Zwei Wochen nach Krebs-OP: Vilanova coacht Barça im Stadtderby

Trotz seiner Krebserkrankung ist Tito Vilanova um Normalität bemüht. Etwa zwei Wochen nach seiner Operation wird der Trainer des FC Barcelona sein Team ins Stadtderby gegen Espanyol führen. Doch die Behandlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Barcelona-Trainer Vilanova: Erstes Spiel nach Krebs-OP Zur Großansicht
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Barcelona-Trainer Vilanova: Erstes Spiel nach Krebs-OP

Hamburg - Gut zwei Wochen nach seiner Krebsoperation steht Tito Vilanova, Coach des FC Barcelona, vor der Rückkehr. Nach Angaben seines Assistenten Jordi Roura wird der 44-Jährige die Mannschaft am Sonntag im Stadtderby gegen Espanyol (19 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) auf der Trainerbank sitzen. "Ihm stehen immer noch Behandlungen bevor, aber ihm geht es ohne Zweifel gut. Er ist lebhaft und sehr stark", sagte Roura. Am Mittwoch hatte Vilanova erstmals wieder das Training des spanischen Tabellenführers geleitet.

Der Nachfolger des Erfolgstrainers Pep Guardiola hatte sich am 20. Dezember wegen eines Krebsleidens an der Ohrspeicheldrüse einem zweiten chirurgischen Eingriff unterziehen müssen. Bereits im November 2011 war er deshalb operiert worden. Vilanova wird zur Zeit mit einer insgesamt sechswöchigen Röntgen- und Chemotherapie behandelt.

Unter Vilanova, der lange Zeit Assistent von Guardiola gewesen war und im vergangenen Sommer das Amt des Cheftrainers übernommen hatte, feierte Barça einen Rekordstart. In den ersten 17 Spielen sammelten die Katalanen 49 Punkte, der Vorsprung auf Atlético Madrid beträgt neun Zähler. Erzrivale Real Madrid liegt bereits 16 Punkte zurück.

psk/dpa

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Tito Vilanova: Alles für Barça

Speicheldrüsenkrebs
Parotistumor
Vor dem Ohr, in der Backe, liegt die größte Speicheldrüse des Menschen, im Fachjargon Parotis genannt. Sie ist der häufigste Ort für Speicheldrüsentumoren. Sowohl gutartige als auch bösartige Wucherungen wachsen meist, ohne dass die Betroffenen zunächst Schmerzen spüren.

Das erste Symptom, das Patienten auffällt, ist häufig eine Lähmung des Gesichtsnervs (Fazialis): Die Muskeln der betroffenen Gesichtshälfte erschlaffen. Die Patienten können die Stirn nicht mehr runzeln, das Auge unter Umständen nicht mehr vollständig schließen, der Mundwinkel hängt herab.

Der Großteil (70 bis 80 Prozent) der Parotistumoren ist gutartig, höchstens ein knappes Drittel bösartig. Gutartige Wucherungen können auch zu bösartigen entarten.
Behandlung
Die Tumoren müssen immer operiert werden, weil sich auch gutartige Wucherungen zu bösartigen entwickeln können. Die Operation ist wegen des Gesichtsnervs heikel: Er läuft mitten durch die Ohrspeicheldrüse - und sollte bei der Operation nicht verletzt werden. Die Parotis selbst wird normalerweise ganz entfernt, wenn der Tumor bösartig ist. Wächst der Krebs bereits in den Fazialis hinein, muss auch der Nerv entfernt werden. Folge ist unter anderem eine Gesichtslähmung.

Bei manchen Patienten ist die Operation damit noch nicht beendet: Unter Umständen müssen die Hals-Nasen-Ohren-Ärzte noch Lymphknoten am Hals entfernen. Bei dieser so genannten Neck Dissection werden auch einige Muskeln, Gefäße und Nerven am Hals und eine weitere Speicheldrüse entfernt. Zusätzlich zur Operation bekommen manche Patienten eine Chemotherapie oder werden bestrahlt.
Häufigkeit
Insgesamt gehören Speicheldrüsentumoren zu den seltenen Krebsarten. An sämtlichen Tumoren der Mundhöhle, zu denen der Parotistumor gehört, erkranken jährlich rund 13.000 Menschen in Deutschland neu. Beim Brustkrebs alleine sind es dagegen 72.000 Neuerkrankungen jährlich.
Prognose
Bei Krebs in Mundhöhle und Rachen liegt die Überlebensrate fünf Jahre nach der Diagnose bei 55 Prozent für Frauen und 47 Prozent für Männer (Zahlen von 2000 bis 2004). Die Prognose hängt unter anderem davon ab, ob der Tumor vollständig entfernt werden kann oder nicht. Speicheldrüsenkrebs hat eine vergleichsweise hohe Rezidivrate, das heißt die Tumoren neigen dazu, erneut aufzutreten.
Quellen
Tabellen