Europa-League-Playoffs: Ibisevic trifft, Stuttgart jubelt

Von Jan Reschke

Der VfB Stuttgart hat im Hinspiel der Europa-League-Playoffs gegen Dynamo Moskau gewonnen. Nach anfänglichen Problemen war es Stürmer Vedad Ibisevic mit zwei Toren zu verdanken, dass der Club nun eine sehr gute Ausgangslage für den Einzug in die Gruppenphase hat.

Europa League: Ibisevic sichert Stuttgarts Sieg Fotos
DPA

Tempo, Frische, Dynamik, Abgeklärtheit - all das hat der VfB Stuttgart im Hinspiel der Europa-League-Playoffs gegen Dynamo Moskau ganz lange nicht gezeigt. Immerhin, die Russen zeigte es gar nicht. Die Folge: 2:0 (0:0) für den Bundesligisten durch Treffer von Stürmer Vedad Ibisevic (71. Minute/90.+2). Bitter ist allerdings, dass bei Kapitän Serdar Tasci der Verdacht auf einen Mittelhandbruch der rechten Hand besteht. Er war nach einem Kopfballduell unglücklich auf dem Rasen gelandet.

"Wir wussten, dass es ein schweres Spiel wird. Wichtig war, dass wir geduldig waren", sagte Ibisevic. Vor allem waren bis zu diesen Toren aber etliche Abspielfehler, mangelnde Abstimmung in der Offensive und wenig planvolles Angriffsspiel Belege dafür, dass sich der VfB vor der am Freitag beginnenden Bundesliga-Saison noch finden muss. Verständlich, aber hinderlich, wenn der Einzug in die Gruppenphase der Europa League gelingen soll.

Dynamo Moskau hatte aufgrund von fünf absolvierten Ligapartien eigentlich weit bessere Voraussetzungen, zuletzt aber große Probleme - der Club hat alle fünf Spiele verloren und ist Letzter. Gegen Stuttgart konnte auch der ehemalige Stuttgarter Profi Kevin Kuranyi, der nun Kapitän der Moskauer ist, keinen Glanz versprühen. Vor dem Rückspiel am kommenden Dienstag (18 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) sind die Chancen für den VfB damit stark gestiegen. "Wir dürfen uns nicht zu sicher fühlen", so Ibisevic.

Schwächeres Team, größere Ambitionen, eine ungesunde Mischung

Es wäre ein wichtiger Erfolg, denn Trainer Bruno Labbadia könnte so etwas wie der "Fluch der guten Tat" ereilen. Er führte sein Team in der vergangenen Saison auf einen Europapokalplatz und auch vor dieser Spielzeit sehen viele Bundesliga-Trainer den VfB als sicheren Kandidaten für die Europa League. Allerdings verließen in Julian Schieber, Khalid Boulahrouz, Matthieu Delpierre und Timo Gebhart gestandene Spieler den Verein, im Gegenzug kamen größtenteils Verstärkungen aus der eigenen zweiten Mannschaft. Schwächeres Team, größere Ambitionen, eine ungesunde Mischung.

Labbadia brachte Maza in der Innenverteidigung, Shinji Okazaki begann auf der linken Offensivseite. Bei Gegner Moskau standen gleich drei in Deutschland bekannte Spieler in der Startelf: Kuranyi, Zvjezdan Misimovic, der mit Wolfsburg Meister geworden war, und Gordon Schildenfeld, zuletzt für Eintracht Frankfurt aktiv.

Angesichts der prominenten Namen war Stuttgart zunächst sichtlich bemüht, keine Fehler zu begehen. Weil Moskau ebenso wenig zielstrebig nach vorne spielte, gab es zunächst vor allem eines: Langeweile.

In der 26. Minute bekamen die Zuschauer erstmals etwas zu sehen, was sich in der Nähe der Tore abspielte: Martin Harnik köpfte aus kurzer Distanz, Torwart Anton Shunin hielt den Ball im Nachfassen. Auch Ibisevic beförderte den Ball fünf Minuten später in die Hände des Keepers. Auf dem Stürmer ruhen in dieser Saison große Hoffnungen. In der vergangenen Winterpause von Hoffenheim gekommen, hatte er in der Rückrunde für den VfB acht Tore erzielt und sieben Vorlagen gegeben. In der ersten Halbzeit zumindest kam kein weiterer Scorerpunkt hinzu, es blieb beim 0:0.

Das wurde auch in Hälfte zwei zunächst nicht besser. Zwar kam der VfB sogar hin und wieder zu einer Ecke, richtig gefährlich wurde es aber nur selten. In der 70. Minute musste sich Dynamo-Keeper Shunin mächtig strecken. Eine Minute später wurde Ibisevic seiner Rolle als Hoffnungsträger dann doch noch gerecht, er stand nach einem Schuss von Tim Hoogland genau richtig und schoss den Ball, den Shunin nicht festhalten konnte, zum 1:0 ins Tor. Und nach einer starken Vorarbeit von Ibrahima Traoré köpfte erneut Ibisevic in der Nachspielzeit ins Tor.

Labbadia und der Fluch der guten Tat, nach dem Hinspiel gegen Moskau ist er weit unwahrscheinlicher geworden.

VfB Stuttgart - Dynamo Moskau 2:0 (0:0)
1:0 Ibisevic (71.)
2:0 Ibisevic (90.+1)
Stuttgart: Ulreich - Hoogland, Tasci, Maza, Boka - Kvist, Gentner - Harnik (61. Torun), Hajnal (77. Cacau), Okazaki (61. Traore) - Ibisevic
Moskau: Schunin - Wilkshire, Schildenfeld, Fernandez, Lomic - Jusupow, Noboa - Nechajtschik (85. Granat), Misimovic (39. Semschow), Dzsudzsak - Kuranyi (75. Panjukow)
Schiedsrichter: William Collum (Schottland)
Zuschauer: 20.400
Gelbe Karten: - Wilkshire, Jusupow

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