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Europa-League-Zwischenrunde: Warum Klopp Augsburgs Bobadilla fürchten muss

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Augsburg-Gegner Klopp: Bequemer Weg in die Champions League Zur Großansicht
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Augsburg-Gegner Klopp: Bequemer Weg in die Champions League

Wer ist der Titelfavorit, wer der beste Torjäger? Und warum ist der Abstieg aus der Champions League für einen Klub eine einmalige Chance? Zwölf Zahlen und Geschichten zur Europa League.

Tor! Tor! Tor! Kein anderer Stürmer trifft derzeit so regelmäßig wie Neapels Gonzalo Higuaín. Aktuell ist der Argentinier sogar Europas torgefährlichster Angreifer, wenn man sich auf das Ranking des "Goldenen Schuh" bezieht - in dieser Wertung führt Higuaín mit seinen 24 Toren aus der italienischen Serie A. Dahinter folgen Barcelonas Luis Suárez (23 Tore) oder Robert Lewandowski von Bayern München (21).

In der Europa League spielen Lewandowski und Suárez keine Rolle, sie sind in der Champions League akiv. Aber auch Serien-Torschütze Higuaín ist bisher überraschend nur Nebendarsteller. Warum ist das so?

Der 28-Jährige wurde im Wettbewerb häufig von seinem Trainer Maurizio Sarri geschont, absolvierte erst drei Partien und schoss zwei Tore. Damit hat Higuaín aktuell keine Chance auf die Führung in der EL-Torschützenliste. Stattdessen steht an der Spitze ein anderer Südamerikaner: Raúl Bobadilla vom FC Augsburg mit sechs Treffern. Nur Bilbaos Aritz Aduriz kommt auf dieselbe Trefferanzahl.

Gegen den FC Liverpool und Trainer Jürgen Klopp hat Bobadilla die Chance, seine Führung auszubauen (21.05 Uhr). Gegen eine Klopp-Mannschaft war der Argentinier zuletzt treffsicher. In der vergangenen Bundesliga-Saison, als Klopp noch Trainer bei Borussia Dortmund war, schoss Bobadilla im Hin- und Rückspiel je ein Tor

Die Gegner der deutschen Mannschaften Mit Borussia Dortmund, dem FC Augsburg, Schalke 04 und Bayer Leverkusen werden vier deutsche Mannschaften in der Zwischenrunde der Europa League antreten. Die Gegner der Bundesligisten sind namhaft: Der BVB trifft auf den FC Porto (19 Uhr), Augsburg empfängt Jürgen Klopp und den FC Liverpool (Foto), Schalke reist in die Ukraine zu Schachtjor Donezk und Bayer Leverkusen tritt bei Sporting Lissabon an (alle 21.05 Uhr, alle Partien im High-Liveticker bei SPIEGEL ONLINE).

Drittes Bundesliga-Quartett in der Zwischenrunde Bereits zum dritten Mal in der Geschichte der Europa League (Gründung in der Saison 2009/2010) stehen gleich vier deutsche Teams in der ersten Runde der K.o.-Phase. Zuletzt war das in der Spielzeit 2012/2013 mit Hannover 96, Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und dem VfB Stuttgart der Fall. Damals konnte sich jedoch lediglich Stuttgart für das Achtelfinale qualifizieren. Besser lief es aus deutscher Sicht im Jahr 2010: Der VfL Wolfsburg, Werder Bremen, der Hamburger SV und Hertha BSC waren in der Zwischenrunde angetreten und nur die Berliner schieden aus. Der HSV scheiterte sogar erst im Halbfinale am FC Fulham und verpasste dadurch das Endspiel, das damals in Hamburg stattfand.

Top-Torschützen der Europa League Gonzalo Higuaín? Pierre-Emerick Aubameyang? Harry Kane? Nein, keiner dieser Top-Stürmer führt aktuell die Torschützenliste in der Europa League an. Stattdessen steht Raúl Bobadilla vom FC Augsburg mit sechs Treffern an der Spitze. In der Gruppenphase gelang dem Paraguayer sogar ein Dreierpack gegen AZ Alkmaar. Bilbaos Aritz Aduriz hat ebenfalls sechs Tore erzielt, vier davon gegen Augsburg in der Vorrunde.

