Sieg gegen Tottenham Aubameyang schießt Dortmund ins Viertelfinale

Borussia Dortmund hat das Achtelfinale der Europa League locker gemeistert. Gegen Tottenham Hotspur war der BVB auch im Rückspiel die überlegene Mannschaft.

REUTERS

Borussia Dortmund ist der letzte verbliebene deutsche Teilnehmer in der Europa League. Die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel steht nach einem 2:1(1:0)-Erfolg bei Tottenham Hotspur im Viertelfinale des Wettbewerbs. Das Hinspiel war 3:0 für den BVB ausgegangen.

Beim Rückspiel in London sorgte Pierre-Emerick Aubameyang mit zwei Treffern für den erneuten Erfolg (24. Minute, 70.), für den Stürmer waren es die Pflichtspieltore 34 und 35 in dieser Saison. Son Heung-Min verkürzte für die Gastgeber (73.).

"Wir sind richtig gut aufgetreten, von der ersten Minute an", sagte BVB-Torwart Roman Weidenfeller: "Wir wollen noch weiter für Furore sorgen, das ist unser Anspruch."

Bei Tottenham waren Stars wie Christian Eriksen oder Harry Kane nicht im Kader oder blieben auf der Ersatzbank, sie wurden wie schon beim Hinspiel für die Meisterschaft geschont, in der Tottenham um den Titel kämpft. Die Gastgeber machten jedoch nicht den Eindruck, als wollten sie die Partie gegen die Borussia abschenken. Von Beginn an versuchten sie, die Dortmunder unter Druck zu setzen. Doch die waren eine Nummer zu groß für die Spurs.

Die erste Chance erspielte sich der BVB nach einer knappen Viertelstunde, als die schnellen Angreifer der Borussia die englische Abwehr überrannten. Marco Reus traf nach Vorarbeit von Henrich Mchitarjan jedoch nicht ins Tor, sondern das Außennetz (14.).

Aubameyang zaubert, Subotic patzt

Zehn Minuten später ging der Bundesligist in Führung. Nach einem Ballgewinn im Pressing wurde Aubameyang einige Meter vor dem Spurs-Strafraum nicht angegriffen. Also zog er einfach ab. Sein Schuss flatterte ins lange Eck - bereits nach 24 Minuten war das Duell damit gelaufen, Tottenham musste nun fünf Tore erzielen, um weiterzukommen. Davon waren die Spurs weit entfernt, nur selten schafften sie es bis an den Dortmunder Strafraum. Der Ex-Leverkusener Son vergab Tottenhams einzig klare Gelegenheit vor der Pause, als er aus etwa 16 Metern am Tor vorbeischoss (41.).

Dortmund konzentrierte sich auf Konter und wirkte dadurch nicht ganz so dominant wie im Hinspiel. Am Ende erreichte der BVB in Sachen Ballbesitz (39 Prozent) und Passquote (76 Prozent) für seine Verhältnisse schwache Werte. Doch er blieb gefährlicher als Tottenham.

Mchitarjan verpasste kurz vor der Pause das 2:0 für die Gäste, als er frei Spurs-Torwart Hugo Lloris Nerven zeigte (45+3.). Auch Aubameyang vergab eine Riesenchance, als er aus guter Position den Ball nicht voll erwischte (59.). Als bei einem weiteren BVB-Konterangriff Mchitarjan Aubameyang perfekt bediente, blieb der Angreifer dann cool - 2:0 für die Borussia.

Dass die Spurs noch einmal herankamen, hatten sie Dortmunds Neven Subotic zu verdanken. Dem Abwehrspieler missglückte ein Rückpass auf Torwart Weidenfeller, Son ging dazwischen und verkürzte für Tottenham. Es war der einzige Schuss aufs Tor, den die Gastgeber im gesamten Spiel zustande brachten.

Tottenham Hotspur - Borussia Dortmund 1:2 (0:1)
0:1 Aubameyang (24.)
0:2 Aubameyang (70.)
1:2 Son (74.)
Tottenham: Lloris - Trippier, Alderweireld, Wimmer, Davies (13. Rose) - Mason, Dier - Alli (69. Carroll), Lamela (74. Onomah), Son - Chadli
Dortmund: Weidenfeller - Ginter, Subotic, Sokratis (54. Durm) - Piszczek, Weigl, Schmelzer - Mchitarjan (71. Kagawa), Castro - Aubameyang, Reus (60. Pulisic)
Schiedsrichter: Rizzoli (Italien)
Zuschauer: 34.593
Gelbe Karten: Lamela (2), Alderweireld - Castro

mon



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insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
briancornway 18.03.2016
1. Erschreckend vielversprechend
Nach dem 1:0 schien es weitgehend ein Sparring zu werden, Dortmund übte, einen Spielstand zu halten. Dass dabei noch ein paar überwiegend vergebene Torchancen heraussprangen, war wohl nur ein Nebenaspekt der Übung. Unter den verbliebenen Mannschaften ist kein echter "Knaller", aber ausscheiden kann man natürlich gegen jeden von denen. Eine Doppelfeier wie 1997 ist zumindest denkbar, aber erfreuen wir uns erstmal von Spiel zu Spiel.
Wolfgang Porcher 18.03.2016
2. nicht Überbewertung bei aller Freude
die Engländer haben in beiden Spielen nicht ihr bestes Team aufgeboten.
geradsteller 18.03.2016
3. Zweiter schöner EuroAbend in Folge
...da kann der Zusammenfasser schonmal in gewohnheitsmäßiges FussballSprech verfallen: "Aussennetz" von Aubameyang ;),.....- jaja, die zwei Netze, genauso beliebt wie das Trainerparadoxon von "zweiten Ball". Egal, drücken die Daumen (tatsächlich zwei;) für die beiden deutschen Tabellenvorderen..... und dem VfL
Draco Silvano 18.03.2016
4.
Zitat von Wolfgang Porcherdie Engländer haben in beiden Spielen nicht ihr bestes Team aufgeboten.
Da haben Sie recht. Aber den Dortmundern kann es egal sein. Das 1/8-Finale war eh schon nach dem Hinspiel gelaufen. Gestern hat Dortmund nur noch das nötigste getan und selbst dabei noch zahlreiche Torchancen herausgespielt. Was bleibt sind 2 verdiente Siege gegen den aktuell 2ten der PL. Nun bitte eine passende Auslosung nachher, sodass die verbleibenden namenhaften Teams (Sevilla, Liverpool und Dortmund) möglichst erst im Halbfinale bzw. Finale aufeinander treffen.
Oihme 18.03.2016
5. Gut gelaufen!
Für jeden BVB-Profi mit eventuellen Abwanderungsgedanken in die PL waren Hin- und Rückspiel gegen Tottenham sicherlich ernüchternd. Wer internationale Titel gewinnen will, für den ist die PL momentan die komplett falsche Adresse. Geld ist sicherlich nicht alles, und auch von dem, was ein Spieler in Dortmund verdient, kann er sich inzwischen mehr als eine warme Mahlzeit am Tag leisten.
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