Robin Dutt als E-Sport-Experte "Wir pennen in Deutschland"

Robin Dutt war Bundesligatrainer und -Manager, er war DFB-Sportdirektor. Nun ist er E-Sport-Berater - und wünscht sich in seinem ungewohnten Fachgebiet Verbesserung in Deutschland.

Robin Dutt
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Robin Dutt


Berichtet hier jemand von etwas, von dem er eigentlich gar keine Ahnung hat? Der ehemalige Trainer und DFB-Sportdirektor Robin Dutt sieht beim Engagement deutscher Fußballklubs im Bereich E-Sport deutlichen Nachholbedarf. "Diese Lawine ist nicht aufzuhalten, aber wir pennen in Deutschland", sagte Dutt: "In Frankreich und den Niederlanden ist jeder Klub zu einer E-Sport-Abteilung verpflichtet, da können wir uns doch nicht vor verschließen."

Dutt, zuletzt Sportvorstand beim VfB Stuttgart, arbeitet nun als Berater im Beirat der Agentur eSports Reputation. Von den 18 Bundesligisten haben bislang nur Schalke 04 und der VfL Wolfsburg Spieler der Fußballsimulation Fifa unter Vertrag, zudem betreibt Schalke ein Team des Fantasy-Strategiespiels League of Legends (LoL).

"Junge Leute leben heute in einer anderen Welt, fast einer Parallelwelt. Da müssen wir alle über den Tellerrand hinausschauen, sonst müssen wir uns nicht wundern, wenn die Unter-30-Jährigen bald nicht mehr ins Stadion kommen", sagte Dutt.

Dutt soll bei seinem neuen Projekt seine Erfahrungen aus dem Profifußballbereich einbringen. Unter anderem soll er herausfinden, "ob und wie Aspekte der Talentförderung, der Ausbildungs-, Fitness - und Trainingsplanung sowie der Taktik aus dem 'realen' Fußball in die Welt des digitalen Fußballs transformiert werden können", hieß es in einer Mitteilung von eSports Reputation.

Der 52-Jährige war seit Mai 2016 ohne Job im Sport-Business. Damals hatten sich Dutt und der VfB Stuttgart nach dem Abstieg in die zweite Liga im gegenseitigen Einvernehmen getrennt. Zuvor hatte Dutt unter anderem den SC Freiburg, Bayer Leverkusen und Werder Bremen trainiert.

