Stuttgart-Aus in der Europa League: Chancenlos im Geisterspiel

Keine Zuschauer, keine Spannung: Schon nach acht Minuten war Stuttgarts Europa-League-Aus besiegelt. Im Geisterspiel von Rom betrieb ein VfB-Sündenbock zwar noch Eigenwerbung, letztlich war Lazios überragender Stürmer Libor Kozak aber zu stark.

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Hamburg - Die Zuversicht war groß beim VfB Stuttgart vor dem Achtelfinal-Rückspiel bei Lazio Rom. Trotz der 0:2-Pleite im Hinspiel betonte Trainer Bruno Labbadia, dass es "keine Kaffeefahrt" werde. Sportdirektor Fredi Bobic wünschte sich "ein schnelles Tor". Davon gab es gleich zwei - allerdings für die Römer. Nach dem Doppelpack von Libor Kozak (6. Minute/8.) war die Partie entschieden, entsprechend flau waren die folgenden gut 80 Minuten. Tamás Hajnal (62.) erzielte zwar noch den Anschlusstreffer, Kozak (87.) sorgte mit seinem dritten Treffer aber für den 3:1 (2:0)-Sieg der Römer. Damit ist Stuttgart als letzter Bundesligist ausgeschieden.

"Die ersten zwei Schüsse vom Gegner waren sofort drin, da war das Spiel gelaufen. Lazio hat nur noch das Nötigste gemacht", sagte Mittelfeldspieler Christian Gentner.

Die Partie wurde als sogenanntes Geisterspiel, also ohne Zuschauer, ausgetragen. Damit hatte die Europäische Fußball-Union (Uefa) die rassistischen Ausfälle einiger Lazio-Fans in der Vergangenheit geahndet. Bobic hatte dazu gesagt: "Wir finden das sehr ärgerlich und es ist unglaublich schade, besser gesagt ein Drama für unsere Fans." Im Nachhinein werden die VfB-Fans wohl froh sein, dass sie nicht nach Italien reisen durften.

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Stuttgart in Rom: Entscheidung nach acht Minuten
Denn schon nach acht Minuten war die Partie entschieden. Nachdem Raphael Holzhauser (4.) zunächst eine Chance vergeben hatte, traf der Tscheche Kozak gegen die schwache VfB-Abwehr zweimal innerhalb von nur zweieinhalb Minuten. Damit war der Partie schon früh jegliche Spannung genommen. Stuttgart brauchte nun vier Tore zum Weiterkommen, schien daran aber nicht mehr zu glauben.

Stuttgart vergibt mehrfach den Ausgleich

Vedad Ibisevic hätte dennoch schon in der 18. Minute den Anschluss erzielen können, war nach einer Hereingabe von Shinji Okazaki aber zu überrascht und traf den Ball nicht richtig. Anschließend passierte lange Zeit wenig. Erst in der 53. Minute hatten die Gäste die nächste Chance, Außenverteidiger Gotoku Sakai scheiterte aber aus elf Metern.

Entsprechend überraschend fiel anschließend das 1:2. Kozak klärte im Lazio-Strafraum zu kurz, Hajnal traf aus gut zehn Metern. Dabei war der Ungar zuletzt von den VfB-Fans noch zum Sündenbock gemacht worden, Labbadia hatte bei der 0:1-Niederlage am Sonntag gegen Hamburg auf seine Einwechslung verzichtet. "Ich kann ihn nicht bringen, wenn er ab dem ersten Ballkontakt ausgepfiffen wird", hatte der Coach gesagt.

Nach dem Anschlusstreffer steigerte sich der VfB noch einmal, doch Christian Gentner (70.) und Georg Niedermeier (83.) vergaben den Ausgleich. Effektiver agierte Rom, nur vier Minuten später erzielte Kozak mit seinem achten Saisontreffer in der Europa League den Endstand.

