Sandwich-Vorfall in England Torwart futtert im Spiel - Ermittlungen

Wayne Shaw wiegt 150 Kilo und ist für seine Fans Kult. Doch im FA-Cup gegen Arsenal gönnte sich der Ersatztorwart des Fünftligisten Sutton United ein Sandwich. Jetzt gibt es juristischen Ärger.

Wayne Shaw
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Wayne Shaw


Zum Einsatz kam 150-Kilogramm-Torwart Wayne Shaw nicht, trotzdem sorgte der Auswechselspieler des Fünftligisten Sutton United beim FA-Cup-Spiel gegen den FC Arsenal (0:2) für Aufregung. In der 82. Minute biss der Ersatzkeeper auf der Reservebank in ein Sandwich.

Wahrscheinlich war es eine PR-Aktion von Shaw, der von den Fans als Kultfigur verehrt und mit einer eigenen Hymne gefeiert wird ("He's Fat, He's Round, He's Worth a Million Pound"). Bei englischen Buchmachern konnten Wetten platziert werden, ob der beleibte Torhüter während des Spiels etwas essen wird. Die Quoten lagen bei 8:1. Shaw hatte bereits unmittelbar nach der Partie klargestellt: "Ich selbst habe nicht darauf gesetzt."

Allerdings gestand er der "Daily Mail", dass "ein paar Freunde und Fans" darauf gewettet hätten - und er auch davon wusste. Die ungewöhnliche Idee, die Shaw im Nachhinein selber einen "gedankenlosen Scherz" nannte, sei kein spontaner Einfall des 45-Jährigen gewesen: Nach eigener Aussage habe er sich das Sandwich in der Halbzeitpause aus dem Stadionkiosk besorgt. Zum Zeitpunkt, als es bereits 0:2 stand und sein Team alle Auswechslungen getätigt hatte, habe er dann seinen unkonventionellen Plan in die Tat umgesetzt.

Nun könnten Shaw wegen Wettmanipulation sportrechtliche Konsequenzen drohen. Der englische Fußball-Verband FA nahm Ermittlungen auf. "Es wird geprüft, ob es zu irgendwelchen Regelverstößen in Bezug auf Wetten kam", begründete ein FA-Sprecher.

Vor der FA hatte bereits die amtliche Wettkommission mitgeteilt, dass sie den Fall auf "Unregelmäßigkeiten" durchleuchten werde. "Integrität im Sport sollte kein Witz sein, deshalb haben wir mit Untersuchungen begonnen", sagte der zuständige Kommissionsdirektor Richard Watson.

Auch Sutton-Teammanager Paul Doswell zeigte sich wenig begeistert: "Mit dieser Geschichte ist Wayne weltweit wohl ein Star geworden. Ich denke aber nicht, dass es das beste Licht auf uns geworfen hat."

In Zukunft dürften ähnliche Aktionen allerdings ausbleiben: Shaw will nach seiner Aktion seine Karriere beenden. Der Torwart selbst habe seinen Abschied angeboten, und der sei von den Vereinschefs akzeptiert worden, sagte Doswell dem Sender Sky News.

lst/sid/dpa



insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
lennardhofstedter 21.02.2017
1.
Sehr lustig :-). Aber irgendwie haben die, die solche Wetten anbieten, doch selber Schuld ...
Gmorker 21.02.2017
2. Keine Chance
Was hätte er denn machen sollen? Zu dem Zeitpunkt, als er von der Wette erfuhr, gab es nur noch eine Möglichkeit, nämlich, das die Wette sofort storniert wird. Wenn er nichts gegessen hätte, wäre das doch genauso willentliches Herbeiführen einer der beiden Gewinnoptionen. Zu verurteilen ist hier doch eher, das ein legales Wetthaus so eine hirnverbrannte Wette annimmt, bei der es ja letztlich einzig und alleine um eine Entscheidung einer Einzelperson geht und nicht um einen Wettkampf und nichtmal um Zufall.
fox69 21.02.2017
3. Blöde Wette
Wenn man öffentlich auf etwas wettet, was der betreffende nach freiem Willen tun oder lassen kann und das anscheinend auch für niemanden größere Konsequenzen hat, sollte nachher keiner "Manipulation" rufen, wenn der betreffende es tatsächlich getan hat.
hahny 21.02.2017
4.
Also verstehe ich das richtig? Er geht nach diesem Vorfall in die Rente aber soll nicht selber auf sich gewettet haben ? Oh sweet summer child...
jeby 21.02.2017
5.
Das ist doch keine Sportwette! Er hat das Spiel nicht im geringsten beeinflusst. Ein Sandwich zu essen ist auch nicht in irgendeiner Weise rechtlich oder moralisch verwerflich. Außerdem wenn er nichts gegessen hätte, hätte er damit doch auch beeinflusst, wer bei der Wette gewinnt oder nicht.
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