Äußerungen zu Davidstern und Hakenkreuz Chef des englischen Fußballverbands bittet um Entschuldigung

Indem er den jüdischen Davidstern und das Hakenkreuz auf eine Stufe stellte, hat FA-Boss Martin Glenn die britische jüdische Gemeinde gegen sich aufgebracht. Inzwischen hat er um Entschuldigung gebeten.

Martin Glenn
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Der Chef des englischen Fußballverbands FA ist wegen eines Kommentars, in dem er den jüdischen Davidstern mit Symbolen wie dem Hakenkreuz auf eine Stufe gestellt hatte, in die Kritik geraten. Inzwischen hat er um Entschuldigung gebeten. Der Davidstern sei ein "sehr wichtiges Symbol für Juden in aller Welt", erklärte Martin Glenn. "Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass ich mit den Beispielen für politische und religiöse Symbole im Fußball Anstoß erregt habe."

Ausgangspunkt des Streits war eine Debatte um Manchester-City-Trainer Pep Guardiola. Der Katalane trägt als Zeichen der Solidarität mit inhaftierten katalanischen Unabhängigkeitsanführern eine gelbe Schleife an seiner Jacke. Der englische Fußballverband wirft ihm deswegen einen Verstoß gegen Verbandsregeln vor.

Britischen Medienberichten zufolge sagte Glenn, die Regularien würden "höchst kontroverse" Symbole untersagen. "Das könnten starke religiöse Symbole sein, das könnte der Davidstern sein, es könnten Hammer und Sichel sein, es könnte ein Hakenkreuz sein, etwas wie (Simbabwes früherer Machthaber) Robert Mugabe auf einem T-Shirt - das sind die Dinge, die wir nicht wollen."

Die jüdische Gemeinde reagierte empört auf Glenns Äußerungen. Es sei "beleidigend und unangemessen", den Davidstern auf eine Stufe mit dem Hakenkreuz und Mugabe zu stellen. Glenn kündigte an, sich auch persönlich bei Vertretern der jüdischen Gemeinde entschuldigen zu wollen.

chh/dpa/AFP



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