Fantrompete Vuvuzela Düsenjet auf den Rängen

Sie klingt wie eine verendende Elefantenkuh: die südafrikanischen Fantrompete Vuvuzela. Vielen geht das Dröhnen schon vor Beginn der Fußball-WM mächtig auf die Nerven. Außerdem ist sie schlecht für die Ohren, wie das Magazin "11FREUNDE" im Vergleich mit Tröte, Glocke und Trommel zeigt.

Fans mit Vuvuzelas in Südafrika: Lauter als Tröte, Glocke und Trommel
dpa

Fans mit Vuvuzelas in Südafrika: Lauter als Tröte, Glocke und Trommel


Seit dem Confederations Cup in Südafrika 2009 gilt die Fantrompete Vuvuzela als lautestes, zumindest aber nervtötendstes Lärminstrument der Sportgeschichte. Das nicht enden wollende Gedröhne, einer jämmerlich verendenden Elefantenkuh nicht unähnlich, hinterließ auch bei den europäischen Fernsehzuschauern einen nachhaltigen Eindruck.

"Es wäre gut, sie zu verbannen. Sie machen es uns Spielern schwer, auf dem Platz zu kommunizieren und uns zu konzentrieren", sagte Xabi Alonso, der als früherer Profi des FC Liverpool von der Anfield Road eigentlich lautstarke Anfeuerung durch die Anhänger gewohnt sein sollte. Aber: "Sie sind ein Ärgernis und tragen nicht zur Stimmung bei", so der Mittelfeldspieler, der wie viele Aktive und TV-Sender von den Fantrompeten schwer genervt ist. Und Fifa-Boss Joseph Blatter sagte: "Sie machen ziemlich viel Lärm." Verboten werden die Vuvuzelas aber nicht.

Nun wurde erstmals wissenschaftlich untersucht, ob die Vuvuzela rein dezibeltechnisch nicht herkömmlichen Stadioninstrumenten unterlegen ist. Der Schweizer Kuhglocke etwa, der klassischen Ratsche, der brasilianischen Sambatrommel und natürlich der guten alten Gasfanfare, die in früheren Jahrzehnten zur Standardausstattung jedes Anhängers gehörte.

Im Labor des Hörgeräteherstellers Phonak in Fellbach bei Stuttgart wurde mit sogenannten Schalldruckpegel-Messgeräten getestet, wie laut die jeweiligen Fan-Utensilien tatsächlich sind. Der Abstand der Geräuschquelle zum Messgerät betrug dabei zehn Zentimeter.

Werte im Bereich eines Düsenjets im Probelauf

Wer nun in den achtziger Jahren schon einmal von humorvollen Kollegen eine Gashupe ans Ohr gedrückt bekommen hat, den wird das Ergebnis der Untersuchung überraschen: Nur ein enttäuschender zweiter Platz für den Ozonkiller mit 123,2 Dezibel. Dahinter rangieren Fangesänge (ausgeführt von einem engagierten Anhänger des VfB Stuttgart), gefolgt von einer Schweizer Riesenkuhglocke und einer Sambatrommel brasilianischer Provenienz.

Mit immer noch stattlichen 109,8 Dezibel auf dem sechsten und letzten Platz landete die Riesen-Holzratsche, die allerdings eher bei Randsportarten wie Badminton oder Handball zum Einsatz kommt. Der Gewinner hingegen kommt tatsächlich aus Südafrika: Die Vuvuzela erreicht mit 123,9 Dezibel Werte im Bereich eines Düsenjets im Probelauf.



insgesamt 22 Beiträge
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kunstdirektor 08.05.2010
1. Vuvuzela ...
... ist einfach unerträglich. Wenn das in unseren Stadien Einzug hält, und davon gehe ich mal aus, kann man sich verabschieden.
Marshmallowmann 08.05.2010
2. 124 dBZ ....
und da könnte man als geübter Trompeter garantiert noch mehr rausholen, da das Limit des Instruments ja nur im Menschen selbst liegt. Ich stelle es mir besonders für die Spieler schwer vor noch sinnvoll zu kommunizieren wenn es zu viele von den Chaoten gibt.
number12, 08.05.2010
3. hehe
Ich habe letztens bei Shell getankt. Fragten die mich doch, ob ich „Punkte sammle“. Ich: „Nö“. Die Damen hinter dem Schalter: „Aber wenn Sie sammeln würden, könnten sie die Punkte gegen eine Vuvudings eintauschen.“ Ratlos machte mich, dass das Ding a) schwarzrotgold war, b) fragte ich mich, ob man das dann in der Wohnung benutzen soll. Na, das wird bestimmt eine schöne WM ;-)
doctor manhattan 08.05.2010
4. Da ich
Fußball für die nervtötendste Sportart halte passt das ja ganz gut!
Tinoforce 08.05.2010
5. .
Zitat von doctor manhattanFußball für die nervtötendste Sportart halte passt das ja ganz gut!
Danke für die Information. Hat aber leider niemand gefragt. Ich denke die Dinger werden noch in irgendeiner Form verboten werden. Zwar nicht aus Gesundheits-, sondern Übertragungsgründen, aber das ist mir ziemlich egal.
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