Die Champions-League-Absteiger Die jeweils Gruppendritten der Champions-League-Vorrunde steigen in die Europa League ab und spielen dort ab der Zwischenrunde mit. Im laufenden Spieljahr gehört Bayer Leverkusen zu den Absteigern der „Königsklasse“. Außerdem sind Schachtjor Donezk, Manchester United mit Louis van Gaal (Foto), Galatasaray Istanbul, der FC Sevilla, Olympiakos Piräus, der FC Porto und der FC Valencia ab der ersten K.o.-Runde der Europa League neu dabei.

Sevillas Chance auf den EL-Hattrick Der Abstieg aus der Champions League in die Europa League ermöglicht dem FC Sevilla eine ganz besondere Chance. Der Vertreter aus Spanien könnte zum dritten Mal in Serie den Wettbewerb gewinnen. Im Vorjahr triumphierte der Klub im Finale von Warschau gegen Dnipro Dnipropetrowsk 3:2. In der Saison zuvor hatten sich die Spanier im Elfmeterschießen gegen Benfica Lissabon den Pokal gesichert. Drei Titelgewinne in Folge gelangen noch keiner Mannschaft seit Bestehen der Europa League. Auch im Uefa-Cup, so hieß der Wettbewerb von der Saison 1971/1972 bis zur Spielzeit 2008/2009, hat kein Team dreimal in Folge den Cup gewinnen können. Sevilla Gegner in der Zwischenrunde ist Molde FK aus Norwegen – ein lösbare Hürde.

Der Marktwert-Spitzenreiter Gonzalo Higuaín ist aktuell der torgefährlichste Stürmer in Europa, wenn man sich auf das Ranking des „Golden Shoe“ bezieht. Der Profi von SSC Neapel hat bisher 24 Tore in der italienischen Serie A erzielt, ist mit seinem Klub dort Zweiter und hat von allen Spielern der Europa League den höchsten Marktwert. „Transfermarkt.de“ beziffert den Wert des Argentiniers auf 55 Millionen Euro. Dahinter folgen die BVB-Profis Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang mit jeweils 45 Millionen Euro. Einzig die Trefferanzahl von Higuaín in der Europa League ist ausbaufähig. Der Angreifer traf bisher erst zweimal, wurde jedoch auch erst in drei Spielen eingesetzt.

Dortmund ist Favorit bei den Buchmachern Zwischen 70 und 80 Euro erhalten Sie, wenn Sie zehn Euro auf den Europa-League-Sieg von Borussia Dortmund setzen – der BVB ist damit der EL-Favorit bei verschiedenen Wettanbietern. Danach sehen die Buchmacher die größten Chancen, den Wettbewerb zu gewinnen, bei SSC Neapel und Manchester United. Etwa 100 bis 110 Euro werden bei einem Titelgewinn dieser Mannschaften ausgezahlt.

Letzter deutscher Sieg liegt 19 Jahre zurück Der FC Schalke ist bisher die letzte deutsche Mannschaft, die den Wettbewerb gewinnen konnte. Der Triumph der sogenannten „Eurofighter“ liegt fast 19 Jahre zurück. In der Spielzeit 1996/1997 gewannen die Gelsenkirchener den damals noch unter Uefa-Cup firmierenden Titel. Der Gegner war Inter Mailand, Schalke gewann im Elfmeterschießen. Mit Borussia Dortmund (Saison 2001/2002, Gegner Feyenoord Rotterdam) und Werder Bremen (Saison 2008/2009, Gegner Schachtjor Donezk) gelang es in der Folge noch zwei Bundesligisten, in ein Finale einzuziehen. Beide Klubs verloren im Endspiel.

Der Rekordtorschützenkönig In der ewigen Torschützenliste (Europa League und Uefa-Cup) führt Schalkes Klaas-Jan Huntelaar mit 33 Treffern. Der Niederländer könnte mit Toren gegen Donezk seine Führung weiter ausbauen, die Verfolger müssten tatenlos zusehen. Radamel Falcao folgt auf Platz zwei (30 Tore), spielt mit dem FC Chelsea aber in der Champions League. Rang drei belegt Henrik Larsson mit 29 Treffern. Der schwedische Stürmer hat seine Karriere als Profi bereits im Jahr 2013 beendet.

