Unabhängigkeit Kataloniens Liga-Chef droht Barcelona mit Rauswurf

Gibt's bald keinen Clásico mehr? Für Spaniens Liga-Chef Javier Tebas ist klar, dass es bei einer Unabhängigkeit Kataloniens keine Zukunft für den FC Barcelona in der Primera División gibt. Am Sonntag finden Wahlen statt.

Barca-Superstar Messi: Zieht beim spanischen Clásico an Kroos (l.) und Modric vorbei
AP

Barca-Superstar Messi: Zieht beim spanischen Clásico an Kroos (l.) und Modric vorbei


Die Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien gefährdet offenbar die Zugehörigkeit des FC Barcelona und anderer Klubs aus der Region zu Spaniens Fußball. Liga-Chef Javier Tebas und Sport-Staatssekretär Miguel Cardenal kündigten an, dass eine Abspaltung der Katalanen vom spanischen Staat den Ausschluss aller katalanischen Vereine zur Folge hätte. Damit wäre auch der Clásico zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona Geschichte.

"Wenn Katalonien sich für unabhängig erklärt, ist es naheliegend, dass die katalanischen Teams nicht mehr in unserer Liga mitspielen werden", sagte Tebas vor den Regionalwahlen am Sonntag. Einen Sonderstatus für Teams aus einem unabhängigen Katalonien, wie es ihn derzeit etwa für Mannschaften aus dem Pyrenäenstaat Andorra gibt, lehnten Tebas und Cardenal kategorisch ab. Einen sportlichen wie finanziellen Verlust räumte Tebas aber ein.

Erfolg für Separatisten wahrscheinlich

Für den Urnengang sagen Beobachter einen Erfolg der Separatisten voraus. Sollten sich bei der Wahl die Befürworter einer katalanischen Unabhängigkeit durchsetzen, wird in naher Zukunft die Ansetzung eines Referendums über die Abspaltung von Spanien erwartet. Ein solches wurde erst im vergangenen November vom spanischen Verfassungsgericht verboten. Im Anschluss stimmten die Katalanen aber dennoch in Form einer Volksbefragung für einen eigenen Staat.

Zu den Sympathisanten der Unabhängigkeitsbewegung gehört neben Barça-Profis wie Gerard Piqué auch Trainer Josep Guardiola vom deutschen Rekordmeister Bayern München. Er hat sich sogar auf den letzten Platz für die Kandidatenliste der CDC-Partei aufstellen lassen und will damit das Vorhaben des katalanischen Regierungschefs Artur Mas immerhin symbolisch unterstützen.

Nicht nur der Fußball betroffen

Vom Ausschluss wäre in der spanischen Primera División neben dem FC Barcelona auch der Lokalrivale Espanyol Barcelona betroffen. In Spaniens zweiter Liga spielen aus Katalonien außerdem UD Llagostera, Gimnàstic de Tarragona und der FC Gerona.

Über den Fußball hinaus wären von einem Ausschluss katalonischer Klubs aus spanischen Top-Ligen besonders auch Handball und Basketball betroffen, wo der FC Barcelona ebenfalls zu den besten Vereinsmannschaften der Welt gehört. Barça gibt sich noch gelassen und bezweifelt, dass die spanische Liga auf einen solchen Klub verzichten würde.

zaf/sid



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insgesamt 87 Beiträge
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Seite 1
deus-Lo-vult 22.09.2015
1.
Was ist das denn für eine Lachnummer? lol Das kann sich die Liga gar nicht leisten, eine Mannschaft wie Barcelona zu verlieren!
SP70 22.09.2015
2. Na klar!
Wer A sagt muss auch B sagen!
andreika123 22.09.2015
3. Demokratie pur
Was hat Sport mit Politik zu tun. Es wird denn Menschen die Wahl genommen. Schande über dich. Und die können in die Bundesliga kommen kein Problem, wird Bayern zittern.
sodaso 22.09.2015
4.
Die Entscheidung wäre nur logisch. Warum sollten sich ausländische Vereine in der eigenen Liga tümmeln? Sonst könnte man ja gleiche noch Benfica und Porto dazu holen und eine iberische Meisterschaft austragen.
future-trunks 22.09.2015
5.
Zitat von deus-Lo-vultWas ist das denn für eine Lachnummer? lol Das kann sich die Liga gar nicht leisten, eine Mannschaft wie Barcelona zu verlieren!
für die Liga wäre es ein schwerer schlag. man wäre aber mit Valencia, Sevilla, atletico, real, bilbao etc noch immer unter den besten 4 ligen europas. für den FC Barcelona allerdings wäre es das Ende. der Vereine würde natürlich weiterexistieren, aber in die Bedeutungslosigkeit (nach eigenen Maßstäben) abdriften.
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