mru/sid



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Seite 1
Msc 05.07.2017
1.
Lieber Herr Dutt, die jungen Leute kommen nicht ins Stadion um Fußball zu sehen, wenn sie eigentlich an LoL, Overwatch oder anderem interessiert sind. Das kann man nämlich von zuhause gucken. Umsonst. Ihr Engagement in allen Ehren, aber die Argumentation sollten sie viellicht erst noch üben. Auch sollten sie Worte wie Parallelwelt vermeiden und schon gar nicht von "die da" und "uns" fabulieren. Indem sie die Ausgrenzung in ihr Vokabular übernehmen, zementieren sie nur die Nichtakzeptanz.
torflut 05.07.2017
2. hmmm
Nachhaltigen und herausragenden Erfolg war Dutt im realen Fußball ja nicht beschieden. Möge er ihm in der virtuellen Welt beschieden sein! Aber bitte geräuschlos!
cmann 05.07.2017
3. Ausgerechnet Dutt?
Jeder Andere ohne einer derartigen "Erfolgsgeschichte" als Manager, Trainer, Sportdirektor (hab ich was vergessen) wie Herr Dutt wäre geeigneter für eine derartige Beratertätigkeit. Der Gute hat ein einziges Mal zu Beginn seiner "Kariere" einen "Leistungsnachweis" (Stuttgarter Kickers und SC. Freiburg) gebracht seitdem aber nur noch "Flops" produziert. Wer will denn etwas von ihm ernst nehm,en mit einer solchen Vorgeschichte, der blickt ´s doch eh keinen Meter;-)!
ingo_horn 05.07.2017
4.
Auch wenn die vollmundigen Bekundungen in Bezug auf Frankreich (jeder Club ist verpflichtet...) sicherlich die Sehnsüchte in Punkto eSports auch in Deutschland wecken, so muss die Investition in eSports und die Nachhaltigkeit der Wirkung für jeden Verein und – unabhängig von der Fußball-Bundesliga - jeden Sponsor abgewägt werden. Ob nun Fifa, League of Legends oder die vielen ebenso in ihren Kreisen erfolgreichen eSport Varianten von Hearthstone, World of Tanks, Overwatch, Dota 2, CS etc. – alle „Disziplinen“ sprechen unterschiedliche Klientel an, da muss sehr wohl abgewägt werden, welche Marke zu welchem Verein/Sponsor passend ist und darum kümmern sich bereits etliche Unternehmen in der Spielebranche. Die viel entscheidendere Frage in meinen Augen ist: Kann die Struktur von etablierten großen Vereinen dem eSports helfen, oder kann das Ganze auch darunter leiden, wenn die gleichen Funktionäre und Manager aus dem Fußballumfeld versuchen ein etabliertes "Big Business" mit all seinen Vor- und auch Nachteilen auf eine Art „New Economy“ zu transferieren. In meinen Augen müssen mehr erfahrene eSports Akteure und Branchen-Kenner (eSports, Games, Hardware) hier eingebunden werden, um nicht den "Mächtigen Bundesligaakteuren“ ausgeliefert zu sein, die im eSports u.U. nicht mehr als ein Steckenpferd sehen, um junges Publikum für sein Hauptbusiness zu aqurieren. Die Synergien nutzen und gemeinsam etwas großartiges noch großartiger werden lassen – dies sollte das gemeinsame Ziel sein und nicht zu versuchen einen Trend lediglich zu instrumentalisieren und halbherzig mal „zu versuchen“.
ingo_horn 05.07.2017
5. Synergien für Nachhaltigkeit schaffen - nicht nur Vermarktungstool
Auch wenn die vollmundigen Bekundungen in Bezug auf Frankreich (jeder Club ist verpflichtet...) sicherlich die Sehnsüchte in Punkto eSports auch in Deutschland wecken, so muss die Investition in eSports und die Nachhaltigkeit der Wirkung für jeden Verein und – unabhängig von der Fußball-Bundesliga - jeden Sponsor abgewägt werden. Ob nun Fifa, League of Legends oder die vielen ebenso in ihren Kreisen erfolgreichen eSport Varianten von Hearthstone, World of Tanks, Overwatch, Dota 2, CS etc. – alle „Disziplinen“ sprechen unterschiedliche Klientel an, da muss sehr wohl abgewägt werden, welche Marke zu welchem Verein/Sponsor passend ist und darum kümmern sich bereits etliche Unternehmen in der Spielebranche. Die viel entscheidendere Frage in meinen Augen ist: Kann die Struktur von etablierten großen Vereinen dem eSports helfen, oder kann das Ganze auch darunter leiden, wenn die gleichen Funktionäre und Manager aus dem Fußballumfeld versuchen ein etabliertes "Big Business" mit all seinen Vor- und auch Nachteilen auf eine Art „New Economy“ zu transferieren. In meinen Augen müssen mehr erfahrene eSports Akteure und Branchen-Kenner (eSports, Games, Hardware) hier eingebunden werden, um nicht den "Mächtigen Bundesligaakteuren“ ausgeliefert zu sein, die im eSports u.U. nicht mehr als ein Steckenpferd sehen, um junges Publikum für sein Hauptbusiness zu aqurieren. Die Synergien nutzen und gemeinsam etwas großartiges noch großartiger werden lassen – dies sollte das gemeinsame Ziel sein und nicht zu versuchen einen Trend lediglich zu instrumentalisieren und halbherzig mal „zu versuchen“.
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