Ex-Bundesliga-Schiedsrichter: Amerell lag tagelang tot in seiner Wohnung

Die Polizei hat noch keine Klarheit über die Todesursache des ehemaligen Schiedsrichters Manfred Amerell, kann nach der Obduktion aber Fremdverschulden oder Suizid ausschließen. Amerell war am Dienstag leblos in seiner Wohnung aufgefunden worden.

DPA

Hamburg - Die Todesursache im Fall Manfred Amerell bleibt vorerst unklar. Auf einer Pressekonferenz in München sagte Kriminaldirektor Frank Hellwig, es gebe derzeit "keine Hinweise auf einen Unfall oder Suizid". Die Obduktion bestätigte die Vermutungen der Polizei, dass Fremdverschulden ausgeschlossen werden konnte. Zudem wurde die Identität des 65-Jährigen zweifelsfrei bestätigt.

Das Ergebnis eines im Zuge der Obduktion vorgenommenen toxikologischen Gutachtens und damit möglicherweise weiterführende Erkenntnisse zur Todesursache Amerells erwarten die Ermittler in rund zwei Wochen.

Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter war am Dienstag tot in seiner Münchner Wohnung aufgefunden worden. Nach Angaben von Hellwig war Amerell zuletzt vor rund einer Woche lebend gesehen worden. Die Polizei musste sich über eine Drehleiter der Feuerwehr Zutritt zu Amerells Wohnung im vierten Stock verschaffen.

Der 65-jährige Amerell war zuletzt besonders durch den Rechtsstreit mit dem ehemaligen Fifa-Referee Michael Kempter in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Er hatte von Kempter Schadensersatz in Höhe von 150.000 Euro gefordert, nachdem dieser ihm sexuelle Belästigung in mehreren Fällen vorgeworfen hatte. Amerell hatte sexuelle Übergriffe stets bestritten.

Der juristische Streit zwischen den Männern endete 2011 mit einem Vergleich. Darin zog Kempter seine in mehreren Interviews getätigte Aussage zurück, Amerell klar signalisiert zu haben, keine sexuellen Kontakte zu wollen. Er habe seine Ablehnung möglicherweise nicht ausreichend wahrnehmbar ausgedrückt, so Kempter.

Amerell hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Töchter.

chp/ham/dpa/sid

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