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Fankrawalle im Ost-Fußball: Randale in Rostock, Verletzte in Zwickau

Es war ein unruhiger Fußballsamstag im Osten Deutschlands: Erst randalierten Fans des Drittligaclubs Hallescher FC bei ihrer Auswärtsfahrt nach Rostock. Dann wurden sieben Personen beim Regionalliga-Duell zwischen dem FSV Zwickau und Lok Leipzig verletzt.

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Halle-Fans in Rostock: Pyrotechnik im Stadion

Hamburg - Die Polizei hat einem Großaufgebot schwerere Ausschreitungen von Fans rund um das brisante Ost-Duell zwischen Drittligist Hansa Rostock und dem Halleschen FC (2:0) verhindert. Nach Angaben der Sicherheitsbeamten hätten gewaltbereite Anhänger beider Vereine "zielgerichtet und offensichtlich abgesprochen immer wieder die direkte Konfrontation gesucht". Das Spiel war bereits im Vorfeld vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Risikospiel eingestuft worden.

Trotz Einschreitens der Polizei zündeten Anhänger bei der An- und Abreise des mit 570 Personen besetzten Sonderzugs aus Halle sowohl in den Waggons als auch im Rostocker Bahnhof Pyrotechnik. Die Feuerwehr musste ausrücken. Daraufhin war die erste Begegnung der beiden ehemaligen DDR-Oberligisten seit 21 Jahren mit einer halben Stunde Verspätung angepfiffen worden. Auch während des Spiels provozierten sich die Fangruppen gegenseitig, im Block der Halle-Anhänger brannten Bengalos.

Zudem wurde das Regionalligaspiel zwischen dem FSV Zwickau und Lok Leipzig (1:0) am Samstag von Krawallen überschattet, sieben Personen wurden verletzt. Laut Polizei hatten etwa 50 Leipziger Fans versucht, im Stadion eine Absperrung zu überwinden, dabei kam es zu Rangeleien mit Sicherheitskräften.

Eine Ordnerin wurde von einem aufspringenden Tor am Kopf getroffen und musste ärztlich behandelt werden. Zudem wurden zwei Polizeibeamte leicht verletzt. Insgesamt zeigte die Polizei zehn Anhänger wegen schwerer Körperverletzung, Körperverletzung, Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte an.

Zu der Auseinandersetzung war es gekommen, nachdem die Polizei vor dem Stadion die Identität von etwa 120 Leipziger Fans hatte feststellen wollen. Diese hatten auf dem Weg zum Stadion einen Bus beschädigt. Daraufhin hatten 50 Anhänger aus dem Gästeblock versucht, die anderen Fans zu unterstützen.

