Bundesligist Augsburg: Mach es noch einmal, Markus!

Ein Punkt, zwei Tore: Der FC Augsburg ist nach fünf Spielen Tabellenletzter und damit dort, wo viele Experten den Club auch am Saisonende sehen. Doch die Verantwortlichen wischen Zweifel an der Bundesliga-Tauglichkeit beiseite. Trainer Markus Weinzierl hofft nun auf eine Aufholjagd wie im Vorjahr.

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dapd

FCA-Coach Weinzierl: "Wir brauchen zu viele Chancen"

Hamburg - Rückendeckung gab es schon vor dem Spiel. "Wir haben einen sehr guten Trainer, er macht einen guten Job. Es gibt überhaupt keinen Anlass zu Kritik", hatte Walther Seinsch dem "Kicker" gesagt. Der Augsburger Vereinsboss sprach über Markus Weinzierl, der den bayerischen Bundesligisten erst seit Juli betreut und schon im September seine erste Krise bewältigen muss.

Das 1:3 (0:3) gegen Bayer Leverkusen am Mittwochabend war die insgesamt vierte Niederlage im fünften Saisonspiel, und sie gibt ernsthaften Grund zur Sorge. "Ich bin sehr enttäuscht. Wir waren bis zur siebten Minute im Spiel, dann haben wir uns das Leben durch diesen groben Fehler wieder selbst schwer gemacht", sagte Weinzierl.

Die Rede war vom 1:0 der Gäste. Der Kopfball von Stefan Kießling hatte die Linie zwar nicht komplett überquert, Schiedsrichter Bastian Dankert gab den Treffer dennoch. Bitter für den FCA. Doch die Szene war nicht der Hauptgrund für die neuerliche Pleite.

Am Ende traf es Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler am besten, als er die 90 Minuten analysierte: "Das war eine Durchschnittsleistung, aber die hat uns gereicht." Denn Bayer, mit nur vier Punkten aus vier Spielen selbst äußerst mäßig gestartet, profitierte beim FCA vor allem von einem überforderten Gegner.

Defensive anfällig, Sturm harmlos

Das 0:1 machte ein Fehlpass von Gibril Sankoh möglich. Das 0:2 durch Philipp Wollscheid fiel, weil Augsburgs Verteidiger den Schuss entscheidend abfälschte. Bei André Schürrles Sololauf zum 3:0 war kein Augsburger in der Lage, den Schuss des Nationalspielers zu verhindern. Das ebenso glückliche wie unerwartete 1:3 durch Tobias Werner (51.) hatte nur noch statistischen Wert.

"Wir haben viel probiert, auch nach dem 0:3 zur Pause Moral gezeigt, aber es hat nur noch zum 1:3 gereicht. Wir brauchen einfach zu viele Chancen", sagte Weinzierl. Augsburg ist Tabellenletzter und neben dem VfB Stuttgart die einzige Bundesliga-Mannschaft noch ohne Sieg.

Ganze zwei Tore sind dem Team bisher gelungen, zehnmal hingegen lag der Ball bereits im eigenen Netz. Neben der unsicheren Defensive blieb Stürmer Aristide Bancé auch in der fünften Bundesliga-Partie für seinen neuen Verein ohne Wirkung. Es sind die typischen Probleme eines Abstiegskandidaten.

"Es laufen einige Dinge gegen uns"

Vom Abstieg wollen Weinzierl und Sportchef Manfred Paula noch nichts wissen. Vor dem nächsten Spiel bei den wiedererstarkten Hoffenheimern sagt Paula: "Wir brauchen Punkte in Hoffenheim. Jeder muss in sich gehen." An der Bundesliga-Tauglichkeit des Kaders zweifelte der 47-Jährige aber nicht: "Es laufen einige Dinge gegen uns, das hängt aber nicht mit der Qualität zusammen."

Für die Einkäufe des Sportchefs in der Sommerpause hatte es durchaus Lob gegeben. Neben dem Transfer von Bundesliga-Rückkehrer Bancé wurde unter anderem Ja-Cheol Koo weiter ausgeliehen, Jan Moravek fest verpflichtet; Andreas Ottl sollte das defensive Mittelfeld verstärken. Doch unter Weinzierl, der im Sommer als Nachfolger des Niederländers Jos Luhukay gekommen war, haben Neuzugänge und Etablierte noch nicht zusammengefunden.

Es gibt aber Hoffnung. In der Vorsaison hatte der Club einen ähnlichen Fehlstart hingelegt. Damals war Augsburg erst am neunten Spieltag der erste Sieg gelungen. Am Saisonende glückte der Klassenerhalt mit 38 Punkten erstaunlich souverän. Wer möchte, kann aus der aktuellen Situation also Parallelen zum Herbst 2011 ziehen.

Weinzierl bleibt lieber pragmatisch: "Wir müssen die individuellen Fehler abstellen, die uns das Leben sehr, sehr schwer machen." Mit Drittligist Jahn Regensburg hatte der 37-Jährige im Sommer über die Relegation sensationell den Aufstieg in die zweite Liga geschafft. Mit Überraschungen kennt sich der Trainer also aus.

chp/dpa/sid

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stuhlsen 27.09.2012
Wegen interner Intrigen haben die ihren alten Trainer nicht behalten wollen. Jetzt haben sie den Salat. Hochmut kommt vor den Fall. Der neue ist zwar nicht schlecht, aber der alte war ein echter Fuchs und Bundesliga-Abstiegskampf [...]
Wegen interner Intrigen haben die ihren alten Trainer nicht behalten wollen. Jetzt haben sie den Salat. Hochmut kommt vor den Fall. Der neue ist zwar nicht schlecht, aber der alte war ein echter Fuchs und Bundesliga-Abstiegskampf erfahren. Nur das zählt in einer solchen Situation.
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  • Donnerstag, 27.09.2012 – 12:56 Uhr
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