Niederlage in Marseille Leipzig verabschiedet sich aus Europa

Eine mitreißende Partie mit schlechtem Ausgang für den letzten deutschen Europa-League-Vertreter: RB Leipzig ging im Angriffswirbel von Olympique Marseille unter und schied im Viertelfinale aus.

Enttäuschte Leipziger Spieler
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Enttäuschte Leipziger Spieler


Nach einer Minute durfte Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl schon jubeln. Sein Team war bei Olympique Marseille 1:0 in Führung gegangen. Normalerweise ist das ein Schock für den Gegner - diesmal verkehrte es sich ins Gegenteil. Unbeeindruckt von dem frühen Rückstand drehten die Franzosen die Partie, gewannen das Viertelfinalrückspiel der Europa League spektakulär 5:2 (3:1) und warfen den letzten deutschen Vertreter aus dem Wettbewerb.

Die Leipziger hatten schon vor dem Anpfiff eine schlechte Nachricht wegzustecken. Nationalspieler Timo Werner konnte mit Oberschenkelproblemen nicht auflaufen, saß aber zumindest auf der Bank. "Für den Notfall", wie Trainer Ralph Hasenhüttl vor dem Spiel betonte.

Der schien zunächst nicht einzutreffen: Bruma schloss eine schöne Kombination der Gäste mit einem wuchtigen Abschluss zur Führung (2. Minute). Es war der erste Angriff des Spiels. Nach dem 1:0 aus dem Hinspiel hätte das beruhigende Wirkung haben können.

Schiedsrichter verweigerte Treffer

Aber Marseille antwortete geradezu wütend, schon die Minuten später war der Ausgleich durch Mitroglu gefallen (5.), weitere fünf Minuten später stand es nach einem brillanten Konter über Nationalspieler Dmitri Payet 2:1. Und wiederum fünf Minuten danach zappelte der Ball schon wieder im Leipziger Netz, der Schiedsrichter verweigerte den Treffer allerdings zu Recht wegen eines vorherigen Fouls die Anerkennung.

Der Bundesligist wirkte in dieser Phase vollständig hilflos, in der Abwehr taten sich gewaltige Löcher auf, und so fiel das 3:1 auch logisch. Nach 37 Minuten spitzelte Florian Thauvin nach Payet-Vorarbeit den Ball am starken Leipziger Torwart Peter Gulacsi vorbei ins Tor. Weitere Großchancen folgten, Leipzig schien unterzugehen.

Urplötzlich jedoch waren die Leipziger wieder im Spiel. Jean-Kevin Augustin, der Werner-Ersatz, traf mit dem zweiten Torschuss auch das zweite Mal ins Tor (55.). Beim Stand von 3:2 wäre Leipzig weiter gewesen - aber die Freude währte nur kurz. Payet krönte seine überragende Vorstellung mit einer Einzelaktion, die er mit perfekter Schusstechnik zum 4:2 abschloss (60.).

Die Leipziger wurden danach zwar etwas mutiger, liefen aber ständig Gefahr, den entscheidenden Konter zu kassieren. Hiroki Sakai setzte den Schlusspunkt mit dem 5:2 für Marseille (90.+4). Werner konnte von der Bank nur tatenlos zusehen, Hasenhüttl hatte relativ früh schon drei Mal gewechselt. Der Erfolg der Gastgeber blieb am Ende dadurch ebenso ungefährdet wie verdient.

Olympique Marseille - RB Leipzig 5:2 (3:1)
0:1 Bruma (2.)
1:1 Mitroglu (5.)
2:1 Sarr (10.)
3:1 Thauvin (37.)
3:2 Augustin (55.)
4:2 Payet (60.)
5:2 Sakai (90.+4)
Marseille: Pele - Sakai, Kamara, Luiz Gustavo, Amavi - Lopez, Sanson - Sarr, Thauvin (82. Ocampos), Payet (82. Anguissa) - Mitroglou.
Leipzig: Gulacsi - Ilsanker, Konate, Upamecano (65. Bernardo), Klostermann - Kampl, Demme (46. Forsberg), Keita, Bruma - Augustin, Sabitzer (61. Poulsen).
Schiedsrichter: Kuipers (Niederlande)
Zuschauer: 60.000
Gelbe Karten: Thauvin, Mitroglu / Konate

aha



insgesamt 41 Beiträge
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achterhoeker 12.04.2018
1. Nicht ganz
RB ging an den Unzulänglichkeiten der Spieler zu Grunde. Zweite starke Reihe? Fehlanzeige. Abwehr? Jugend forscht. Trainer? Ratlos. Rangnick? Sprachlos. Jetzt mit den Rest noch die Saison retten. Sonst ist RUHE in der Dose.
skeptikerjörg 12.04.2018
2. Kopflos, planlos, Selbstmord
Was war das denn? Zehn Leute rennen vogelwild über den Platz, gewähren Marseille freies Geleit zum Tor. Struktur? Fehlanzeige! Defensive? Fehlanzeige! Sorry, aber so spielen E-Jugendmannschaften. Und nochmal sorry, aber Hasenhüttel hat sich heute mit Aufstellung und Taktik total verzockt. Dabei hätte es selbst bei allen Defiziten nach dem 3:2 nochmal die Möglichkeit gegeben, Stabilität und Struktur rein zu bringen. Aber anscheinend hatte die Mannschaft den kollektiven Selbstmord beschlossen. Wenigstens war er unterhaltsam und spektakulär. Erinnerte an Schalke in Amsterdam und Dortmund in Liverpool.
aurichter 12.04.2018
3. Jede Verbandsliga Mannschaft
spielt in der Abwehr sicherer als RBL heute in Marseille! Es ist beschämend, wie sich ein angebliches Spitzenteam der "qualitativ" hochwertigen Bundesliga so präsentieren kann. Als Abwehr war das Gebilde um Halstenberg (im übrigen ein Spieler einer deutschen Nationalmannschaft, wenn auch nur einmalig) wohl nicht anzusehen oder? Jeder Fan, der dorthin mitgereisten ist, dem sollte das Fahrgeld als Entschädigung ersetzt werden. Ja Herr Rangnick schauen Sie Mal nach Salzburg, so geht VF heute. Jugendwahn hin oder her, aber es braucht halt auch Spieler mit Erfahrung und die haben 18jährige A-Jugendspieler nun mal nicht. Aber aus Fehlern lernt man, sagt man allgemein. Jetzt schauen wir mal, wie es in der Saison 19/20 dann nach einem Sabbatjahr so läuft und man aus diesen negativen Erfahrungen Rückschlüsse gezogen hat. Höffentlich ist der Ärger über das sensationelle Weiterkommen des FC Salzburg groß genug in der Filiale Leipzig, die Abnabelung hat scheinbar in Salzburg einen sehr positiven Effekt ausgelöst. Glückwunsch deshalb nach Salzburg, saubere Leistung, die belohnt wurde.
-volver- 13.04.2018
4. naja...
Nach dem 1:0 hätte leipzig versuchen müssen ruhe ins spiel zu bringen. stattdessen rannten sie weiterhin an als bräuchten sie selbst 5 tore... und wurden ausgekontert.
charly2708 13.04.2018
5. Stallorder
Schade. Wäre interessant gewesen, zu sehen, welche Stallorder Red Bull ausgegeben hätte, wenn Salzburg und Leipzig im Halbfinale oder Finale aufeinander getroffen wären....
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