Nur zwei Minuten und 57 Sekunden dauerte es, bis die Hertha gegen Heerenveen in Rückstand geriet. Der ehemalige Leverkusener Michal Papadopulos nutzte schon beim ersten Eckball der Gastgeber einen Stellungsfehler von Maximilian Nicu und schob aus fünf Metern zur Führung ein.
Die Berliner Spieler taten sich auf dem durch stundenlangen Regen stark aufgeweichten Rasen in Heerenveens Abe-Lenstra-Stadion zunächst schwer. Einige der 300 Hertha Anhänger, die die 650 Kilometer lange Reise ans Ijsselmeer trotz der jüngsten Pleitenserie angetreten hatten fielen im ersten Durchgang unangenehm auf, als sie Feuerwerkskörper zündeten und im Block eine niederländische Fahne verbrannten.
Die Stimmung besserte sich erst, als Waleri Domowtschiski das Bundesliga-Schlusslicht zurück ins Spiel brachte. Wichniarek ließ bei einem Laufduell Heerenveens Kapitän Michel Breuer stehen und bediente den Bulgaren mustergültig (21.). Es war das erste Tor der Berliner seit 462 Minuten. In der 26. Minute hatte Nicu sogar das 1:2 auf dem Fuß, stattdessen traf Papadopulos per Kopf erneut (36.).
Deutliche Steigerung im zweiten Durchgang
In der zweiten Hälfte stand plötzlich eine kampf- und willensstarke Berliner Mannschaft auf dem Platz, die erneut ausgleichen konnte. Neben Domowtschiskis Pfostentreffer hatten die Gäste durch Joker Raffael, der lange für den Abstiegskampf geschont wurde, weitere Chancen.
Für Jubel bei den mitgereisten Fans und auf der Hertha-Bank sorgte aber erst Wichniareks Siegtreffer in der 91. Minute.
"Die Mannschaft hat immer an sich geglaubt, ist hohes Risiko gegangen und wurde am Ende belohnt", sagte Hertha-Trainer Friedhelm Funkel nach der Partie.
jok/sid/dpa
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