Europa League Bittere Pleiten für Gladbach und Stuttgart

Deutsche Doppelniederlage: Gladbach unterlag in der Europa League zu Hause Fenerbahçe Istanbul und setzte damit seinen Abwärtstrend fort. Eine peinliche Vorstellung zeigte der VfB Stuttgart, der bei Molde FK verlor.

AFP

Hamburg - Die Lage bei Borussia Mönchengladbach wird immer schlimmer: Nach dem 0:5-Debakel gegen Dortmund kassierte der Club nun auch in der Europa League ein Pleite. Gegen Fenerbahçe Istanbul verlor die Borussia zu Hause 2:4 (1:2). Der Niederländer Luuk de Jong hatte die Gladbacher zwar in Führung (18. Minute) gebracht, doch Cristian (25./87.), Raul Meireles (40.) und Dirk Kuijt (71.) drehten die Partie. Der Anschlusstreffer von Igor de Camargo (74.) kam zu spät. Zudem verlor der VfB Stuttgart bei Molde FK 0:2.

"Das ist schade, aber die Details machen den Unterschied. Wir kriegen einfach viele Gegentore, heute auch nach Fouls, und dann haben wir das Vertrauen verloren", sagte Trainer Lucien Favre.

Ohne die verletzten Patrick Herrmann (Oberschenkelzerrung) und Alvaro Dominguez (Schädelprellung) begann die Borussia nach zuletzt sechs Pflichtspielen ohne Sieg verunsichert. Fehlpässe, Probleme im Zweikampf, Unordnung bei Standardsituationen - die Borussia offenbarte in der Anfangsphase einige Schwachstellen. Istanbul war zunächst überlegen und hatte durch Moussa Sow (11.) die erste Chance.

Arango vergibt Großchance

Bis zur ersten gelungenen Gladbacher Offensivaktion dauerte es eine Viertelstunde. Nach schöner Vorarbeit von Alexander Ring verfehlte der abgefälschte Schuss von Tolga Cigerci sein Ziel aber knapp. Drei Minuten später war aber de Jong zur Stelle, als er nach eine Flanke von Havard Nordtveit aus sechs Metern die Führung köpfte.

Doch Istanbul zeigte sich unbeeindruckt und kam durch einen Freistoß von Cristian zum Ausgleich. Die jubelnden Gäste-Fans schossen anschließend Feuerwerkskörper ab, die Begegnung musste kurzzeitig unterbrochen werden. Auf der Gegenseite setzte Juan Arango einen Freistoß nur Zentimeter neben den Pfosten (33.). Auf der Gegenseite traf Raul Meireles aus der Distanz zur Fenerbahçe-Führung.

In der zweiten Halbzeit drängte Gladbach auf den Ausgleich, Juan Arango (59.) vergab freistehend vor Istanbuls Torwart Volkal Demirel jedoch den zweiten Treffer der Borussia. Besser machten es die Gäste aus der Türkei. Kuijt sorgte nach gut 70 Minuten für eine Vorentscheidung: Der Niederländer traf nach einer Flanke von Caner Erkin aus kurzer Distanz.

Zwar kam die Borussia drei Minuten später zum Anschlusstreffer durch de Camargo, der eine Hereingabe von Arango verwertete. Der Ausgleich gelang aber nicht mehr. Stattdessen erhöhten die Gäste sogar noch durch den zweiten Treffer von Cristian.

Borussia Mönchengladbach - Fenerbahce Istanbul 2:4 (1:2)
1:0 de Jong (18.)
1:1 Cristian (25.)
1:2 Meireles (40.)
1:3 Kuyt (71.)
2:3 De Camargo (74.)
2:4 Cristian (87.)
Mönchengladbach: ter Stegen - Nordtveit, Stranzl, Brouwers, Daems - Marx, Cigerci (62. De Camargo) - Ring (46. Hrgota), Arango - de Jong, Xhaka (86. Mlapa)
Istanbul: Demirel - Gönül, Irtegün, Korkmaz, Kaldirim - Meireles, Topal - Cristian - Kuyt (90.+4 Sahin), Sow (78. Krasic), Erkin
Schiedsrichter: Fernando Teixeira Vitienes (Spanien)
Zuschauer: 46.279 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Marx, de Jong - Gönül, Korkmaz, Caner Erkin

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 12 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
horstma 04.10.2012
1. VfB?
Man hat damals mit Gomez einen Topstürmer verkauft, aber den Erlös nicht oder falsch investiert. Gut, wenn man österreichische und schweizerische Spieler einkauft, auch wenn sie Nationalspieler sein sollten, pendelt sich das Niveau dann eben entsprechend ein, und es kommt ein Mittelklasseverein dabei heraus. Kein Grund zu Panik, denn das scheint der Vereinsführung derzeit zu genügen. Denn man vernimmt aus Stuttgart nichts, aber auch garnichts, was darauf hindeutet, daß man dort beunruhigt ist oder gar etwas unternehmen will. Wenn international nicht einmal die 2. Liga, die Europa League, Priorität geniesst, und diese Aussage von Direktor selbst kommt, sagt das alles. Der Fan sollte sich überlegen, ob es sich lohnt, ins Stadion zu fahren, um einer Mannschaft zuzusehen, die nur den Klassenerhalt im Auge hat. Ein leeres Stadion scheint das einzige zu sein, was die Verantwortlichen zum Umdenken zwingen könnte.
linkeseite 05.10.2012
2. Trainerkarrusell
Wetten,Ende Saison ist Favre nicht mehr Trainer der Borussia
istegal 05.10.2012
3. Super!
Zitat von sysopAFPDeutsche Doppel-Niederlage: Gladbach unterlag in der Europa League zu Hause Fenerbahçe Istanbul und setzte damit seinen Abwärtstrend fort. Eine peinliche Vorstellung zeigte der VfB Stuttgart, der bei Molde FK verlor. http://www.spiegel.de/sport/fussball/europa-league-niederlagen-fuer-gladbach-und-stuttgart-a-859592.html
Es ist schon enttäuschend, dass so eine Mannschaft Deutschland international vertreten darf und von ihren Verantwortlichen im Vorfeld einen Persilschein für schwache Leistungen erhält. Schämt Euch!!
rheinischerfrohsinn 05.10.2012
4. und (fast) jährlich grüßt das Abstiegstier ...
Tja Gladbacher, zittert Euch mal zu den nächsten Relegationsspielen - und fühlt Euch wieder wie Superpokalgewinner! Was ist so schwer daran, mit dem Renommé, dem vielen Geld und der treuen Fanbasis etwas Dauerhaftes aufzubauen? Hannover kann es doch auch!
ogniflow 05.10.2012
5. Logik von Bobic
Durch eine begeisternde Rückrunde gelingt es dem VFB noch in die Quali zur Euro-League zu gelangen, das entscheidende Spiel gegen Dynamo Moskau wird zum "Schicksalsspiel" erklärt-man schafft den Einzug in die Gruppenphase. Nun plötzlich hat"...die Liga klare Priorität, die EL ist nicht so wichtig,usw.".In de Liga hat man aber maximal die Chance wieder einen EL-Platz zu erreichen.Sollte der VFB mit einer begeisternden Rückrunde dieses Ziel schaffen, kann man dann ja wieder abschenken,weil die Liga Priorität hat.Als Zuschauer des VFB würde ich mir veralbert vorkommen. Bei Gladbach wiederholt sich das Favre-Drama. Nach einer sensationellen Saison (damals mit Hertha) kommt der Absturz. Favre wirkt lustlos und ausgebrannt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.