Europa League Wolfsburg steht in der Zwischenrunde

Wolfsburg hat das entscheidende Gruppenspiel beim OSC Lille gewonnen. Durch den Erfolg verteidigte der VfL Platz zwei. Gegen die Franzosen begann der Bundesligazweite verkrampft, am Ende siegte er trotz Unterzahl deutlich.

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Hamburg - Der VfL Wolfsburg ist Borussia Mönchengladbach in die Zwischenrunde der Europa League gefolgt. Durch einen 3:0 (1:0)-Sieg beim OSC Lille qualifizierte sich der Bundesligist als Gruppenzweiter hinter dem FC Everton für die Runde der letzten 32 Teams.

Vieirinha (45+1. Minute) und Ricardo Rodríguez (65./89.) erzielten die Treffer. Joshua Guilavogui sah die Gelb-Rote-Karte (55.). Am Montag wird im schweizerischen Nyon ausgelost, auf wen der Bundesligist in der Zwischenrunde trifft.

"Die erste Halbzeit war unsere schlechteste im Europapokal. Deshalb war das Tor natürlich sehr hilfreich", sagte VfL-Trainer Dieter Hecking bei Kabel1. "Die Mannschaft hat heute bewiesen, dass sie Nervenstärke besitzt", sagte Abwehrspieler Robin Knoche.

In Lille sah es zunächst nicht nach einem ungefährdeten Weiterkommen aus, im Gegenteil: Lange wirkte Wolfsburg nervös; Glück und Torwart Diego Benaglio verhinderten einen Rückstand.

Der VfL, dem ein Remis zum Weiterkommen genügt hätte, zog sich in die eigene Hälfte zurück und wirkte passiv. Ganz anders Lille. Die Gastgeber betrieben hohen Aufwand, spielten offensiv und kamen zu etlichen Chancen. Die Größte vergab Idrissa Gueye, dessen Kopfball an den Pfosten klatschte (7.). Djibril Sidibé (25.), Marko Basa (28.), Rio Mavuba (29.) und Divock Origi (39.) zielten bei ihren Gelegenheiten ebenfalls nicht genau genug.

Glück hatte VfL-Abwehrspieler Naldo: Nach einem Eckball des OSC verlängerte Ex-VfL-Profi Simon Kjær den Ball ans Schienbein des Brasilianers, von wo aus der Ball in Richtung Tor sprang. Weil Keeper Benaglio richtig stand, blieb es beim Remis (32.).

Rodriguez trifft per Freistoß, Benaglio pariert Elfmeter

Und Wolfsburg? Beim aussichtsreichsten Angriff, den der VfL in den ersten 45 Minuten zustande brachte, gewichtete Kevin de Bruyne einen Pass nicht richtig. Statt einer Großchance für Mitspieler Ivan Perisic gab es deshalb nur den Ballverlust (40.).

Umso überraschender war der Führungstreffer vor der Pause, der einem herrlichen Spielzug entsprang: Perisic bediente de Bruyne und sprintete dann nach vorne, der Belgier setzte seinen Mitspieler mit einem Traumpass ein. Im Strafraum bewies auch Perisic Übersicht, indem er auf den im Rückraum lauernden Vieirinha zurücklegte; der Schuss des Portugiesen trudelte ins Tor - 1:0 (45+1.).

Die Minuten nach Wiederanpfiff hatten es in sich. Erst vergab Lilles Sebastien Corchia die Chance auf den Ausgleich (52.), dann verpasste Wolfsburg die mögliche Vorentscheidung: Luiz Gustavos Schuss wurde von OSC-Torwart Vincent Enyeama um den Pfosten gelenkt (54.).

Nach der anschließenden Ecke scheiterte erst der eingewechselte Bas Dost per Kopf, dann verhinderte Keeper Enyeama, dass Perisic den Abpraller über die Linie stocherte. Im Gegenzug dezimierten sich die "Wölfe" dann selbst, weil Guilavogui einen Konter der Franzosen unterband, indem er gegen Mendes den Ellbogen zuhilfe nahm (55.).

Rodríguez sorgte dafür, dass Wolfsburgs Weiterkommen nicht mehr ernsthaft in Gefahr geriet. Einen Freistoß aus rund 20 Metern zirkelte er über die Mauer und ins Tor (65.).

Lille benötigte nun drei Treffer, um den VfL in der Tabelle zu überholen. Spätestens, als Origi per Strafstoß an Benaglio gescheitert war (Knoche hatte zuvor Ronny Rodelin gefoult), war klar: Die Sensation würde ausbleiben. Stattdessen erhöhte Rodríguez per Strafstoß auf 3:0, nachdem Lilles Pape Souaré einen Ball von Perisic im Strafraum mit dem Arm abwehrte (89.).

