Bruderduell in der Europa League RB verliert gegen RB

Stallorder nein, geschenkte Tore ja. Abwehrfehler auf beiden Seiten haben die Europa-League-Partie zwischen RB Leipzig und RB Salzburg geprägt. Am Ende setzten sich die Gäste glücklich, aber verdient durch.

Salzburger Jubeltraube
FILIP SINGER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Salzburger Jubeltraube


Ralf Rangnick war bedient. Der Trainer und Sportdirektor von RB Leipzig musste mit ansehen, wie sein Team zum Auftakt in die Europa-League-Gruppenphase 2:3 (0:2) gegen den RB-Schwesterverein aus Salzburg verlor. Der eingewechselte Fredrik Gulbrandsen erzielte kurz vor Schluss das Siegtor für die Gäste (89. Minute).

Zuvor hatten Munas Dabbur (20.) und Amadou Haidara (23.) die Österreicher in Führung gebracht und sich damit unter Umständen für einen Wechsel innerhalb des Konzerns in die deutsche Bundesliga empfohlen. Der ehemalige Salzburger Konrad Laimer (70.) und Yussuf Poulsen (82.) sorgten für den zwischenzeitlichen Ausgleich.

In der Anfangsphase sah man der Partie an, dass sich das Rangnick-Team durch die Europa-League-Qualifikation gequält hatte, während Salzburg zum elften Mal nur denkbar knapp in der Champions-League-Quali gescheitert war. Vor 25.000 Zuschauern in Leipzig waren die Gäste zunächst das klar bessere Team und gingen verdient in Führung.

Dabbur fing einen Fehlpass von Stefan Ilsanker kurz vor dem gegnerischen Strafraum ab. Dayot Upamecano versuchte zu klären, hätte dabei aber fast ein Eigentor erzielt, das Schlussmann Yvon Mvogo nur mit einer guten Reaktion verhindern konnte. Doch Dabbur staubte ab und köpfte den Abpraller ins leere Tor (20.). Nur drei Minuten später erhöhte Haidara nach einer schönen Kombination auf 0:2. Vorangegangen war ein Steilpass auf den links startenden Andreas Ulmer, dessen Hereingabe Reinhold Yabo schon hätte verwerten können. Doch er ließ den Ball für Haidara durch, der mühelos einschob (23.).

Ralf Rangnick
DPA

Ralf Rangnick

Abwehrfehler auf beiden Seiten

Rangnick reagierte zur Pause und brachte mit Poulsen, Marcel Halstenberg und Diego Demme gleich drei frische Spieler. In der zweiten Hälfte zog sich Salzburg etwas weiter zurück, ließ Leipzig kommen und verlegte sich aufs Kontern. Einen solchen schnellen Gegenangriff hätte Dabbur fast zu seinem zweiten Treffer des Tages genutzt, traf mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze aber nur den rechten Pfosten (55.). Kurz darauf schoss Hannes Wolf nach guter Vorarbeit von Dabbur knapp links vorbei (65.).

Die Gastgeber erspielten sich kaum echte Torchancen, kamen aber trotzdem zum Anschlusstreffer, als Ulmer der Ball am eigenen Strafraum zu weit von der Brust sprang. Sein ehemaliger Mannschaftskamerad Laimer ging dazwischen, blieb frei vor dem Salzburger Keeper Alexander Walke cool und schob zum 1:2 ein (70.). Poulsen glich kurz vor Schluss mit einem Kopfball aus (82.).

Als schon alles nach einem Remis aussah, nutzte der eingewechselte Gulbrandsen eine doppelte Hackenvorarbeit durch den ehemaligen Bremer Zlatko Junuzovic und den starken Wolf zum Siegtreffer (89.). Die komplette Leipziger Abwehr sah bei dem Gegentor nicht gut aus.

Diskussionen um das RB-Duell

Die Ansetzung hatte im Vorfeld für Diskussionen gesorgt, weil die Uefa eigentlich nicht zwei Vereine zum selben Wettbewerb zulässt, die vom selben Geldgeber finanziert werden, um eine denkbare "Stallorder" auszuschließen. Sowohl RB Leipzig als auch RB Salzburg wurden von Red Bull aufgebaut. Fünf Spieler aus der Leipziger Startformation standen zuvor schon in Salzburg unter Vertrag, wo Rangnick von 2012 bis 2015 - parallel zu seinem Engagement bei den Sachsen -, als Sportdirektor fungiert hatte.

Nach strukturellen Veränderungen hat die Uefa aber keine Bedenken mehr, dass es zu eventuellen Ergebnisabsprachen kommen könnte. Die hätte in diesem Fall vermutlich auch anders ausgesehen - zumindest, wenn es nach Rangnick geht.

