Eröffnungsfeier: Legende trifft Lederhose

Die 18. Fußball-Weltmeisterschaft ist offiziell eröffnet. In der Münchner WM-Arena sorgten bayrische Tradition, Berliner Hip-Hop sowie zahlreiche Weltmeister aus sechs Jahrzehnten für einen rauschenden Auftakt.

München - Um 16.55 Uhr erklärte Bundespräsident Horst Köhler die WM für eröffnet: "Endlich geht es los! Wir freuen uns auf vier Wochen Fußball, Fußball, Fußball", rief Köhler den rund 50.000 Fans zu. Zuvor hatten der zweifache brasilianische WM-Champion Pelé und Model Claudia Schiffer die WM-Trophäe in die Münchner Arena getragen.

Ein weiterer Höhepunkt der Eröffnungszeremonie war der Einmarsch rund 160 Weltmeister aus den sieben bisherigen Sieger-Nationen Deutschland, Brasilien, Argentinien, Uruguay, Italien, Frankreich und England. Auch die Berliner Band Seeed und Sänger Herbert Grönemeyer mit seiner WM-Hymne "Zeit, dass sich was dreht", sorgten beim Publikum für Stimmung.

"Ich begrüße die Spieler und die Gäste, die aus aller Welt zu uns nach Deutschland gekommen sind", sagte Köhler und ließ einen Willkommensgruß auf Englisch, Französisch und Spanisch folgen. Der Bundespräsident wünschte sich und allen Zuschauern "spannende Spiele, viele Tore und Fairplay. Möge der Fußball die Völker verbinden." Mit Köhler waren Fifa-Präsident Joseph S. Blatter und der Chef des WM-Organisationskomitees, Franz Beckenbauer, auf die Bühne gekommen. Der Kulturbeauftragte der Fußball-WM, André Heller, zeigte sich begeistert von der Eröffnungsfeier: "Wir waren selig und sind uns weinend in den Armen gelegen", sagte Heller.

Die Organisatoren setzten bei der Show vor allem auf traditionell Bayerisches: Moderiert von Thomas Gottschalk, begann die halbstündige Eröffnungsfeier mit einem Auftritt des Tölzer Knabenchors, zudem kamen 182 oberbayerische Trommler in Lederhosen aufs Feld. Zwischen ihnen schwangen so genannte Goaßlschnalzer vier Meter lange Peitschen. Nach einem Freudengesang in Anlehnung an Ludwig van Beethovens Neunte Sinfonie wurde über die Mitte des Spielfeldes eine große Willkommensfahne ausgerollt.

Traditionell weiter ging es mit dem Auftritt der "Jungen Riedringer Musikanten", die auf einem Heuwagen einzogen. Mit ihnen kamen 150 Schuhplattler auf das Feld, die sich zwischen mehreren aufgefahrenen Heuhaufen aufstellten und mit ihrem Tanz und ihrem Juchzen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Mitklatschen brachten. Danach hatten Schellenträger mit bis zu 25 Kilogramm schweren goldfarbenen Glocken ihren ohrenbetäubenden Auftritt.

Für das moderne Deutschland sollten Hip-Hop-Tänzer und -Tänzerinnen stehen, die aus den aufplatzenden Heuhaufen heraussprangen. In roten Anzügen eroberte die elfköpfige Berliner Band Seeed die auf Luftkissenreifen gelagerte Bühne. Mit lauten Beats brachten die Dancehall-Musiker die Zuschauer im Stadion in Stimmung.

Zwischen in der Luft schwebenden Frauen zogen etwa 160 Fußball-Weltmeister auf die Bühne. Mit dabei waren alle 22 deutschen Weltmeister von 1974, darunter Gerd Müller und Paul Breitner. Ins Münchner Stadion zogen auch Spieler aus Sepp Herbergers WM-Kader ein, darunter Horst Eckel. Sie hatten 1954 das Wunder von Bern vollbracht. Von Beckenbauers WM-Truppe von 1990 waren unter anderem Andreas Brehme und Rudi Völler mit dabei.

fpf/AFP/dpa

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