Europa League Hoffenheim verliert nach Führung

Rückschlag für die TSG: Bei ihrem Europa-League-Debüt gegen Sporting Braga waren die Kraichgauer spielbestimmend, aber nicht effektiv genug. So starteten sie mit einer Niederlage in die Gruppenphase.

Lukas Rupp (vorne)
DPA

Lukas Rupp (vorne)


Die TSG Hoffenheim ist mit einer Niederlage in die erste Europa-League-Saison der Vereinsgeschichte gestartet. Gegen den portugiesischen Vertreter Sporting Braga verlor der Bundesligist 1:2 (1:1). Für den Bundesligisten traf Sandro Wagner (24. Minute), Bragas Tore erzielten Joao Teixiera (45.+1) und Dyego Sousa (50.).

TSG-Coach Julian Nagelsmann veränderte seine Startformation nach dem 2:0-Ligasieg gegen Bayern München auf fünf Positionen, unter anderem kehrte Kapitän Kevin Vogt zurück in die defensive Dreierkette. Vor heimischer Kulisse agierte das Team von Beginn an spielbestimmend, tat sich zunächst jedoch schwer gegen defensiv variable Portugiesen. Gefährlich wurde es vor allem, wenn die Hoffenheimer es schafften, über die Flügel hinter Bragas Viererkette zu kommen. Aus solch einem Angriff resultierte auch die erste Großchance des Spiels, Pavel Kaderabeks Direktabnahme landete jedoch nur an der Latte (22.).

Zwei Minuten später machte es Sandro Wagner besser: Nach mustergültiger Vorbereitung von Kaderabek nickte der Angreifer aus kurzer Distanz zum 1:0 ein.

In der Folge dominierte Hoffenheim die Partie und hätte durch Andre Kramaric nach einer sehenswerten Kombination auf 2:0 erhöhen können - doch der Ersatzmann für den verletzten Mark Uth scheiterte in aussichtsreicher Position an Bragas Keeper Matheus Magalhaes (37.).

Diese Nachlässigkeit bestraften die Portugiesen: Kurz vor dem Pausenpfiff verlor Vogt in seinem Rücken Bragas Joao Teixeira aus den Augen, sodass dieser per Kopf unbedrängt den 1:1-Ausgleich erzielen konnte (45.+ 1). Zuvor hatten die Hoffenheimer keine einzige Torchance zugelassen.

Nur wenige Minuten nach dem Seitenwechsel stellten die Portugiesen den vorherigen Spielverlauf endgültig auf den Kopf: Mit nur drei Pässen kombinierte sich Braga aus der eigenen Hälfte vor das Hoffenheimer Tor, wo Dyego Sousa den Ball am zweiten Pfosten über die Linie drückte (50.).

Die TSG wirkte vom Rückstand verunsichert, Braga konzentrierte sich mit der Führung im Rücken aufs Verteidigen. Die beste Hoffenheimer Gelegenheit vergab der eingewechselte Bruno Hübner, der den Ball nach einer Flanke aus spitzem Winkel auf die Latte setzte (88.).

Am Donnerstag in zwei Wochen (26.09, 21.05 Uhr) trifft die TSG Hoffenheim im zweiten Gruppenspiel auf Ludogorez Rasgrad.

TSG Hoffenheim - Sporting Braga 1:2 (1:1)
1:0 Wagner (24.)
1:1 Teixeira (45.+1)
1:2 Dyego Sousa (50.)
Hoffenheim: Baumann - Nordveit (70. Ochs), Vogt, Bicakcic (46. Hübner) - Rupp - Kaderabek, Demirbay; Grillitsch (56.Polanski), Schulz - Kramaric, Wagner
Braga: Matheus - Marcelo Goiano, Rosic, Raúl Silva, Nuno Sequeira - Vukcevic, Danilo, Joao Teixeira (78. Horta) - Dyego Sousa (59. Freansérgio), Paulinho (83. Hassan), Ricardo Esgaio
Schiedsrichter: Bobby Madden (Schottland)
Gelbe Karten: Nordveit, Demirbay -
Zuschauer:
15.714



insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
kepplerd 14.09.2017
1. Das nennt man
wohl Lehrstunde. 90 Minuten drückend überlegen. Mehrere ungenutzte Großchancen. Und Braga macht aus 2 Chancen 2 Tore. In diesem Spiel merkte man deutlich, dass die Hoffenheimer Mannschaft noch sehr unerfahren ist und deswegen vorne wie hinten simple Fehler gemacht hat. Diese Fehler werden aber auf internationalem Parkett bestraft, was national nicht immer der Fall ist. Trotzdem halte ich ein Weiterkommen der Hoffenheimer weiterhin für realistisch, da Braga auf dem Papier der Beste Gegner ist und sie sogar gegen den hätten gewinnen müssen.
skeptikerjörg 14.09.2017
2. Kein Wunder
Da hat der Wunder-Systemtrainer also nach Liverpool zum zweiten Mal international seine Grenzen kennen gelernt. Aber wenn man Rotation um der Rotation Willen zum Prinzip macht ... Entweder man ist überzeugt und stark genug, sein Spiel und sein System durchzudrücken und tut es, oder man orientiert sich am Gegner, stellt um, zeigt damit Schwäche und macht den Gegner dadurch mutig und stark. Fußball ist eben keine Mathematik und lässt sich nicht auf dem Laptop strukturieren, Fußball ist auf dem Platz.
fvp 15.09.2017
3. Nicht Bruno …
… sondern Benjamin Hübner.
uli_san 15.09.2017
4. Wer bei seinem Europaliga-Debut...
...sein kleines Stadion nicht einmal halb gefüllt bekommt, hat auch keinen Erfolg verdient. Insgesamt zeigt sich, dass der Bundesligafußball im europäischen Vergleich weiter abfällt.
briancornway 15.09.2017
5. Durchdrücken
Zitat von skeptikerjörgDa hat der Wunder-Systemtrainer also nach Liverpool zum zweiten Mal international seine Grenzen kennen gelernt. Aber wenn man Rotation um der Rotation Willen zum Prinzip macht ... Entweder man ist überzeugt und stark genug, sein Spiel und sein System durchzudrücken und tut es, oder man orientiert sich am Gegner, stellt um, zeigt damit Schwäche und macht den Gegner dadurch mutig und stark. Fußball ist eben keine Mathematik und lässt sich nicht auf dem Laptop strukturieren, Fußball ist auf dem Platz.
Gegen Braga würde wohl jeder sein Team anders auf- und einstellen als in der Liga gegen den FCB, nicht um der Rotation Willen oder aus Mangel an Überzeugung, sondern weil es ein anderer Gegner ist. Gegen Braga hat man versucht, das Spiel zu machen. Damit hat man den Gegner gewiss nicht stark und mutig gemacht, der war das einfach so schon.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.