Im Parallelspiel der Gruppe B gewann Celtic 1:0 (0:0) gegen Rosenborg Trondheim. Leigh Griffiths erzielte in der 87. Minute den Treffer für die Schotten, die am zweiten Spieltag zum Duell der Sieger nach Salzburg müssen. Leipzig steht dann nach der Auftaktniederlage beim Auswärtsspiel in Trondheim schon unter Druck.

RB Leipzig - RB Salzburg 2:3 (0:2)
0:1 Dabbur (20.)
0:2 Haidara (23.)
1:2 Laimer (70.)
2:2 Poulsen (82.)
2:3 Gulbrandsen (89.)
Leipzig: Mvogo - Laimer, Upamecano, Konaté, Mukiele (46. Halstenberg) - Ilsanker - Sabitzer, Kampl - Cunha - Bruma (46. Demme), Augustin (46. Poulsen)
Salzburg: Walke - Lainer, Ramalho, Pongracic, Ulmer - Samassekou - Haidara, Schlager (86. Junuzovic) - Wolf - Yabo (71. Minamino), Dabbur (83. Gulbrandsen)
Zuschauer: 25.000
Schiedsrichter: Andreas Ekberg
Gelbe Karten: Poulsen / Pongracic, Haidara, Schlager

mmm



insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
hamburger.jung 20.09.2018
1.
Raffiniert! Leipzig braucht Ruhepausen um in der Liga irgendwie die CL zu erreichen. Nur die interessiert Red-Bull. Also geht Leipzig jetzt raus aus der EL und Salzburg kommt sicher weiter mit den 6 Punkten aus den zwei Spielen. Rangnick ist völlig unglaubwürdig. Er ist derjenige, der den schmutzigsten Deal in Österreich zu verantworten hat. Salzburg wollte Sabitzer 2014 aus Wien holen. Das wollte Wien aufgrund der Konkurrenz aber nicht oder nur für viel Geld. Was tun? Man nutzt die nur für das Ausland gültige Ausstiegsklausel und holt ihn als Sportdirektor von Leipzig UND Salzburg für läppische 2 Mio. aus Wien nach Leipzig und tut dann was? Genau! Man delegiert ihn sofort nach Salzburg. Dynamo Ostberlin hätte das nicht besser hingekriegt. Der jetzige Augsburger Hinteregger hat zu Leipzig viel Richtiges gesagt. Laut der Märchen von Red-Bull hat man ja nix mehr miteinander zu tun. Komisch nur, dass in den letzten Jahren 18 (!!!) Spieler von Salzburg nach Leipzig delegiert wurden. Ich wette, dass kein anderer Klub im selben Zeitraum genau so viele Leute von irgendeinem Verein geholt hat. Tja, wie kommt das wohl...
pauli96 20.09.2018
2. Stallorder?
Rangnick ist ein Fuchs! Überraschend 2:3 verlieren, im nächsten Spiel sind Werner und Co. wieder fit und Salzburg verliert "unglücklich" 1:3 zu Hause. Stallorder? So ein Quatsch!
burscheider 21.09.2018
3.
Das war wirklich verdient und das, obwohl seit Jahren die besten Salzburger nach Leipzig müssen. Man fragt sich, ob Rose ein sehr guter, oder Rangnick mittlerweile ein schlechter Trainer ist.
pjotrmorgen 21.09.2018
4. Rangnick kritisierte seine Spieler
Dabei war Rangnick letztlich selbst Schuld an der Niederlage. Er schickte eine Formation mit zu vielen Ersatzspielern aufs Feld, die nicht eingespielt waren. Vor allem die Abwehr Leipzigs wackelte deshalb noch bedenklicher als in der Bundesliga und es fehlte die Durchschlagskraft nach vorne. Wie unnötig das ganze war, zeigte sich mit der Hereinnahme von Poulsen und Demme, die das Blatt beinahe gewendet hätten. Salzburg ist ein technisch sehr limitiertes Team, das aber durch Kompaktheit und viel Kampf halbwegs verdient gewann. Eine Passquote von 71% wie bei Salzburg ist im modernen Fussball eigentlich unterirdisch, nur spielte Leipzig ähnlich ungenau (73%). Es bleibt zu hoffen, dass Ragnick in der EL nicht wieder ein nurbesseres B-Team auflaufen lässt, sonst ist schon in der Gruppenphase Schluss.
meresi 21.09.2018
5. Genug der Gesänge
über Absprachen, Zweifel an der Rechtmäßigkeit der beiden Vereine und eventuellen Schiebungen. Diese sinnlosen Diskussionen darüber waren für mich ne Eintagsfliege. Mich würde lieber interessieren was Hasenhütl macht
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