OSC Lille - VfL Wolfsburg 0:3 (0:1)
0:1 Vieirinha (45.+1)
0:2 Rodríguez (65.)
0:3 Rodríguez (89., Handelfmeter)
Lille: Enyeama - Sidibé, Kjær, Basa, Souaré - Mavuba - Corchia (67. Rodelin), Gueye (83. Meité), Balmont - Origi, Mendes (66. Roux)
Wolfsburg: Benaglio - Sebastian Jung, Naldo, Knoche, Rodríguez - Luiz Gustavo, Guilavogui - Vieirinha (58. Malanda), De Bruyne (85. Caligiuri), Perisic - Olic (46. Dost)
Schiedsrichter: Özkahya (Türkei)
Zuschauer: 30.000
Gelb-Rote Karte: Guilavogui (wiederholtes Foulspiel/55.)
Gelbe Karten: Mavuba (2), Balmont (2), Souaré - Luiz Gustavo (3)
Torschüsse: 17 / 11
Ballbesitz: 45 / 55 %

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mon

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insgesamt 8 Beiträge
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Bee1976 12.12.2014
1. Gut für die 5 Jahreswertung
aber ich hätte mir dennoch gewünscht das die vier Plastikclubs (die beiden AGs und die beiden Werkselfen) rausfliegen. Naja wenigstesn gabs ordentlich Punkte für die Wertung
foolbar 12.12.2014
2. Da wird das Teilnehmerfeld dann aber sehr übersichtlich
Zitat von Bee1976aber ich hätte mir dennoch gewünscht das die vier Plastikclubs (die beiden AGs und die beiden Werkselfen) rausfliegen. Naja wenigstesn gabs ordentlich Punkte für die Wertung
Fußball-Club Augsburg 1907 GmbH & Co. KGaA FC Schalke 04 AG Borussia VfL 1900 Mönchengladbach GmbH Eintracht Frankfurt Fußball AG TSG Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH Hannover 96 GmbH & Co. KGaA 1. FC Köln GmbH & Co. KGaA HSV Fußball AG Hertha BSC GmbH & Co KGaA SV Werder Bremen GmbH & Co KG aA VfB Stuttgart Beteiligungs-GmbH Großartig. Damit stehen die nächstjährigen CL-Teilnehmer fest: Mainz, Paderborn, Freiburg und noch ein Aufstocker aus der 2. Liga.
ginotico 12.12.2014
3.
Ich nehme an, Sie gehören zu denen die sich aufregen, wenn deutsche Fussballfans im Europapokal den Bayern nicht die Daumen drücken. Sollte ich recht haben, dann denken Sie mal über Ihren Beitrag nach.
simplythebeast 12.12.2014
4. Ich finds toll!
Die Bundesliga rockt Europa und selbst die Spieler der vermeintlich bösen Clubs sollten einem aufrichtigen Sportfan soweit ans Herz gewachsen sein, dass man ihnen zumindest bei internationalen Spielen die Daumen drückt. Champions- und Europaleague machen mehr Spaß, wenn man für eine Mannschaft, statt gegen eine Mannschaft ist!
UB17 12.12.2014
5.
Zitat von simplythebeastDie Bundesliga rockt Europa und selbst die Spieler der vermeintlich bösen Clubs sollten einem aufrichtigen Sportfan soweit ans Herz gewachsen sein, dass man ihnen zumindest bei internationalen Spielen die Daumen drückt. Champions- und Europaleague machen mehr Spaß, wenn man für eine Mannschaft, statt gegen eine Mannschaft ist!
Also einmal ist es mir ein Rätsel, wie man darauf kommt, dass "die Bundesliga Europa rockt". Schalke hat sich durchgezittert, Levrkusens Auftritte waren -positiv gesprochen- gemischt, die VWler sind gerade noch rechtzeitig aufgewacht, um in der EL dann doch noch zu reüssieren. Spaß gemacht, weil guten Fußball geboten haben gerade die mal die anderen Drei. Der Rest sind große Worte, von wegen Aufrichtigkeit! Das muss man nicht teilen, nicht einmal verstehen, oder? Manch Fan wird sagen, er habe genau eine Mannschaft -seine Mannschaft-, der er die Daumen drückt. Und zwar völlig gleich in welchem Wettbewerb. Und warum er bei internationalen Spielen die Farben wechseln soll, wird er kaum nachvollziehen können. Spaß und Freude an einem Fußballspiel kann durchaus unterschiedlich motiviert sein.
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