiheit, sondern er setzt Freiheit fahrlässig auf's Spiel indem er ihre Feinde gewähren läßt...
xxbigj 07.08.2013
5. optional
Gut so die sind ja auch nicht die hellsten! Wichtiger wäre eine Flächegreifende durchgängige Dopingkontrolle in alle Eurpäischen Ligen. Was sind das für Verbrecher die ehrlichen Sportlern es unmöglich machen zu gewinnen. Diese Personen dürfen nie wieder Ihre Sportart im Wettkampf ausübern. Punkt aus fertig!
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