Krawalle in Zügen Bahnbetreiber schließt Ultras aus

Der Bahnbetreiber Metronom greift durch: Ab Mai dürfen gewaltbereite Fußballfans nicht mehr mit den Zügen des Unternehmens fahren. Hintergrund sind Schäden in sechsstelliger Höhe, die HSV-Ultras am vergangenen Wochenende verursacht haben sollen.

HSV-Fans in Bremen: Mitreiseverbot für Randalierer
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HSV-Fans in Bremen: Mitreiseverbot für Randalierer


Die Verwüstung eines Zuges am Rande des Nordderbys zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV gab den Ausschlag: Die Eisenbahngesellschaft Metronom hat ein Bahnverbot für alle Ultra-Fan-Gruppen ausgesprochen. Bei den Krawallen am Sonntag sei eine Grenze deutlich überschritten worden, begründete ein Sprecher des Unternehmens den Schritt.

Rund 300 HSV-Fans hatten die Inneneinrichtung zweier Waggons schwer beschädigt. Nach Metronom-Angaben entstand ein Schaden in Höhe von etwa 100.000 Euro. Das Fahrverbot gelte ab den nächsten Spielen und nicht nur für aggressive HSV-Fans, sondern auch etwa für Ultras von Hannover 96 und Hansa Rostock.

Züge sollen notfalls ausfallen

Das Unternehmen beruft sich beim Mitreiseverbot auf sein Hausrecht. Es sei schwierig, die gewaltbereiten Fans vor der Abfahrt zu identifizieren, gibt der Bahnbetreiber zu. Ziel sei es, dass Randalierer gar nicht erst einsteigen. Dies müsse die Bundespolizei oder die Deutschen Bahn am Bahnsteig durchsetzen. Tue sie es nicht, sollen die Metronom-Züge künftig gar nicht in den Bahnhof einfahren und die Züge im Zweifel ausfallen.

"Wir wollen damit ein Umdenken bei den Fans und bei den Vereinen erreichen", sagte der Sprecher. Bislang habe sich kein Verein an Reparatur- und Reinigungskosten beteiligt.

Nach Metronom-Angaben verursachen Fans durch Vandalismus in Zügen pro Jahr Kosten in Höhe von einer Million Euro. Der leitende HSV-Fanbeauftragte Joachim Ranau bezeichnete das Verbot im "Hamburger Abendblatt" als "bittere, aber nachvollziehbare Entscheidung".

cte/dpa

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Seite 1
Kulifumpen 24.04.2015
1.
und wie wollen die dann auswählen wer mit darf und wer nicht? Es steht ja nicht jedem auf die Stirn geschrieben: ich bin gewaltbereit. An sich ist die Idee ja richtig aber das Problem ist wieder, dass dann wahrscheinlich auch viele die niemals in ihrem Leben gewalttätig waren unter falschen Verdacht geraten.
ginotico 24.04.2015
2. Kann nicht sein
Die Bösen sind doch die Hooligans. Ultras sind doch schuldlos. Die sind friedlich, machen Stimmung und werden immer fälschlicherweise verdächtigt.
UdoL 24.04.2015
3.
Selbst wenn man diejenigen welchen erkennen könnte, werden sich weder Polizei noch Bahn-Security darauf einlassen, sie jedesmal rauszusortieren. Vermutlich läuft es darauf hinaus, dass bestimmte Verbindungen ausfallen.
buerger2013 24.04.2015
4. Es ist
wirklich erschreckend, was da teilweise für Primitivlinge zu jedem Spiel unterwegs sind. Das betrifft ja die S und U-Bahnzüge bei Heimspielen ähnlich. Einfach mal ne Zeitlang wirklich hart durchgreifen. Ich glaube, damit könnte man 90% zur Vernunft bringen. Die restlichen 10% haben sich leider schon das Gehirn weggesoffen.
peroxyacetylnitrat 24.04.2015
5. @1
nun ja, wer sich eben mit solchen randalierenden ultras gemein macht und deswegen nicht von denen zu unterscheiden ist (was weiß ich, aggro Lieder singen und rumplärren oder wie auch immer die Bundespolizei die identifizieren mag), sollte sich vielleicht mal überlegen ob er das möchte und sich entweder deutlich unterscheidbar machen oder aktiv was gegen diese Randalierer unternehmen. aktiv tut da nämlich meist keiner was, die Idioten werden noch geschützt weil ja keiner die "petze" oder den denunziant geben will. gibt doch auch in Stadien das Verbot bestimmter mit rechten assoziierten kleidermarken, da kann man auch überlegen ob man die unbedingt anziehen will und dann eben nicht rein kommt. schränkt die Freiheit etwas ein, aber scheinbar geht es nicht anders. finde ich gut, solche vollspacken die meinen nur weil Fußball is könnten Sie sich benehmen wie der letzte Dreck braucht keiner.
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