Frankfurts Unentschieden gegen Inter Mailand Sehenswert immerhin auf den Rängen

Ein gehaltener Elfmeter war eines der wenigen Highlights in Frankfurts Europa-League-Achtelfinale gegen Inter Mailand - zumindest auf dem Platz. Beeindruckend hingegen wieder einmal: die Fans.

Choreographie der Fans von Eintracht Frankfurt
DPA

Choreographie der Fans von Eintracht Frankfurt


Die Paraden des Spiels: Kamen von Kevin Trapp. Zunächst wehrte der Eintracht-Torwart in der 22. Minute einen Elfmeter von Marcelo Brozovic zur Seite ab - Gelson Fernandes hatte zuvor Lautaro Martínez leicht getroffen. Nach der anschließenden Ecke schoss Inters Milan Skriniar mit der Hacke aufs Tor, doch Trapp parierte auch diesen Abschluss.

Das Ergebnis: Eintracht Frankfurt hat im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League gegen Inter Mailand kein Tor kassiert. Das ist die gute Nachricht für die Gastgeber. Allerdings haben sie auch keines geschossen. Hier geht es zum Spielbericht. Das Rückspiel im Mailänder Giuseppe Meazza findet am 14. März statt.

Die erste Hälfte: Gehörte den Frankfurter Fans. Wie zu den vergangenen Europa-League-Auftritten haben die Anhänger der Eintracht sich und die Spieler mit einer beeindruckenden Choreografie auf die Partie eingestimmt. Die Ränge glitzerten in den Vereinsfarben, die Fankurve zierte die Zahl 120 zum Vereinsjubiläum. Doch während die Fans auch nach Anpfiff noch mit konstanten Anfeuerungen überzeugten, kam von den Eintracht-Spielern nicht viel. Inter war mit drei Stürmern das entschlossenere Team. Die Frankfurter, die ohne den verletzten Ante Rebic auskommen mussten, bekam keinen Zugriff auf das Spiel, leisteten sich viele Fehler.

Blick ins Stadion
Getty Images

Blick ins Stadion

Die zweite Hälfte: Gehörte dann auch den Frankfurter Spielern. Während der 18-malige italienische Meister in den zweiten 45 Minuten nicht ein Mal aufs Tor von Trapp geschossen hat, war Inter-Torwart Samir Handanovic bereits in der 51. Minute überwunden. Einzig: Sébastien Haller behinderte bei dem Kopfball von Danny da Costa in Abseitsposition den Torwart. Der Treffer zählte nicht. In der Folge erarbeitete sich die Eintracht mehrere gute Möglichkeiten, ein reguläres Tor gelang Frankfurt jedoch nicht mehr.

Der Trainer, die Flasche, die Tribüne: Nur wenige Minuten nach dem nicht gegebenen Tor wurde Haller im Strafraum von Danilo D'Ambrosio angerempelt (53.). Ein Elfmeterpfiff blieb aber aus. Einen Rempler von Adi Hütter gegen eine Wasserflasche später war Schiedsrichter Collum dann strenger: Er verbannte den Eintracht-Trainer auf die Tribüne. "Wenn man in der ersten Halbzeit den Elfmeter gibt, dann war der Elfmeter in der zweiten Halbzeit an Haller der klarere", sagte Hütter nach der Partie - und entschuldigte sich: "Da sind die Emotionen mit mir durchgegangen. Das gehört sich nicht." Die TV-Bilder seiner Aktion hätten ihm auch nicht gefallen, sagte der Trainer. Oder etwa doch? Immerhin habe man gesehen, "dass ich als Spieler einen guten rechten Fuß hatte".

39,3 Prozent: Standen stellvertretend für die Kraftverhältnisse in den beiden Hälften dieses Unentschiedens. Während die Eintracht in den ersten 45 Minuten lediglich 39,3 Prozent Ballbesitz hatte, kamen nach Wiederanpfiff die Gäste in puncto Ballbesitz auf genau diesen Wert.

Das "Okay" des Spiels: Kam von Kevin Trapp. Dank ihm hat die Eintracht zwar kein Gegentor kassiert. Aber sie hat eben auch keinen Treffer erzielt - nach einer Gruppenphase ohne Punktverlust ein ernüchterndes Heim-Ergebnis für die Gastgeber, die mit 23 Toren in den Spielen zuvor die meisten Treffer des Wettbewerbs erzielt hatten. "Wir wollten anders ins Spiel kommen. Wir wollten Inter Mailand zu Fehlern zwingen. Das haben wir in der zweiten Halbzeit viel besser gemacht. Nächste Woche wird es ein ganz anderes Spiel", sagte Hütter voraus. Für Torwart Trapp wiederum ist die Ausgangsposition: "okay".

Adi Hütter im Video: "Haben in Mailand alle Chancen"

ARMANDO BABANI/EPA-EFE/REX

Die Zahl 120: Stand vor dem Spiel in riesengroßen Lettern auf der Tribüne für das Jubiläum des Vereins, der am 8. März 1899 gegründet wurde. "Glorreiche Zeiten, traurige Tage" und "Wir stehen zur Eintracht, keine Frage" stand auf zwei Bannern. 120 Jahre, in denen die Eintracht 1980 den Uefa-Cup gewinnen konnte. Nach der Partie könnte man die Zahl auch so sehen: Noch maximal 120 Minuten bis zum ersten Einzug in ein europäisches Viertelfinale seit 1994.

Eintracht Frankfurt - Inter Mailand 0:0
Frankfurt: Trapp - Hinteregger, Hasebe, Ndicka - da Costa, Fernandes, Rode (77. Willems), Kostic - Gacinovic - Haller (80. Paciencia), Jovic
Mailand: Handanovic - D'Ambrosio, de Vrij, Skriniar, Asamoah - Vecino, Brozovic - Borja Valero (80. Cedric) - Politano, Martínez, Perisic (58. Candreva)
Schiedsrichter: William Collum
Gelbe Karten: Kostic, Hasebe, Fernandes / Asamoah, Martínez, Candreva
Zuschauer: 48.000 (ausverkauft)



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ferryh 08.03.2019
1. Schöne Choreo..
aber wetten, die selben Fans benehmen sich nächste Woche in Mailand wieder daneben?
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