Außenseiter, Statistiker – FC Midtjylland Der dänische Vertreter FC Midtjylland muss in der Zwischenrunde gegen Manchester United antreten und ist der absolute Außenseiter auf den Titel, wenn man die Quoten der Buchmacher vergleicht. Für 10 Euro Einsatz erhalten Sie etwa 2000 Euro, wenn die Dänen tatsächlich Champion werden sollten. Übrigens: Daten, Statistiken und Mathematik im Allgemeinen sind die Spezialität des Klubs. Die Vereinsbosse setzen bei Transfers auf ein mathematisch-statistisches Modell, das Rückschlüsse zulassen soll, in welchem Land oder in welcher Liga Spieler zu finden sind, die gut zum Niveau des FC Midtjylland passen sollen. Auch für die Konzeption des Trainings nutzt das Trainerteam eigens entwickelte Modelle.

Putin-Aufreger bei Fenerbahce gegen Lok Moskau Das erste Spiel der Zwischenrunde ist bereits bestritten. Fenerbahce Istanbul setzte sich am Dienstag 2:0 gegen Lokomotive Moskau durch. Für Ärger sorgte ein russischer Profi im Anschluss der Begegnung. Dmitrij Tarasow von Lokomotive trug ein T-Shirt mit dem Bild des russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem Aufdruck: "Der höflichste Präsident". Nach den Uefa-Statuten sind politische und religiöse Botschaften bei internationalen Spielen verboten. Zudem ist das politische Verhältnis zwischen der Türkei und Russland stark belastet.

Der St. Jakob-Park ist das Ziel 18. Mai, Finale im St. Jakob-Park zu Basel: So lautet das anvisierte Ziel der verbliebenen 32 Mannschaften in der Europa League. Eines von diesen Teams ist der FC Basel, der im Endspiel als Gastgeber auflaufen könnte. In der Zwischenrunde müssen die Schweizer gegen AS St. Étienne aus Frankreich antreten. Zuletzt war es Sporting Lissabon in der Saison 2004/2005 gelungen, das Finale im eigenen Stadion zu erreichen – das Team verlor jedoch gegen ZSKA Moskau. Feyenoord Rotterdam ist der bisher letzte Klub, der vor heimischer Kulisse den Wettbewerb gewinnen konnte. Das war in der Spielzeit 2001/2002 der Fall – Gegner war Borussia Dortmund.

Neben Augsburg sind noch drei weitere Bundesligisten im Einsatz. Darunter Borussia Dortmund, das um 19 Uhr auf den FC Porto trifft. Schalke 04 reist in die Ukraine zu Schachtjor Donezk und Bayer Leverkusen tritt bei Sporting Lissabon an (beide 21.05 Uhr, alle Partien im High-Liveticker bei SPIEGEL ONLINE).

Vier deutsche Mannschaften hat es bereits dreimal in der Zwischenrunde der Europa League gegeben. Zuletzt war das in der Spielzeit 2012/2013 mit Hannover 96, Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und dem VfB Stuttgart der Fall. Nur ein Team überstand die Runde. Wissen Sie noch, welche Mannschaft das war? Oder welcher Bundesligist zuletzt den Wettbewerb gewinnen konnte? Ein Tipp: Es ist 19 Jahre her.

Die Antwort gibt es hier. SPIEGEL ONLINE präsentiert zwölf Geschichten zur Europa-League-Zwischenrunde.

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Sieger Europa League der letzten 25 Jahre
Jahr Verein
2015 FC Sevilla
2014 FC Sevilla
2013 FC Chelsea
2012 Atlético Madrid
2011 FC Porto
2010 Atlético Madrid
2009 Schachtar Donezk
2008 Zenit Sankt Petersburg
2007 FC Sevilla
2006 FC Sevilla
2005 ZSKA Moskau
2004 FC Valencia
2003 FC Porto
2002 Feyenoord Rotterdam
2001 FC Liverpool
2000 Galatasaray Istanbul
1999 AC Parma
1998 Inter Mailand
1997 FC Schalke 04
1996 FC Bayern München
1995 AC Parma
1994 Inter Mailand
1993 Juventus Turin
1992 Ajax Amsterdam
1991 Inter Mailand
1990 Juventus Turin
1989 SSC Neapel
bis einschl. der Saison 2008/2009 "Uefa Cup"

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