Erneuter Becherwurf: St. Pauli entgeht Platzsperre

Aufatmen am Millerntor: Der Kiezclub ist vor dem DFB-Sportgericht glimpflich davongekommen. Der Becherwurf eines Fans auf den Schiedsrichter nach dem Spiel gegen Erzgebirge Aue kostet St. Pauli nur 8000 Euro Strafe.

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St.Pauli-Fan: Mit Becher geworfen

Hamburg - Gnade für den FC St. Pauli: Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den erneuten Becherwurf auf einen Schiedsrichter am Millerntor nur mit einer Geldstrafe und nicht mit der von den Hamburgern befürchteten Platzsperre sanktioniert. Wegen mangelnden Schutzes des Unparteiischen in Tateinheit mit nicht ausreichendem Ordnungsdienst müssen die Hanseaten 8000 Euro Strafe zahlen. Der Zweitliga-Viertehat dem Urteil zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.

"Wir akzeptieren die Strafe und halten sie auch für angemessen", sagte St.-Pauli-Präsident Stefan Orth. Er kündigte gleichzeitig neue Sicherheitsmaßnahmen an: "Wir müssen reagieren und infrastrukturelle Maßnahmen ergreifen. Die Sicherheit aller Menschen im Stadion muss gewährleistet bleiben."

Nach der Zweitliga-Partie zwischen den Hamburgern und Erzgebirge Aue am vergangenen Freitag (2:3) war ein leerer Plastikbecher in Richtung von Schiedsrichter Christian Leicher geworfen worden, der Referee wehrte diesen mit der Hand ab. Mithilfe anderer Fans wurde der Täter identifiziert und von mehreren Sicherheitskräften abgeführt. Die Polizei nahm seine Personalien auf.

Bereits am 1. April war Schiedsrichterassistent Thorsten Schiffner in der Bundesliga-Partie zwischen St. Pauli und Schalke 04 von einem vollen Bierbecher am Kopf getroffen worden und daraufhin zusammengebrochen. Referee Deniz Aytekin brach die Begegnung damals vorzeitig ab. Die Schalker führten zu diesem Zeitpunkt 2:0.

Der DFB verurteilte St. Pauli zunächst zu einem Geisterspiel, reduzierte die Strafe aber anschließend. Die Hamburger mussten ihr erstes Heimspiel nach dem Abstieg in die zweite Liga in einem fremden Stadion außerhalb der Hansestadt und unter Teilausschluss der Öffentlichkeit austragen. Der Club zog daraufhin für den Saisonauftakt gegen den FC Ingolstadt (2:0) an die Lübecker Lohmühle. Durch die Spielverlegung entstand dem Verein damals ein Schaden von rund 400.000 Euro.

luk/sid/dpa/dapd

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insgesamt 10 Beiträge
Björn Borg 28.09.2011
Alkoholverbot im und rund um das Stadion - dauerhaft.
Zitat von sysopAufatmen am Millerntor: Der Kiezclub ist vor dem DFB-Sportgericht glimpflich davongekommen.*Der Becherwurf eines Fans auf den Schiedsrichter nach dem Spiel gegen Erzgebirge Aue kostet St. Pauli 8000 Euro Strafe. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,788825,00.html
Alkoholverbot im und rund um das Stadion - dauerhaft.
derlabbecker 28.09.2011
... bei einem Klub der Wiederholungstäter ist. Härtere Strafe gibts wahrscheinlich erst wenn wieder jemand verletzt ist.
... bei einem Klub der Wiederholungstäter ist. Härtere Strafe gibts wahrscheinlich erst wenn wieder jemand verletzt ist.
lensenpensen 28.09.2011
die umstehenden Fans haben richtig gehandelt, nämlich den Störer festgesetzt. Das wird ja immer als Courage gefordert. Alkverbot in und um Stadien sind wohl kaum praktikabel, zumal Becherwerfer, Böllerzünder, etc., pp. bestimmt [...]
die umstehenden Fans haben richtig gehandelt, nämlich den Störer festgesetzt. Das wird ja immer als Courage gefordert. Alkverbot in und um Stadien sind wohl kaum praktikabel, zumal Becherwerfer, Böllerzünder, etc., pp. bestimmt nicht immer volltrunken sind. Würde also nichts bringen. Zum "Wiederholungstäter" St. Pauli: Es sind doch immer Einzelpersonen die für solche Taten verantwortlich sind und nicht nur der Verein. Sicherlich die Sicherheit muss ständig verbessert werden, aber vor so etwas wie Becherwürfen kann man sich kaum schützen...
malte71 28.09.2011
Je nach dem, welcher Radius Ihnen da vorschwebt, werden Sie sich mit so einer Maßnahme ein paar "Geschäftsleute" mit eher rabiater Verhandlungsstrategie zum Feind machen...
Zitat von Björn BorgAlkoholverbot im und rund um das Stadion - dauerhaft.
Je nach dem, welcher Radius Ihnen da vorschwebt, werden Sie sich mit so einer Maßnahme ein paar "Geschäftsleute" mit eher rabiater Verhandlungsstrategie zum Feind machen...
n.holgerson 28.09.2011
Nochmals, es hat nichts mit dem Verein an sich zu tun. Nur hätte man jetzt eine viel höhere Strafe aussprechen müssen. Nur als Vorschlag, Pauli hätte jetzt 2,5 Mio zahlen müssen und beim nächsten mal 10 Mio... Finden das einige [...]
Nochmals, es hat nichts mit dem Verein an sich zu tun. Nur hätte man jetzt eine viel höhere Strafe aussprechen müssen. Nur als Vorschlag, Pauli hätte jetzt 2,5 Mio zahlen müssen und beim nächsten mal 10 Mio... Finden das einige zu hoch. Dann erstmals nachdenken. Wie hätte Pauli wohl reagiert, wenn sei schon nach dem ersten Vorfall mit so einer Strafe (2,5 Mio) rechnen mussten? Wie würden die anderen Vereine reagieren? Ganz einfach, es würde mehr Sicherheitsmaßnahmen (z.B. Fangzäune) bzw. Sicherheitspersonal geben. Und man würde sich überlegen, ob man den Zuschauern noch erlauben würde, Wurfgegenstände (z.B. Getränke) in den Innenraum mitzunehmen. Diese Strafe ist doch ein Witz. Glaubt denn jetzt irgendein anderer Verein würde jetzt hingehen und z.B. 1 Mio in ihr Sicherheitssystem investieren, weil sie ein ähnliche Strafe (wie die verhängte) befürchten?
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  • Mittwoch, 28.09.2011 – 12:56 Uhr
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