Lazio Rom - VfB Stuttgart 3:1 (2:0)
1:0 Kozak (6.)
2:0 Kozak (8.)
2:1 Hajnal (62.)
3:1 Kozak (87.)
Rom: Marchetti (43. Bizzarri) - Pereirinha, Biava, Ciani, Radu - Candreva, Onazi, Hernanes (74. Ederson), Lulic - Mauri (66. Ledesma), Kozak
Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Niedermeier, Molinaro - Gentner, Holzhauser - Okazaki, Hajnal (74. Harnik), Macheda (64. Traore) - Ibisevic
Schiedsrichter: Hagen (Norwegen)
Zuschauer: keine (nach Uefa-Urteil)
Gelbe Karten: Biava (2) - Ibisevic (4), Hajnal

leh/sid

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insgesamt 9 Beiträge
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1. .
hfftl 15.03.2013
"Chancenlos im Geistspiel" - ein schöner und treffender Verschreiber. Viel Geist waltet im VfB derzeit weder bei den Verantwortlichen noch bei den Spielern auf dem Platz. Geistloses Gekicke - da wird man das 8-Punkte-Polster in den letzten 9 BL-Spielen noch bitter nötig haben.
2. Chancenlos?
espressodupio 15.03.2013
wäre der VfB Stuttgart nur dann nicht gewesen, wenn die UEFA das Spiel von vorne herein wegen der rassistischen Vorfälle bei Lazio Rom mit 3:0 gewertet hätte. Dann hätte man sich Schwäbisch die Reisekosten und ein laues Spiel gespart.
3. Oje
SPONtanität 15.03.2013
Zitat von sysopKeine Zuschauer, keine Spannung
Man sollte meinen, das waren ideale Bedingungen für den VfB. So war es fast ein Heimspiel. Blöd nur, dass die Heimstatistik nicht gerade rosig aussieht.
4. .
frubi 15.03.2013
Zitat von sysopKeine Zuschauer, keine Spannung: Schon nach acht Minuten war Stuttgarts Europa-League-Aus besiegelt. Im Geisterspiel von Rom betrieb ein VfB-Sündenbock zwar noch Eigenwerbung, letztlich war Lazios überragender Stürmer Libor Kozak aber zu stark. Europa League: Stuttgart verliert bei Lazio Rom - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/europa-league-stuttgart-verliert-bei-lazio-rom-a-889015.html)
Die Auslosung für unsere 4 Starter war natürlich mit Anschi und Lazio recht heftig aber dennoch finde ich es absolut enttäuschend, dass nun alle Teams ausgeschieden sind. Man kann nun nur hoffen, dass Bayern und der BVB nicht auch noch in der nächsten Runde ausscheiden. Wenn Bayern Barca und Dortmund Juve bekommt, dann wird es sehr schwer.
5.
lotusmb 15.03.2013
Zitat von espressodupiowäre der VfB Stuttgart nur dann nicht gewesen, wenn die UEFA das Spiel von vorne herein wegen der rassistischen Vorfälle bei Lazio Rom mit 3:0 gewertet hätte. Dann hätte man sich Schwäbisch die Reisekosten und ein laues Spiel gespart.
Bitte bedenken, dass diese rassistischen Vorfälle auf Zuschauer zurückzuführen sind und nicht auf die Spieler oder den Verein. Deshalb ist die Strafe, die Zuschauer auszuschließen, die angemessene. Eine Spielwertung "am grünen Tisch" wäre also somit unangemessen gewesen.
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Europa League
DPA
Seit der Saison 2009/2010 heißt der Uefa Cup Europa League. Der Wettbewerb wird - wie die Champions League - zentral vermarktet, die Einnahmen verteilt die Uefa je nach Abschneiden an die Teilnehmer. Im Zuge der Umstrukturierung ist der UI-Cup weggefallen, es geht nun über drei Qualifikationsrunden in eine Playoff-Runde. In der Gruppenphase der Europa League kämpfen 48 Mannschaften in zwölf Vierergruppen ums Weiterkommen - jeweils mit Hin- und Rückspiel. Die Gruppenersten und -zweiten kommen weiter - ergänzt durch die Dritten aus der Champions League. Dann geht es im K.o.-System weiter - bis ins Finale.
Sieger Europa League der letzten 25 Jahre
Jahr Verein
2014 FC Sevilla
2013 FC Chelsea
2012 Atlético Madrid
2011 FC Porto
2010 Atlético Madrid
2009 Schachtar Donezk
2008 Zenit Sankt Petersburg
2007 FC Sevilla
2006 FC Sevilla
2005 ZSKA Moskau
2004 FC Valencia
2003 FC Porto
2002 Feyenoord Rotterdam
2001 FC Liverpool
2000 Galatasaray Istanbul
1999 AC Parma
1998 Inter Mailand
1997 FC Schalke 04
1996 FC Bayern München
1995 AC Parma
1994 Inter Mailand
1993 Juventus Turin
1992 Ajax Amsterdam
1991 Inter Mailand
1990 Juventus Turin
1989 SSC Neapel
bis einschl. der Saison 2008/2009 "Uefa Cup"