psk/sid

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insgesamt 12 Beiträge
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1. und das ganz ohne einen Schmähfilm
spon-facebook-10000051328 23.09.2012
..deutsche Leitkultur zeigz sich eben auch beim Fussball von der schönen Seite. Kann man die nicht mit Salafisten und Pro NRW zusammen in eine Männerstrickgruppe und in Antiaggressionstraining schicken? Irgendwo auf einem abgelegenen Bauernhof mit Selbstversorgung und Mauer drumherum so wie bei Asylbewerbern.
2.
fussball11 23.09.2012
Zitat von sysopGetty ImagesEs war ein unruhiger Fußball-Samstag im Osten Deutschlands: Erst randalierten Fans des Drittligaclubs Hallescher FC bei ihrer Auswärtsfahrt nach Rostock. Dann wurden sieben Personen beim Regionalliga-Duell zwischen dem FSV Zwickau und Lok Leipzig verletzt. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,857421,00.html
Zwickau gegen Leipzig, eine bedeutende Partie vor über 2000 Zuschauern. Dabei werden auch noch 2 Polizisten leicht verletzt und 7 Personen werden wegen schwerer Körperverletzung festgenommen. Ich finde das klingt gar nicht übertrieben sondern beschreibt lediglich die Realität. Auch wenn eigentlich nichts Erwähnentswertes passiert legt man sich die Sache so zurecht das man sie verkaufen kann. Die Hillsborough Katastrophe wurde durch Fehler von Polizei und Ordnern verursacht. 96 Fans musten deshalb sterben und jahrzehntelang wurden Beweise manipuliert und Falschaussagen gemacht - bis man die Schuld auf Randalierer abwälzen konnte. Über diese Polizeiwillkür die mehr Opfer gefordert hat als alle Randale beim Fußball der letzten 50 Jahre wird unter den Tisch gekehrt um gleich wieder mit diesen hetzerischen Artikeln Kasse machen zu können.
3. Wilder Osten
spon72 23.09.2012
Da hat sich eines der Probleme im Fußball, nicht nur hier, sondern weltweit, wiedereinmal eindrucksvoll zu Wort gemeldet. Vor allem im Volkssport Nummer Eins entlädt sich der gesellschaftliche Zorn und die vorhandene Gewaltbereitschaft vieler, vor allem männlicher, Halbstarker jeden Alters. Diese Krawalle sind natürlich nicht nur ein Problem im ostdeutschen Fußball, tauchen hier jedoch in den unteren Ligen vermehrt auf, das ist schon lang kein Geheimnis mehr. Es ist auch nicht erstaunlich, da die Perspektivlosigkeit in den neuen Bundesländern, vor allem unter Jugendlichen, sehr hoch ist und die allwöchentliche Auswärtsfahrt, dafür berappen die Fans ja ihren letzten Cent, mit dem vermeintlichen Lieblingsverein ein gutes Ventil für diese Gefühlswelt bietet. Übrigens hat Gewalt im Fußballstadion bereits zu Zeiten der DDR stattgefunden. Man denke nur an manche Anhänger des 1.FC Union, deren Gewaltexzesse durfte ich mehrmals live beiwohnen, aber auch einige, wenige Fans des BFC standen dem in nichts nach, diese Liste ließe sich problemlos erweitern. So haben diese Gewaltausbrüche schon eine gewisse Tradition im Osten der Republik. Die Gründe warum diesem Zustand nicht Einhalt geboten wird, sind vielfältig. Erstens gibt es einfach zu viele gewaltbereite Anhänger, die verhältnismäßig gut organisiert sind, zweitens ist die Verflechtung zwischen Fanbeauftragten und Fanklubs oftmals zu eng, da sind Kontakte auch zu randalierenden Gruppen existent und drittens wirkt ein Großaufgebot von Sicherheitskräften nicht unbedingt deeskalierend. Fanausschreitungen hat z.B. das deutsche Eishockey übrigens mittlerweile Einhalt geboten (wie ja auch die Erstligavereine im Fußball), indem es seinen Sport familiär ausgerichtet hat, professioneller vermarktet und die modernen Arenen mit externem, striktem Sicherheitspersonal ausstattet. Vor allem bei den Eisbären Berlin ist dieser Wandel beispielhaft. Kein Königsweg und in den unteren Fußballligen schwer durchführbar und finanzierbar, aber ansatzweise überdenkenswert. Und natürlich geht damit ein gewisser Teil von Fan-Identität verloren, jedoch auch ein großer Teil dieser Meldungen. Und um nochmals auf meinen ersten Satz zurückzukommen, es ist nur ein Problem des Fußballs, Wettskandale, Homophobie und faktisch nicht existente Dopingkontrollen sind deren weitere. Schon deshalb ist speziell der Fußball ein Spiegelbild unserer Gesellschaft und wir sollten lernen mit diesen Nachrichten zu leben, auch wenn mich persönlich die Meldungen über verletzte Ordner oder Polizisten (vor allem weibliche) nicht fröhlich stimmen.
4. Arme Sicherheitsbeamte!
derverzweifler 23.09.2012
Die Saison ist noch jung und schon häufen sich überall wieder die Berichte über Krawallmacher und Vollposten!Na das kann ja lustig werden!Erschreckend ist jedoch viel mehr was sich im unterklassigen Bereich abspielt, wo keine Medien präsent sind!
5. Ein reines Ostproblem natürlich!
r_w 23.09.2012
Schade, dass der Sommerlochstopfdienst von Spiegel wieder nur Klischees bedient. Wenn's in Köln oder Düsseldorf Randale gibt, heißt es "typisch Köln" und "typisch Düsseldorf". Gibt es in Rostock oder Chemnitz Randale, heißt es "ach die Ossis wieder". Dabei ist Randale im Fußball so neu wie der Schiedsrichter auf dem Feld und lässt sich regional so gut eingrenzen wie die Grippe. Aber egal, hauptsache Klischees bedient. Pyrotechnik, Spielverspätung, Randale und 10 Leichtverletzte hatten wir ja auch noch nie und es ist auf jeden Fall ein Extrablatt wert!
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